IN AUFRUHR : IN AUFRUHR

In der jordanischen Hauptstadt Amman haben mehr als 5000 Demonstranten auch nach den jüngsten Zugeständnissen von König Abdullah II. politische Reformen verlangt. Nach dem Freitagsgebet zogen die Oppositionsanhänger geschützt von der Polizei durch die Hauptstadt, wie Augenzeugen berichteten. Sie hätten auch Sprechchöre zur Unterstützung der Aufständischen in Libyen gerufen und die Schließung der israelischen Botschaft gefordert. Für Jordanien fordert die Opposition eine Änderung des Wahlgesetzes. In Tunesien, wo die Welle der Volkserhebungen im Januar ihren Ausgang genommen hatte, protestierten am Freitag in der Hauptstadt Tunis zehntausende Menschen gegen die Regierung. Nach Polizeiangaben kamen mehr als 100 000 Demonstranten auf dem Kasbah-Platz und auf der Prachtstraße Habib Bourguiba zusammen. „Ghannouchi, tritt zurück“ und „Revolution bis zum Sieg“ riefen die Demonstranten mit Blick auf die Übergangsregierung von Mohammed Ghannouchi. Im Anschluss lieferten sich Oppositionelle und Polizei gewaltsame Auseinandersetzungen.

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, um Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Ali Abdullah Saleh zu verhindern. „Das Volk fordert das Ende des Regimes“, riefen die Opponenten Salehs, der das ärmste arabische Land seit 32 Jahren mit eiserner Hand regiert. In vier Kilometern Entfernung bekundeten ihm seine Verehrer ihre Solidarität. Sie riefen, „Ja zur Stabilität“, „Nein zum Chaos“.

„Tag des Zorns“ auch in Bagdad und anderen irakischen Städten. Die Wut der Iraker war aber nicht gegen einen Diktator, sondern gegen die schlechten öffentlichen Dienstleistungen gerichtet. Es gebe kein Trinkwasser und keinen Strom. Die Arbeitslosigkeit steige und könne die jungen Leute dem Terrorismus in die Arme treiben, warnte eine Demonstrantin. In mehreren Städten versuchen die Protestierer, öffentliche Gebäude zu stürmen. Sicherheitskräfte schießen in die Menge und töten nach offiziellen Angaben mindestens fünf Menschen. dpa/AFP

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