Politik : Indonesien: Druck auf Wahid wächst

Der unter Korruptionsverdacht stehende indonesische Präsident Abdurrahman Wahid ist am Dienstag weiter unter Druck geraten. Eine parlamentarische Kommission kam in einem Untersuchungsbericht zu dem Ergebnis, dass Wahid wahrscheinlich eine Rolle bei der Affäre um eine Millionenspende des Sultans von Brunei gespielt hat. Zudem habe er in einer anderen Finanz-Affäre eine Falschaussage gemacht.

Am Montag waren in der Hauptstadt Jakarta Tausende Demonstranten auf die Straße gegangen und hatten den Rücktritt Wahids gefordert. Wahid lehnte dies jedoch ab. Ihm wird vorgeworfen, an den offiziellen Regierungskontakten vorbei eine Spende des Sultans von Brunei in Höhe von zwei Millionen Dollar für die Unruheprovinz Aceh entgegengenommen zu haben. Außerdem sollen Vertraute Wahids bei der nationalen Lebensmittelbehörde rund vier Millionen Dollar abgezweigt haben.

Verteidigungsminister Mohammad Mahfud warnte unterdessen erneut vor einem Militärputsch in Indonesien. Politisches Chaos und Anarchie könnten dazu führen, dass die Streitkräfte die Macht übernehmen. Falls die Armee zu dem Ergebniss komme, dass die Politiker nicht in der Lage seien, das Land zu führen, könnte es zu einer "einseitigen Aktion" des Militärs kommen, sagte er. Dies wäre ein Rückschlag für die Reformpolitik. Wahid ist seit Oktober 1999 der erste demokratisch gewählte Präsident Indonesiens, geriet jedoch wegen der schleppenden Umsetzung von Reformen in die Kritik.

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