• In Harvard läuft unter 30 000 Dollar gar nichts - Studiengebühren im internationalen Vergleich

Politik : In Harvard läuft unter 30 000 Dollar gar nichts - Studiengebühren im internationalen Vergleich

Studiengebühren sind in vielen Ländern die Regel. In den USA sind sie ein wesentlicher Faktor der Hochschulfinanzierung. Denn viele Universitäten sind privat finanziert, aber auch an den staatlichen Unis werden Studiengebühren verlangt. Die Höhe der Gebühren richtet sich in erster Linie nach den wirtschaftlichen Bedingungen der jeweiligen Hochschule und ihrem Ansehen. Begabte Studenten aus armen Familien bekommen Stipendien. Die höchsten Gebühren um 30 000 Dollar im Jahr erheben Pres-tige-Universitäten wie Harvard, Yale und Stanford. Andere Universitäten verlangen von ihren Studenten zwischen 7000 und 15 000 Dollar. Die Gebühren decken sowohl die Kosten für die Lehrveranstaltungen als auch für Wohnen und Verpflegung. Damit die Kinder einmal studieren können, schließen die amerikanischen Familien rechtzeitig Lebensversicherungen ab, oder die Studenten müssen sich über Darlehen verschulden.

In Großbritannien hat die Labour-Regierung Studiengebühren in Höhe von 1000 Pfund, umgerechnet 2800 Mark, im Studienjahr eingeführt, weil anders bei wachsenden Studentenzahlen und zurückgehenden Finanzierungsmöglichkeiten des Staates die Bildungsexpansion nicht mehr zu bezahlen wäre. Wer aus Familien kommt, die weniger als 23 000 Pfund im Jahr verdienen, soll von Studiengebühren und Darlehenskosten für den Lebensunterhalt während der Studienzeit befreit werden. Studenten, die ein Darlehen aufnehmen müssen, werden zur Rückzahlung erst verpflichtet, wenn sie als Berufstätige mindestens 10 000 Pfund im Jahr verdienen.

Australien hatte einst als Vorbild gegolten, wenn es darum geht, ein sozialverträgliches Finanzierungsmodell für Deutschland zu entwickeln. Denn die Labour-Regierung in Australien hatte im Jahr 1989 eine einheitliche Studiengebühr in Höhe von 2450 australischen Dollar im Studienjahr verlangt - das entspricht etwa 2950 Mark. Den Studenten, die die Gebühr nicht sofort aufbringen konnten, gewährte die Regierung einen zinsfreien Kredit, der zusammen mit der Einkommensteuer in Raten zurückgezahlt werden muss, sobald das Jahreseinkommen des fertigen Akademikers im Beruf umgerechnet 33 000 Mark übersteigt. Die konservative Nachfolgeregierung hat die Gebühren inzwischen erhöht. Und das in einer Weise, die für viele Studenten zum Problem wird. Die Hochschulen berechnen die Kosten pro Studiengang vorwiegend nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, entsprechend den unterschiedlichen Kosten pro Studiengang. Künftige Mathematiker, Computerfachleute oder Ingenieure müssen umgerechnet 5640 Mark aufwenden, spätere Mediziner 6600 Mark. Die geringsten Gebühren zahlen die Geisteswissenschaftler mit 3960 Mark. U. S.

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