Politik : In Malawi droht Millionen der Hungertod

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Blantyre/Rom/Berlin Die Regierung des ostafrikanischen Staates Malawi hat am Wochenende wegen akuter Lebensmittelknappheit den Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Fünf Millionen Menschen seien in dem Land vom Hunger bedroht. Präsident Binguwa Mutharika sagte in einer Fernsehansprache, die lang anhaltende Dürre habe die Produktion des Grundnahrungsmittels Mais völlig einbrechen lassen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hatte die Staatengemeinschaft schon vor Monaten um Spenden von 73 Millionen Euro für Malawi gebeten. Bisher ist nur etwas mehr als ein Viertel des benötigten Geldes eingegangen.

Papst Benedikt XVI. nannte den Hunger in der Welt einen der größten „Skandale der Menschheit“. Zum UN-Welternährungstag am Sonntag betonte er die Notwendigkeit weiterer internationaler Anstrengungen. „Hunger und Unterernährung zählen leider noch immer zu den schwersten Skandalen, die noch heute das Leben der Menschheitsfamilie plagen“, schrieb er der UN- Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in Rom. Die FAO, die maßgeblich den Hunger bekämpft, feiert ihr 60-jähriges Bestehen.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) rief dazu auf, die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern zu stärken. „Es ist ein Skandal, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts 850 Millionen Menschen Hunger leiden.“ Mit der Entwicklung der Landwirtschaft würden Beschäftigung und Einkommen für 70 bis 80 Prozent der Ärmsten geschaffen. Betroffene Regierungen müssten diese Hebel stärker nutzen. Zugleich müssten die reichen Länder ihre Subventionen für Agrarexporte deutlich abbauen. dpa

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