Politik : Indien: Basmati-Krieg

Kerstin Kohlenberg

Die Franzosen haben es mit ihrem Champagner ganz schön geschickt angestellt. Sie haben seinen geographischen Ursprungsort schützen lassen. Damit ist die Verwendung der Bezeichnung Champagner auf Schaumweine aus der Region Champagne begrenzt. Die Inder haben genau dies mit ihrem Basmati-Reis versäumt, und so konnte die amerikanische Firma Rice Tec, im Besitz des Fürsten von Lichtenstein, Reis als American-Basmati verkaufen. Aber nicht nur das. 1997 hat Rice Tec auch das erste Patent auf eine von ihr gezüchtete sogenannten Basmati-Sorten angemeldet. Bis Anfang des Jahres waren es bereits 16. In Indien dagegen ist ein Patent auf Pflanzen nicht möglich.

Den einzigen Schutz, den es für Agra-Produkte gibt, ist eine geographische Herkunftsangabe. Der Schutz gilt jedoch nur national. Das heißt, nur in einer indischen Region darf Basmati-Reis angebaut werden. In keiner anderen. Allein Spirituosen und Wein sind seit 1995 durch das Trips-Abkommen der Welthandelsorganisation internationale geschützt. Champagner eben. Diesen Schutz auch auf Agrar-Produkte auszudehnen, bemühen sich Schweiz, EU und Indien. Damit wäre es anderen Ländern zumindest verboten, ein Produkt unter dem Namen Basmati zu verkaufen. Ein Patent allerdings könnte nur dann dauerhaft verhindert werden, wenn weltweit kein "Patent auf Leben" erlaubt wäre. Indien hat nun aber doch das Basmati-Patent erfolgreich angefochten. 13 der 16 Patente sind für ungültig erklärt worden. Es konnte nachgewiesen werden, dass es diese Sorten schon lange in Indien gibt. Der Basmati-Reis, der in den USA wächst und verkauft wird, ist oft eine Kreuzung mit amerikanischem Reis, da der Original-Basmati dort schlecht wächst. Der internationale Schutz des Namens eines Nahrungsmittels würde also auch der Qualität dienen. Die USA und Australien wehren sich jedoch gegen eine solche Einschränkung.

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