In jedem Bezirk ein Standort : Hamburg plant sieben Containerdörfer für Flüchtlinge

Immer mehr Flüchtlinge strömen nach Deutschland. In Hamburg sollen jetzt sieben Containerdörfer für bis zu 20.000 Menschen errichtet werden.

Zelte und Container stehen bereits in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Nähe des Stadions des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV.
Zelte und Container stehen bereits in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Nähe des Stadions des...Foto: dpa

Hamburgs Innenbehörde will in den kommenden Wochen bis zu sieben Containerdörfer für rund 20.000 Flüchtlinge errichten. Geplant sei in jedem Bezirk ein Standort für bis zu 3000 Schutzsuchende, sagte Innensenator Michael Neumann (SPD) am Donnerstag dem NDR-Hörfunk. "Ziel ist, dass wir Container in den nächsten Wochen aufbauen, damit zum Herbst hin die Anlagen komplett fertig sind." Seine Behörde habe bereits weitere Container für rund vier Millionen Euro geordert.

Einen von der CDU geforderten Koordinator zur Verteilung der Menschen lehnte Neumann ab. "Man muss sich immer vor Augen halten, dass wir vor einem Jahr gesagt haben, wir müssen jeden Monat 400 Flüchtlinge unterbringen. Heute sind wir bereits bei 300 jeden Tag. Und da hilft ein weiterer Beamtenjob auch nicht."

Am Wochenende hatte die geplante Erweiterung der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Nähe des Hamburger Volksparkstadions Wirbel ausgelöst. Der Hamburger Sportverein (HSV) wehrt sich gegen Vorwürfe, er lehne eine solche Erweiterung ab. Das "Hamburger Abendblatt" hatte berichtet, der Bundesligist habe die Unterbringung zusätzlicher Flüchtlinge auf einem Stadionparkplatz untersagt. Der HSV betonte dagegen, es gehe nicht um die Frage, "ob weitere Flächen zur Verfügung gestellt werden, sondern wo". Dies müsse im Einklang mit dem Spielbetrieb gestaltet werden.

Hintergrund der Debatte ist der Engpass bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Im ersten Halbjahr haben sich in Hamburg mehr als 12.500 Flüchtlinge in der Zentralen Erstaufnahme gemeldet und einen Asylantrag gestellt. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2014.
Auf seiner Internetseite erklärte der HSV, er sei derzeit in engem Austausch mit der Stadt, um die Ausweitung der Flüchtlingsunterkünfte in und am Volkspark zu prüfen. In der Stellungnahme zitiert der Bundesligist Hamburgs Neumann mit den Worten: "Der HSV hat sich zuletzt und auch in dieser Frage absolut kooperativ verhalten. Die zu klärende Frage ist lediglich, wie wir die Ausweitung der Unterkünfte bestmöglich mit dem Spielbetrieb des HSV in Einklang bringen können. Wir sind hierzu in einem positiven und konstruktiven Austausch." (dpa)



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