Politik : In drei weiteren US-Bundesstaaten Rückenwind für die Spitzenreiter

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Bush unterstützt von ultrakonservativen religiösen Gruppenrvr

Mit frischem Rückenwind gehen die Spitzenreiter beider Parteien in die entscheidenden Vorwahlen zur Kür der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten am "Super Tuesday", dem 7. März. Am Dienstag siegte bei den Republikanern George W. Bush gegen John McCain in den drei US-Bundesstaaten Virginia, Washington und North Dakota. Ebenfalls am Dienstag bezwang bei den Demokraten Al Gore erneut Bill Bradley, diesmal in Washington an der Pazifikküste.

Seinen Sieg in Virginia verdankte Bush unter anderem der massiven Unterstützung ultrakonservativer religiöser Gruppen. In Virginia sicherte sich Bush damit 56 Delegierte für die Nominierung, in North Dakota brachte er 14 Delegierte hinter sich.

Der Sohn des gleichnamigen früheren Präsidenten hat damit nach ersten Berechnungen 163 Delegierte hinter sich, McCain 100. Für eine Nominierung auf dem Parteitag Anfang August sind 1034 Delegierte nötig. George Bush zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. Damit sei er einem Sieg bei der Nominierung einen Schritt näher gekommen.

Bush hatte nach seinen Niederlagen in den Bundesstaaten Michigan und Arizona einen Sieg dringend gebraucht und deshalb in Virginia einen massiven Wahlkampf betrieben. McCain hatte sich dagegen erst spät auf Virginia konzentriert. Der Partei-Außenseiter hatte in Virginia die dort ansässige ultrakonservative Christliche Koalition des Evangelisten Pat Robertson scharf angegriffen und ihr Intoleranz vorgeworfen. Robertson unterstützt im Wahlkampf Bush.

Bush, derzeit Gouverneur von Texas, sagte vor seinen jubelnden Anhängern in Cincinnati, das Ergebnis zeige, dass er den richtigen Wahlkampf führe. Mit Verweis auf US-Präsident Bill Clinton und Vizepräsident Al Gore, der sich bei den Demokraten um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat bemüht, sagte Bush, er sei einen Schritt weiter, um für einen Machtwechsel in der Hauptstadt Washington zu sorgen. McCain gratulierte Bush am Dienstagabend telefonisch zu seinem Sieg.

Bush hatte zuvor die Delegierten in Iowa, Delaware und South Carolina gewonnen, McCain in New Hampshire, Arizona und Michigan. Am kommenden Dienstag bestimmen große Bundesstaaten wie Kalifornien und New York ihre Delegierten für die Nominierungsparteitage im Sommer. Gore meinte am Dienstagabend: "Kalifornien entscheidet über die demokratische Nominierung."

McCain versuchte, vor allem seine knappe Niederlage im konservativen Virginia, wo er neun Prozentpunkte hinter Bush lag, als Sieg zu verkaufen. "Nächste Woche in Kalifornien werden wir für die größte politische Überraschung der neueren US-Geschichte sorgen!", sagte der Senator.

McCain hatte in Virgina prominente Führer der christlichen Rechten innerhalb seiner Partei wie Pat Robertson und Jerry Falwell heftig attackiert. Seinem Rivalen Bush hatte er vorgeworfen, anti-katholische Vorurteile zu schüren. Beides war als Werben um moderate Republikaner und Wähler der Mitte im Vorgriff auf die "Super-Dienstag"-Entscheidungen gewertet worden.

Unterdessen berichtet die "Washington Post" auf ihrer Webseite, dass Bradley von mehreren engen Mitarbeitern gedrängt worden sei, aus dem Rennen vor dem nächsten Dienstag auszusteigen. An diesem "Super- Dienstag" entscheiden die Wähler in zwölf Bundesstaaten, darunter auch die bevölkerungsreichen Bundesstaaten Kalifornien und New York. Bradleys Berater befürchten, dass er in keinem Staat gewinnen wird. Bradley lehne einen vorzeitigen Ausstieg aber ab, hieß es in dem Bericht.

Nach jüngsten Umfrageergebnissen hat McCain landesweit große Sympathiewerte. 60 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten von McCain einen positiven Eindruck. Von Bush hatten nur 49 Prozent einen positiven Eindruck. Unter Republikanern führt Bush aber mit 57 zu 33 Prozent klar.

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