IM WORTLAUT : Zehn Billionen

Die Lage junger Menschen, die von Frauen, Migranten und Armen – der 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung enthält Aussagen mit Sprengkraft, wenn auch oft versteckt zwischen viel Lob der Regierung für sich selbst. Einige Beispiele: 

Aufstiegschancen: „Das jüngste Jahresgutachten des Sachverständigenrates ... kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Aufstiegschancen insbesondere in der untersten Einkommensklasse deutlich verringert haben: Die Verweilquote in den untersten Einkommensklassen ist (zwischen den Zeiträumen 1996 bis 1999 und 2006 bis 2009) um 17,7 Prozentpunkte auf 48,5 Prozent angestiegen.“

Abhängigkeit von Staatsgeld: „Bei den Paaren mit Kindern verringerte sich die Zahl von 2007 bis 2011 um knapp 150 000, bei den Alleinerziehenden immerhin noch um rund 42 000, während die Zahl der alleinstehenden Leistungsbezieher nur um rund 30 000 sank, nach einem Anstieg in den Jahren 2009 und 2010.“

Migranten: „...sind Familien mit Migrationshintergrund öfter von einem relativ

geringen Einkommen betroffen und leben häufiger von Transferleistungen, insbesondere dem Arbeitslosengeld II.

Familien mit Migrationshintergrund sind insgesamt etwa doppelt so häufig armutsgefährdet wie Familien ohne Migrationshintergrund. Die Armutsrisikoquote von Menschen mit Migrationshintergrund ... ist gegenüber Personen ohne Migrationshintergrund dreimal höher.“

Chancen von Kindern: „Der Zusammenhang zwischen den Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes und den materiellen Möglichkeiten des Elternhauses ist in Deutschland (im europäischen Vergleich) relativ stark ausgeprägt.“

Mütter ohne Job: „Nach vorsichtigen Schätzungen wären bei einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf rund 1,2 Millionen nicht erwerbstätige Mütter kurzfristig wieder für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.“

Arbeit für junge Leute: „Immer

noch rund 295 000 junge Menschen (2011) bleiben jährlich zunächst ohne Erfolg bei der Ausbildungsplatzsuche und müssen sich (zunächst) mit Bildungsgängen bislang überwiegend unterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung (sogenannter Übergangsbereich) begnügen. Darüber hinaus wies die Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30. September 2012 15 650 unversorgte Bewerber aus.“

Privater Reichtum: „Das gesamte Nettovermögen der privaten Haushalte (Geld-, Immobilien-, Betriebs- und Gebrauchsvermögen ...) belief sich Anfang 2012 ... auf gut 10 Billionen Euro. Detaillierte Verteilungsdaten liegen ... aber nur für rund fünf Billionen Euro des Vermögens der privaten Haushalte vor.“ Tsp

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