Politik : Industrie stellt sich hinter den BDI-Chef

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Berlin - Mehrere Wirtschaftsverbände haben am Montag dem Präsidenten des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, Rückendeckung gegeben. Von „voller Unterstützung“ und „vollem Vertrauen“ war beim Zentralverband der Elektroindustrie und beim Autoverband die Rede. Autopräsident Bernd Gottschalk warnte vor einer „Legendenbildung“, ferner solle sich „die Industrie nicht auseinander dividieren lassen“. Thumanns Kandidat für das Amt des BDI-Hauptgeschäftsführers, der CDU-Politiker Norbert Röttgen, hatte Ende der vergangenen Woche wegen Vorbehalten gegen die Doppelfunktion seine Kandidatur zurückgezogen. Vor allem Thumanns Vorgänger Michael Rogowski und Hans-Olaf Henkel hatten das gefordert und damit ihren Nachfolger, der Röttgen ausgewählt hatte, beschädigt.

„Es war von Anfang an klar, dass eine Doppelfunktion (Röttgens) nur für eine Übergangszeit vorgesehen war“, betonte nun Gottschalk. Der Autopräsident fungiert ebenso wie sein Kollege des Elektronikverbandes, Edward Krubasik, auch als BDI-Vize. Krubasik sagte am Montag, seine Branche bedauere die Entscheidung von Röttgen, „von dem geplanten Wechsel in den BDI Abstand zu nehmen“. Thumann muss nun bis spätestens Ende des Jahres einen neuen Nachfolger für den dann ausscheidenden BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg finden. Seine eigene Position als Präsident ist nicht gefährdet, aber geschwächt. So ist die von Thumann massiv forcierte Fusion der Spitzenverbände BDI und BDA (Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände) nun vermutlich schwieriger geworden. „Nach dem Theater ist das kaputt“, hieß es am Montag im BDI. Der größte Befürworter der Fusion ist der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, der größte Gegner der Verband der Maschinenbauer. Der mächtige Verband der Autoindustrie hält sich bislang bedeckt. alf

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