Politik : Indonesisches Gericht spricht Offiziere frei Menschenrechtler kritisieren Urteil

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Jakarta (dpa/mkb). Ein indonesisches Sondergericht hat sechs Sicherheitsoffiziere von der Beteiligung an den Massakern in Osttimor 1999 freigesprochen und damit scharfe Kritik von Menschenrechtlern ausgelöst. Dem früheren Polizeichef der Inselhälfte, Timbul Silaen und den anderen Angeklagten sei keine Verantwortung für die Gräueltaten nachzuweisen gewesen, hieß es vom Menschenrechts-Tribunal in Jakarta am Donnerstag. Die Staatsanwälte hatten für Silaen zehn Jahre und sechs Monate Gefängnis gefordert. Die freigesprochenen Soldaten waren in Suai stationiert, wo bei einem Massaker in einer Kirche mehrere Dutzend Menschen starben. Eine Zeugin sagte aus, dass die Sicherheitskräfte tatenlos zugeschaut hätten, während Milizen mordeten.

Die Bevölkerung Osttimors hatte 1999 für die Loslösung von Indonesien votiert. Milizen überzogen daraufhin zusammen mit indonesischen Sicherheitskräften die Inselhälfte mit Gewalt, mehr als 1000 Menschen starben.

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