Politik : Informierten Deutsche CIA über Zammar?

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Hamburg - Die Verschleppung des Deutsch-Syrers Mohammed Haydar Zammar durch die CIA wurde angeblich erst durch Informationen deutscher Sicherheitsbehörden möglich. Das berichtete „Der Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Dokumente von CIA, FBI und Bundeskriminalamt (BKA).

Die CIA fragte demnach erstmals sieben Wochen nach den Anschlägen vom 11. September 2001, am 29. Oktober, in Deutschland nach, was das BKA „über das Umfeld und die Aktivitäten“ Zammars wisse. Am 20. November 2001 habe der FBI-Verbindungsbeamte im Frankfurter Konsulat eine erneute Anfrage an das BKA gerichtet. „Um eine gewisse Verwirrung bezüglich seiner Identität zu beseitigen“, zitiert das Magazin das FBI-Schreiben, bitte die CIA noch einmal, das BKA solle „insbesondere Hintergrundinformationen zu Zammar bereitstellen“. Auch habe die CIA gefragt, „aus welchem Grund das BKA annimmt, dass Zammar sich in Marokko befindet“. Sechs Tage später, am 26. November 2001, habe das BKA dem FBI offiziell mitgeteilt, es sei beobachtet worden, wie Zammar Ende Oktober nach Marokko ausgereist sei.

Laut Magazin informierten die deutschen Ermittler ihre US-Kollegen anschließend präzise über Zammars Reisepläne: Laut Flugticket werde er am 8. Dezember um 6 Uhr 45 mit der Airline KLM über Amsterdam nach Deutschland fliegen. „Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ist Zammar derzeit noch immer in Marokko und beabsichtigt, den gebuchten Rückflug anzutreten“, heiße es in dem BKA-Dossier.

Auf Initiative der CIA sei Zammar daraufhin am Morgen des 8. Dezember am Flughafen von Casablanca festgenommen und zwei Wochen später nach Syrien ausgeflogen worden. ddp

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