Indien : Erste Urteile zu Bombay-Anschlägen von 1993

Nach einem jahrelangen Mammutprozess zu den Bombenanschlägen in Bombay aus dem Jahr 1993 hat ein Gericht in der indischen Wirtschaftsmetropole die ersten Urteile gefällt. Demnach wird eine Moslemgruppe für die 257 Toten verantwortlich gemacht.

Bombay - Drei Brüder des flüchtigen mutmaßlichen Drahtziehers Tiger Memon wurden nach dem indischen Anti-Terror-Gesetz schuldig gesprochen, zu den Anschlägen mit 257 Toten angestiftet zu haben. Sie zählten jedoch dem Gericht zufolge nicht zu den Bombenlegern. Auch die Frau eines der Brüder wurde schuldig gesprochen. Wann die Strafmaße festgelegt werden, war zunächst noch unklar. Die Bombenleger, die in den kommen Tagen ihr Urteil erwarten, müssen mit der Todesstrafe rechnen.

Insgesamt waren am Dienstag 123 Angeklagte vor Gericht geladen. Die Verkündung der Urteile dürfte sich noch Wochen hinziehen. Die Anschläge im März 1993 richteten sich gegen die Börse, den Sitz der Fluglinie Air India und ein Handelszentrum. Als Drahtzieher wurden militante Islamisten vermutet. Rund 30 Verdächtige sind noch auf der Flucht.

Im Juli 2006 war Bombay erneut Ziel eines schweren Anschlags. Damals starben 183 Menschen bei der Explosion von Sprengsätzen an Bahnhöfen und in Vorortzügen. Nach Ansicht der Behörden tragen die Attentate die Handschrift der extremistischen Moslemorganisation Lashkar-e-Taiba. (tso/AFP)

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