Indonesien : Amtsinhaber Yudhoyono führt bei Präsidentenwahl

Die Prognosen sprechen eine eindeutige Sprache: Im Land mit der größten islamischen Bevölkerung der Welt ist der Präsident Susilo Bambang Yudhoyono ist auf dem bestem Weg zu einer zweiten Amtszeit.

DjakartaSusilo Bambang Yudhoyono (59) liegt einer Prognose des Instituts ISI weit vor seinen Mitbewerbern Megawati Sukarnoputri und Jusuf Kalla. Er könnte demnach auf mehr als 60 Prozent der Stimmen kommen, was eine Stichwahl um das Präsidentenamt überflüssig machen würde. Die frühere Präsidentin Megawati Sukarnoputri kam nach der Prognose des Umfrageinstituts ISI auf 26,6, Prozent, Yudhoyonos Vize Kalla nur auf 12,6 Prozent. Die Ergebnisse kamen aus 2.300 der fast 500.000 Wahllokale.

"Ich danke dem Allmächtigen und den Bürgern Indonesiens, die gewählt haben", sagte Yudhoyono, kurz SBY genannt. "Auch wenn die Schnellzählungen der Umfrageinstitute nahelegen, dass wir erfolgreich waren, warten wir doch auf die Ergebnisse der Wahlkommission." Das amtliche Endergebnis kommt erst am 25. Juli.

Der Ex-General Yudhoyono gilt als entschlossener Kämpfer gegen die Korruption und hat Indonesien bisher relativ unbeschadet durch die Weltwirtschaftskrise gesteuert. Unter den Armen wurde er besonders durch ein Programm populär, das Geld an besonders Bedürftige verteilt. Er trat mit dem bisherigen Zentralbankgouverneur Boediono als Kandidat für das Vizepräsidentenamt an. Sollte Yudhoyono die Wiederwahl gelingen, wird er vermutlich seine Reformpolitik und die Demokratisierung vorantreiben. Damit könnte die größte Wirtschaftsmacht in Südostasien das dringend benötigte ausländische Kapital anlocken.

SBYs erst 2001 gegründete Demokratische Partei hatte ihren Stimmanteil bereits bei den Parlamentswahlen im April auf gut 20 Prozent verdreifacht. Sie wurde damit die größte Partei im Land.

Indonesien ist an der Bevölkerung gemessen das viertgrößte Land der Welt. 176 Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Sicherheitskräfte hatten 240.000 Polizisten aufgeboten. Die Wähler konnten ihre Stimmen in mehr als einer halben Million Wahllokalen abgeben. Die Stimmabgabe verlief ohne Zwischenfälle.

ZEIT ONLINE, cl, Reuters, dpa

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