Informelles Treffen : Afghanistan-Konferenz ohne Iran

Eine internationale Afghanistan-Konferenz in der Nähe von Paris hat am Sonntag ohne Iran begonnen. Teheran sagte die Teilnahme nach Äußerungen von Sarkozy ab.

Paris/Kabul - Nach französischen Medienberichten sagte der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki seine Teilnahme an dem Treffen kurzfristig ab. Es sei auch kein anderer iranischer Vertreter erschienen, hieß es unter Berufung auf Teilnehmerkreise. Zwischen dem Iran und dem Gastgeber Frankreich war es in der vergangenen Woche zu erheblichen Spannungen gekommen. Die Zusammenkunft bei Paris sollte noch bis zum späten Sonntagabend andauern.

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nahm zeitweise an dem informellen Treffen von Vertretern der afghanischen Nachbarstaaten teil. Er machte sich jedoch bereits am Mittag wieder auf den Rückweg nach Deutschland, um am Konjunkturgipfel im Kanzleramt teilzunehmen. Zur Beteiligung des Iran an der Afghanistan-Konferenz wollte sich die deutsche Seite nicht äußern.

Hintergrund der Spannungen zwischen dem Iran und Frankreich sind negative Äußerungen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy über seinen iranischen Kollegen Mahmud Ahmadinedschad. Sarkozy hatte erklärt, dass er Ahmadinedschad wegen seiner Israel-Feindschaft weder die Hand reichen noch mit ihm an einem Tisch sitzen wolle. Der Iran drohte daraufhin mit „ernsten Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen“.

Ziel der Afghanistan-Konferenz im Schloss von La Celle-Saint-Cloud sollte nach Angaben von deutschen Diplomaten ein Impuls für eine verbesserte regionale Kooperation sein. Diese sei für die Befriedung Afghanistans unerlässlich. Zudem waren Beratungen über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Bekämpfung von Terrorismus und Drogenhandel geplant. Beschlüsse sollten nicht gefasst werden.

Bei Anschlägen und Gefechten wurden am Wochenende in Afghanistan drei kanadische Soldaten, neun Taliban-Kämpfer, drei Zivilisten und fünf Polizisten getötet. Zu den drei zivilen Opfern kam es, als eine US-Streife in der südlichen Provinz Urusgan von Aufständischen angegriffen wurde und das Feuer erwiderte, gab das US-Militär bekannt. Zwei Männer und eine Frau seien „möglicherweise infolge des Feuergefechts ums Leben gekommen“.

Die kanadischen Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf wurden nach Angaben des kanadischen Verteidigungsministeriums durch eine Sprengfalle in der südafghanischen Provinz Kandahar getötet. Seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan sind damit insgesamt 103 kanadische Soldaten ums Leben gekommen. dpa

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