Politik : Indonesien: Nächster Versuch

Mit Megawati Sukarnoputri hat der Volkskongress so etwas wie ein Überraschungsei an die Spitze des Landes gewählt - niemand weiß, was in ihr steckt. Ihre größte Leistung war immer noch, als Chefin der unter dem Diktator Suharto geduldeten PDI-Partei überraschend abgesetzt worden zu sein. Das hat ihr den Ruf einer Regimegegnerin eingebracht. Anders als ihr Vorgänger Wahid gilt sie dennoch nicht als schillernde Persönlichkeit. Weshalb sie trotzdem bei ihren öffentlichen Auftritten Massen entfesselt, bleibt vielen ein Rätsel, es hat aber auch mit ihrer Herkunft zu tun. Die 54-Jährige ist Tochter des legendären Republikgründers und ersten Präsidenten Indonesiens Sukarno. Sein Glanz strahlt noch heute auf Megawati ab. In ihren zwei Jahren als Vizepräsidentin hat sie keine weiteren politischen Meriten erworben. Gleichwohl hätte sie schon früher in das höchste Amt gelangen können, hätten die Moslemparteien sie gelassen: Bei den Wahlen 1999 war ihre Partei die stärkste.

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