Indien : Militante Guerillas ermorden mehr als 50 Dorfbewohner

Im Nordosten Indiens kämpfen militante Gruppen für mehr Autonomie. Nun erschossen die Aufständischen mehr als 50 Dorfbewohner.

Die Zahl der von Aufständischen getöteten Dorfbewohner im Nordosten Indiens ist laut Medienberichten auf mehr als 50 gestiegen. Die Angreifer seien in fünf koordinierten Attacken in Dörfer gestürmt und hätten die Menschen wahllos erschossen, berichteten die indischen Sender NDTV sowie CNN-IBN am Mittwoch unter Berufung auf die Polizei.

Die Beamten gehen demnach davon aus, dass die Täter zu einer Gruppe militanter Bodo gehören. Teile dieser Volksgruppe kämpfen im Bundesstaat Assam für mehr Selbstverwaltung oder einen eigenen Staat. Verdächtigt wird eine Fraktion namens Nationale Demokratische Front von Bodoland (NDFB), welche die Friedensgespräche der Regierung mit einigen Bodo-Gruppen ablehnt.

Indiens Präsident Pranab Mukherjee erklärte, „solche terroristischen und gewalttätigen Handlungen müssen mit starker Hand unterdrückt werden“. Innenminister Rajnath Singh war auf dem Weg nach Assam. Premierminister Narendra Modi bezeichnete das Töten im Kurznachrichtendienst Twitter als „feigen Akt“.

Die Toten seien Angehörige von Stammesvölkern, die in den Teeplantagen der Region arbeiteten, berichtete NDTV weiter. Attackiert worden seien am Dienstag Dörfer in den Distrikten Sonitpur und Kokrajhar, unweit der Grenze zu Bhutan. Die Angreifer kamen demnach in Armeeuniformen und mit Sturmgewehren, rissen die Türen der Strohhütten auf und begannen zu schießen. Einige Bewohner, darunter viele Frauen, seien auch aus den Hütten gezerrt und aus nächster Nähe erschossen worden.

Die Polizei geht laut der indischen Nachrichtenagentur IANS davon aus, dass die Aufständischen einen Vergeltungsschlag durchführten. Die Sicherheitskräfte waren jüngst verstärkt gegen die Guerilla-Kämpfer vorgegangen. Die Zeitung „Times of India“ berichtete, die Aufständischen könnten die Dorfbewohner verdächtigt haben, Informationen über ihre Verstecke an die Sicherheitskräfte weitergegeben zu haben. dpa

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