Indien : Mindestens 80 Tote bei Anschlag

In Jaipur, im Norden Indiens, sind innerhalb kürzester Zeit mehrere Bomben explodiert. Medien sprechen unter Berufung auf indische Behörden von mindestens 80 Toten und 150 Verletzten. Die Gegend gilt als beliebtes Urlaubsziel.

Jaipur
Die Sandale eine Opfers am Anschlagsort in Jaipur. -Foto: AFP

JaipurBei einer Anschlagsserie in der indischen Touristenstadt Jaipur sind nach offiziellen Angaben mindestens 80 Menschen getötet und 150 weitere verletzt worden. Nach Polizeiangaben explodierten am Dienstag innerhalb weniger Minuten mindestens sieben Bomben auf belebten Märkten und in der Nähe eines Hindu-Tempels in der Stadt im Nordwesten des Landes. Die Behörden gingen von einem terroristischen Hintergrund aus. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden und werde verhört, sagte der Innenminister des Bundesstaates Rajasthan, Gulab Chand Kataria. Die USA und Großbritannien verurteilten die Tat.

"Es war ein Terrorangriff", sagte der Generaldirektor der Polizei, Amjorot Singh Gill. Die Täter hätten Verbindungen ins Ausland, sagte der stellvertretende Innenminister, Shriprakash Jaiswal, ohne weitere Angaben zu machen. Aus Angst vor weiteren Explosionen sperrte die Polizei die Anschlagsorte ab. Fernsehsender zeigten Bilder von einer Straße mit Blutlachen, umhergeschleuderten Fahrrädern und Rikschas in der Nähe des Tempels. Nach Angaben indischer Medien wurde vor dem Tempel auch ein zehnjähriger Junge getötet.

"Rosa Stadt" ist beliebtes Reiseziel

Indiens Premierminister Manmohan Singh verurteilte die Tat und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Behörden riegelten die Grenzen von Rajasthan ab und lösten für den Bundesstaat und benachbarte Gebiete die höchste Alarmstufe aus. Im Rest des Landes, besonders in der Hauptstadt Neu Delhi sowie der Finanzmetropole Bombay, wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Jaipur hat mehr als zwei Millionen Einwohner und befindet sich rund 260 Kilometer von Neu Delhi entfernt. Die Hauptstadt des Wüstenstaates Rajasthan gehört zu den beliebtesten Reisezielen ausländischer Touristen. Sie ist wegen der vorherrschenden Gebäudefarben ocker und rosa auch als "rosa Stadt" bekannt.

Muslimische Extremisten unter Verdacht

Die US-Regierung zeigte sich empört. Nach bisherigem Informationsstand sei das Ziel der Attacke gewesen, Unschuldige zu töten und das "verurteilen wir sehr deutlich", sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington. Auch Großbritanniens Außenminister David Milliband verurteilte die Tat.

Indien wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Bombenanschlägen erschüttert. Im August 2007 kamen bei einer Anschlagsserie in der südindischen Millionenstadt Hyderabad 43 Menschen ums Leben. Im vergangenen November wurden bei mehreren nahezu zeitgleich verübten Bombenanschlägen auf Gerichtsgebäude in drei nordindischen Städten mindestens 13 Menschen getötet. Die Behörden lasten die Anschläge muslimischen Extremisten aus der umkämpften Kaschmir-Region an. (ck/AFP)

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