Indonesien : Terroristenchef angeblich von Polizei getötet

Einer der meistgesuchten Terroristen Südostasiens ist offenbar tot: Laut Medienberichten hat die Polizei bei einer Razzia den Islamisten Noordin Mohammed Top erschossen

Die Leiche Noordins wurde am Morgen in einem Haus im Bezirk Temnaggung in Zentral-Java gefunden, wie der indonesische Fernsehsender Channel One unter Berufung auf Polizeikreise berichtete. Hier hatte sich Noordin seit Freitagabend mit drei Gesinnungsgenossen verschanzt. Mehr als 100 schwer bewaffnete Polizisten einer Anti-Terror-Einheit hätten das Haus schließlich gestürmt.

Eine offizielle Bestätigung für den Tod Noordins gab es zunächst aber noch nicht. Der malaysische Staatsbürger gilt als Anwerber und Geldbeschaffer der Terrororganisation Jemaah Islamiyah. Sie wird für den 2002 verübten Bombenanschlag auf einen Nachtclub auf der Ferien-Insel Bali verantwortlich gemacht. Damals starben mehr als 200 Menschen, die meisten von ihnen Touristen.

Noordin selbst soll auch hinter den Terroranschlägen auf zwei Luxushotels in der indonesischen Hauptstadt Jakarta stecken, bei denen vor drei Wochen neun Menschen starben und mehr als 50 weitere verletzt wurden. Außerdem werden ihm weitere Attentate auf ein Hotel und die australische Botschaft zur Last gelegt, bei denen 2003 und 2004 insgesamt 23 Menschen ums Leben kamen.

Bei einem weiteren Anti-Terror-Einsatz in einem Vorort Jakartas hat die Polizei zwei mutmaßliche Extremisten getötet, wie die indonesischen Behörden mitteilten. Die Sicherheitskräfte hätten bei der Durchsuchung eines Hauses außerdem einen 100-Kilogramm-Bombe und weiteren Sprengstoff sichergestellt. Indonesische Medien spekulierten, dass die Extremisten möglicherweise einen Anschlag auf den Präsidentenpalast planten.
 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, rf

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