• Indonesien lehnt internationale Friedenstruppe ab und will die Ordnung selber wieder herstellen

Politik : Indonesien lehnt internationale Friedenstruppe ab und will die Ordnung selber wieder herstellen

Das Morden in Ost-Timor nimmt kein Ende: Mehrere Caritas-Mitarbeiter, der Vater des Unabhängigkeitskämpfers Jose Alexandre Gusmao, sowie zahlreiche Zivilisten wurden getötet. Die UN begannen damit, Flüchtlinge aus der von bewaffneten Milizen terrorisierten Hauptstadt Dili zu evakuieren.

Die indonesische Regierung bekräftigte unterdessen ihre ablehnende Haltung zur Entsendung einer internationalen Friedenstruppe. Nach Gesprächen von UN-Gesandten mit dem indonesischen Präsidenten Habibie sagte Außenminister Ali Alatas, seine Regierung sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt entschlossen, selbst für die Sicherheit in Ost-Timor zu sorgen. "Die indonesische Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um mit den Mitteln des vor zwei Tagen erklärten Kriegsrechts den Frieden und die Ordnung in Ost-Timor wiederherzustellen", sagte Alatas. Die frühere Kolonialmacht Portugal sprach sich dafür aus, internationale Truppen notfalls auch ohne Zustimmung Jakartas in die Region zu entsenden. Das US-Verteidigungsministerium kündigte an, amerikanische Soldaten würden sich nicht an einer Friedenstruppe beteiligen. Die EU mahnte Indonesien, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Entsendung internationaler Truppen nach Ost-Timor zu autorisieren.

Auch von deutscher Seite wächst der Druck auf Indonesien. Sowohl Bundesaußenminister Joschka Fischer als auch die Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul warnten Indonesien vor Sanktionen. Fischer betonte die Notwendigkeit der Entsendung einer internationalen Friedenstruppe nach Ost-Timor für den Fall, dass die indonesische Regierung nicht augenblicklich die Sicherheit der Bevölkerung von Ost-Timor gewährleiste. Wieczorek-Zeul sagte in Berlin: "Die Weltgemeinschaft darf dem Morden und der Vertreibung nicht zusehen". Es sei eine Frage der Glaubwürdigkeit, dass nicht nur eingegriffen werde, wo es räumliche Nähe gebe, wie im Kosovo.

0 Kommentare

Neuester Kommentar