Indien : Mumbai-Angreifer zum Tode verurteilt

Der einzig überlebende Angreifer der Terrorserie von Mumbai ist am Donnerstag zum Tode verurteilt worden. Eineinhalb Jahre nach den verheerenden Angriffen in der westindischen Finanzmetropole folgte das Sondergericht damit der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung hatte in dem Verfahren gegen den 22 Jahre alten Pakistaner Ajmal Kasab angesichts der Jugend des Terroristen um Milde gebeten.

Staatsanwalt Ujjwal Nikam sagte, Kasab sei in vier Anklagepunkten - darunter Mord und "Kriegsführung gegen Indien" - zum Tode verurteilt worden. In fünf weiteren Punkten habe das Gericht lebenslange Haft verhängt. Die Verhängung der Todesstrafe wird automatisch vom Obersten Gericht Mumbais (früher Bombay) überprüft. Sollte auch dieses Gericht das Strafmaß bestätigen, kann Kasab beim indischen Verfassungsgericht Berufung einlegen.

Das Verfahren gegen Kasab war einer der schnellsten Terrorprozesse in Indien. Die Todesstrafe wird in Indien selten verhängt. Berufungsverfahren dauern in der Regel mehrere Jahre. Derzeit warten mehr als 50 Verurteilte in indischen Gefängnissen auf ihre Hinrichtung oder auf eine Begnadigung durch Präsidentin Pratibha Patil. Die letzte Hinrichtung in Indien war im Jahr 2004.

Bereits am Montag hatte das Gericht Kasab schuldig gesprochen. Kasab wurde vorgeworfen, Ende November 2008 zusammen mit neun weiteren Kämpfern der radikal-islamischen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) in Luxushotels und anderen Gebäuden in Mumbai 166 Menschen getötet zu haben. Unter den 26 ausländischen Opfern waren drei Deutsche. Außerdem starben neun der zehn Terroristen.

Die Anschläge von Mumbai belasten die Beziehungen zwischen den südasiatischen Atommächten Indien und Pakistan bis heute. Indien setzte danach die Friedensgespräche mit dem Nachbarland aus. (dpa)

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