Politik : In Afghanistan vermisste Helfer entführt

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Kabul - Die beiden seit Dienstag in Afghanistan vermissten Franzosen sind nach Angaben des Gouverneurs der südwestafghanischen Provinz Nimros von den Taliban entführt worden. Die beiden Helfer der Organisation „Terre d’enfance“ seien Geheimdienstberichten zufolge im Bezirk Chasch Rod in Nimros von Taliban-Aktivisten verschleppt und in die benachbarte Provinz Helmand gebracht worden, sagte Gouverneur Ghulam Dastgir Asad am Samstag telefonisch der Nachrichtenagentur AFP in Kabul. Helmand ist eine Hochburg der radikalislamischen Taliban.

Ein Sprecher der Taliban hatte am Mittwoch erklärt, diese hätten zwei französische Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Terre d’enfance“ sowie zwei afghanische Übersetzer und ihren afghanischen Fahrer gekidnappt. Am Donnerstag sagte ein afghanischer Geheimdienstmitarbeiter, er halte eine Entführung für sehr wahrscheinlich. Frankreich setzte seinen Geheimdienst DGSE auf die Suche nach den Entwicklungshelfern an. Der DGSE sei „völlig mobilisiert“, hieß es aus Regierungskreisen in Paris. Außerdem suchen 200 afghanische Polizisten nach den beiden Franzosen. Nach Pariser Einschätzung wollen die Taliban die Helfer gegen gefangene Mitkämpfer austauschen.

Laut afghanischem Innenministerium wurden die beiden Franzosen vermisst, seit sie mit ihren drei afghanischen Begleitern die Provinz Nimros verlassen wollten. Sie wollten demnach durch die als relativ unsicher geltende Nachbarprovinz Farah in die weiter nördlich gelegene Stadt Herat fahren. Dort haben die Taliban am Samstag einen Hilfsgüterkonvoi angegriffen und dabei sieben Menschen getötet. Die Rebellen feuerten Granaten auf die Fahrzeuge, wie die Polizei mitteilte.

Die Bundeswehr teilte mit, dass sie ihre sechs in Afghanistan stationierten Aufklärungs-Tornados planmäßig am Ostermontag der Nato unterstellt. Über das Wochenende würden die Maschinen einsatzfähig gemacht und auf das Nato-Kommunikationssystem eingestellt, sagte der Sprecher des Aufklärungsgeschwaders, Hartmut Beilmann, in Berlin. Die ersten Einsätze zur Luftaufklärung im umkämpften Süden Afghanistans sind für Mitte April geplant. AFP/dpa

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