In der Krise : Fehlzeiten wegen Krankheit steigen wieder

Die Zeiten extrem niedriger Krankenstände sind vorüber. Die krankheitsbedingten Fehlzeiten steigen seit 2007 trotz Wirtschaftskrise nach Erkenntnissen der Betriebskrankenkassen leicht, aber kontinuierlich an.

Berlin -  Von Januar bis Oktober 2009 lag der Krankenstand bei 4,0 Prozent, im Vorjahreszeitraum waren es 3,8 Prozent. Selbst Manager melden sich inzwischen häufiger krank. Psychische Erkrankungen weisen wie bisher schon den höchsten Zuwachs auf, teilte der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK-BV) am Freitag in Berlin mit.

Danach fehlten die Arbeitnehmer im Jahr 2008 krankheitsbedingt an 13,4 Tagen, zuletzt lagen die Fehltage vor sechs Jahren auf diesem Wert. Noch 2006 gab es mit 12,4 Tagen den niedrigsten Wert seit 30 Jahren. Der BKK Bundesverband erfasst repräsentativ die gesundheitlichen Befunde jedes vierten sozialversicherten Beschäftigten in Deutschland.

Eine Auswertung der KKH-Allianz unter ihren Versicherten für Fehlzeiten ab dem dritten Tag ergab, dass 2009 jeder Arbeitnehmer an 15,9 Tagen im Job fehlte, 2007 waren es 14,4. 2008 lag die durchschnittliche Fehlzeit bei 15,4 Tagen. Deutlich zugenommen haben Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen. Für das fällige Krankengeld musste die KKH- Allianz 18 Prozent mehr bezahlen. Ein gutes Drittel der Beschäftigten (36 Prozent) fiel bei den Betriebskrankenkassen wegen Krankschreibung bis zu drei Tagen aus.

Auffällig dabei: Der sogenannte „blaue Montag“, der angeblich zum Freimachen genutzt wird, lässt sich durch die BKK- Zahlen nicht belegen. Arbeitslose haben den Angaben zufolge mit im Schnitt fast 26 Krankentagen allerdings den höchsten Krankenstand aller Gruppen. Häufiger krank als andere Arbeitnehmer waren gewerblich Beschäftigte mit hoher körperlicher Belastung: So weisen beispielsweise Maurer und Betonbauer über 55 Jahre fast doppelt so viele Fehltage wie der Durchschnitt aller Arbeitnehmer auf. Führungskräfte und Ingenieure fehlten krankheitsbedingt mit ein bis zwei Wochen im Jahr weitaus seltener als andere Arbeitnehmer. dpa

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