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Inhaftierte Oppositionsführerin : Ukraine will Timoschenko ausreisen lassen

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch ist offenbar dazu bereit, die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko ins Ausland reisen zu lassen.

Die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko könnte womöglich schon bald ins Ausland reisen.
Die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko könnte womöglich schon bald ins Ausland reisen.Foto: dpa

Die Ukraine hat erstmals Bereitschaft signalisiert, die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko ins Ausland reisen zu lassen. Im Parlament werde derzeit ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht, das er im Falle einer Annahme auch unterzeichnen werde, sagte Präsident Viktor Janukowitsch am Donnerstag in Donezk. Die Bundesregierung erneuerte daraufhin ihr Angebot, dass die an einem Bandscheibenleiden erkrankte Timoschenko in Deutschland behandelt werden könne.

"Wenn das Parlament das Gesetz annimmt, werde ich es natürlich unterzeichnen“, erklärte Janukowitsch. Der Präsident sucht nach Einschätzung von Beobachtern seit langem nach einer Möglichkeit, wie er ein politisches Comeback seiner Rivalin verhindern kann, ohne einen wichtigen Gipfel mit der EU Ende November zu gefährden.

Sorge um ukrainische Oppositionschefin Timoschenko
Timoschenko leidet unter einem Bandscheibenvorfall und soll von deutschen Ärzten behandelt werden. Die Ukraine will sie aber nicht aus dem Gefängnis lassen.Weitere Bilder anzeigen
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26.04.2012 21:13Timoschenko leidet unter einem Bandscheibenvorfall und soll von deutschen Ärzten behandelt werden. Die Ukraine will sie aber nicht...

Selbst wenn Timoschenko freikommen sollte, bliebe ihr eine Teilnahme an den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2015 verboten.

Die ehemalige Regierungschefin sitzt seit zwei Jahren in Haft. Sie war im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden, beteuert aber ihre Unschuld. Die EU sieht in ihrem Fall ein Symbol für die politisch motivierte Justiz in der Ukraine.

Die Inhaftierung Timoschenkos gilt als größtes Hindernis auf dem Weg zu dem geplanten Assoziierungsabkommen, das die Ukraine wirtschaftlich und wertepolitisch näher an die EU rücken soll. Das Vertragswerk soll Ende November auf dem Gipfel im litauischen Vilnius unterzeichnet werden.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte den Fall in der vergangenen Woche bei einem Besuch in Kiew mit Janukowitsch erörtert. Zudem kam er mit Timoschenkos Tochter Jewgenija zusammen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts erklärte am Donnerstag: „Unser Angebot zur Behandlung von Julia Timoschenko steht.“ Die Entwicklungen in der Ukraine würden sehr genau beobachtet.
Anfang dieses Monats hatten zwei Sondergesandte des EU-Parlaments bei Janukowitsch formell eine Begnadigung Timoschenkos beantragt.

Die europäischen Volksvertreter hatten Polens Ex-Regierungschef Aleksander Kwasniewski und den früheren EU-Parlamentspräsidenten Pat Cox mit einer Beobachtermission für die Ukraine beauftragt, in der die Inhaftierung der ehemaligen Ministerpräsidentin eine zentrale Rolle spielt. (AFP)

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