IN DER SPRACHE JESU : IN DER SPRACHE JESU

Mehr als ein Dutzend christliche Konfessionen gibt es im Nahen und Mittleren Osten: Kopten, Griechisch-Orthodoxe, Katholiken, Protestanten, Chaldäer, die Assyrisch-Apostolische Kirche (Nestorianer), Syrisch-Orthodoxe, Syrisch-Katholische, Armenisch-Apostolische, Armenisch-Katholische, Melkiten, Maroniten und Anglikaner. Die Chaldäer spalteten sich wegen dogmatischer Streitigkeiten nach dem Konzil von Ephesos im Jahr 431 von der katholischen Kirche ab. Die meisten Gläubigen lebten bisher im Irak, sie sind von der Kirchenverfolgung nach dem Sturz von Saddam Hussein besonders betroffen. Daneben gibt es Gemeinden im Iran, in der Türkei und in Frankreich. In ihren Gottesdiensten verwenden sie einen Dialekt des Aramäischen, der Sprache Jesu. Die Kirche der Kopten geht zurück auf das spätantike Christentum. Sie haben ihren eigenen Papst mit Sitz in Kairo. Der Anteil der Kopten an Ägyptens Bevölkerung wird auf rund 10 Prozent geschätzt. Ihr Verhältnis zur muslimischen Mehrheit ist geprägt von latenten Aggressionen und offenen Gewalttaten.

Der Libanon bildet mit einem Anteil von 34 Prozent Christen eine absolute Ausnahme im Nahen und Mittleren Osten. Die meisten sind Maroniten, die im 8. Jahrhundert erstmals ihren eigenen Patriarchen erhielten. Seit 1182 sind sie mit Rom vereint. Die Maroniten distanzieren sich teilweise demonstrativ von ihrer arabischen Umgebung und identifizieren sich lieber mit den Phöniziern, den antiken Bewohnern Libanons. Weil ihre Klöster in den Bergen relativ geschützt liegen, dienten sie über Jahrhunderte als Fluchtburgen für verfolgte Christen der Region. Laut libanesischer Verfassung stellen die Maroniten den Präsidenten des Landes. M.G.

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