Importzölle : Neuer Bananenkrieg zeichnet sich ab

Zwischen der Europäischen Union und Lateinamerika bahnt sich nach einer Klage Ekuadors bei der WTO ein neuer Bananenkrieg an. Stein des Anstoßes sind dabei vor allem die zum Januar 2006 erhöhten Importzölle der EU.

Genf/Brüssel - Der südamerikanische Produzent Ekuador legte bei der Welthandelsorganisation WTO in Genf Klage gegen die höheren europäischen Importzölle ein, die seit Januar gelten. "Der Bananenkrieg bricht wieder aus", warnten Diplomaten. Fast einjährige Verhandlungen um einen Kompromiss sind damit gescheitert. Die USA als einer der größten Bananenproduzenten in Lateinamerika und Europa hatten sich bereits seit 1993 langwierige Auseinandersetzungen um Einfuhrrechte geliefert, die in eine neue EU-Bananenordnung mündeten.

Die EU-Kommission bedauerte den Schritt Ekuadors. Trotz der höheren Zollsätze seien die Bananenimporte aus Lateinamerika in diesem Jahr um acht Prozent gestiegen, sagte ein Sprecher von Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel. Die EU schlägt auf Bananenimporte seit Januar 176 Euro Zoll pro Tonne auf. Ecuador sieht sich jedoch durch Ausnahmeregeln für die so genannten AKP-Staaten benachteiligt. Ehemaligen französischen, britischen und portugiesischen Kolonien wird in bestimmten Mengen die zollfreie Einfuhr von Bananen in die EU garantiert. (tso/AFP)

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