Politik : In Ghana siegt Kandidat der Opposition

Accra - In Ghana hat der Oppositionskandidat John Atta-Mills die Präsidentenwahl gewonnen. Der Vorsitzende der Wahlkommission, Kwado Afari-Gyan, erklärte Atta-Mills vom Nationalen Demokratischen Kongress (NDC) am Samstag zum Sieger der Stichwahl. Atta-Mills’ Anhänger feierten den Sieg ihres Kandidaten auf den Straßen der Hauptstadt Accra. Der 64-Jährige erhielt demnach 50,23 Prozent der Stimmen, sein Rivale Nana Akufo-Addo von der bislang regierenden Neuen Patriotischen Partei (NPP) kam auf 49,77 Prozent der Stimmen. Akufo-Addo hatte den ersten Durchgang der Wahl am 7. Dezember noch für sich entschieden, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Bei der zeitgleich abgehaltenen Parlamentswahl siegte dagegen Atta-Mills’ NDC. Mit 114 Mandaten stellt die NDC die stärkste Fraktion im Parlament. Die NPP entsendet 107 Abgeordnete.

Der Jurist Atta-Mills folgt im Präsidentenamt auf John Kufuor, der seit 2001 an der Spitze der westafrikanischen Republik stand und nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren durfte. Die Amtsübergabe ist für den 7. Januar vorgesehen. Atta-Mills war bereits bei den beiden Wahlen zuvor für das Präsidentenamt erfolglos gegen Kufuor angetreten. Von 1997 bis 2000 war er Vizepräsident unter dem damaligen Staatschef Jerry Rawlings. „Ein Sieg der Oppositionspartei ist ein Sieg der Demokratie“, sagte NDC-Vertreter Sekou Nkrumah. Nach acht Jahren sei die NDC zurück an der Macht, „um ein besseres Ghana aufzubauen“. Die mit weißen T-Shirts bekleideten Anhänger Atta-Mills’ feierten den Sieg ihres Kandidaten auf den Straßen von Accra mit Hupkonzerten.

Der Urnengang in Ghana galt als wichtiger Prüfstein für die Demokratie in der ehemaligen britischen Kolonie. Auf einem Kontinent, wo Wahlen wie zuletzt in Simbabwe und Kenia oft eine Gewalt spirale nach sich ziehen, galt Ghana in den vergangenen Jahren als ein rühmliches Gegenbeispiel. Nachdem Anfang Dezember die erste Runde nach Einschätzung internationaler Beobachter friedlich und transparent verlaufen war, hatten beide Kandidaten vor der Stichwahl allerdings harsche Manipulationsvorwürfe gegen den politischen Gegner erhoben. Nach Ansicht der Wahlkommission gab es jedoch nicht genügend Hinweise, um die Wahl für ungültig zu erklären. AFP

GroKo, Jamaika oder Minderheitsregierung? Erfahren Sie, wie es weitergeht - jetzt gratis Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar