Politik : Indien hofft bei Besuch Bushs auf Nuklearabkommen

Christine Möllhoff

Neu-Delhi - Erstmals seit seinem Amtsantritt reist US-Präsident George W. Bush an diesem Mittwoch nach Indien. In den indischen Medien ist von einem „historischen Moment“ die Rede. Der US-Präsident will Indien gleich mit einer ganze Reihe von Initiativen enger an die USA binden. Doch ausgerechnet bei der wichtigsten, dem geplanten Atomabkommen, hakt es noch gewaltig.

Vollmundig hatte Bush Indiens Regierungschef Manmohan Singh bei seinem USA-Besuch 2005 zugesagt, Amerika werde Indien künftig zivile Atomtechnik liefern. Die USA wollen damit ihren Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen und die globale Abhängigkeit vom Öl mindern. Indien hofft auf Technologie und Uran, um seinen rasant wachsenden Energiehunger zu stillen. Doch der Atomdeal ist heikel: Seit den indischen Atomwaffentests 1998 liefert kein Staat mehr Atomtechnologie oder Nuklearmaterial an Indien. Die USA würden den Bann brechen – obwohl Indien bis heute den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen nicht unterzeichnet hat. Der US-Kongress muss erst das seit 30 Jahren bestehende nukleare Handelsverbot mit Indien aufheben. Um den Segen des Kongresses zu bekommen, pocht Bush darauf, dass Indien sein militärisches Programm von den zivilen Reaktoren trennt und letztere unter internationale Kontrolle stellt. Das ist in Indien aber umstritten.

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