Politik : INLAND

Kurswechsel bei evangelischer Kirche im Verständnis von Familie

Berlin - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erweitert ihr Familienbild, das bisher an die Rechtsform der Ehe gekoppelt war. Die neue Denkschrift „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit“ definiert Familie als generationenübergreifende Partnerschaften, in denen Menschen langfristig Verantwortung füreinander übernehmen und verlässlich und verbindlich miteinander leben. Die Definition schließt auch homosexuelle und unverheiratete Paare ein. „Die Ehe ist eine gute Gabe Gottes, die aber, wie das Neue Testament zeigt, nicht als einzige Lebensform gelten kann“, heißt es in dem Papier. Der EKD-Vorsitzende Nikolaus Schneider sagte, das Dokument sei eine Orientierungshilfe und bewusst kein dogmatisches Lehrschreiben, da man der Vielfalt der familiären Lebenswelten nicht mit erhobenem Zeigefinger begegnen wolle. Nach wie vor werbe die EKD für die Ehe und die kirchliche Trauung. clk



Richter kippen Genehmigung für Zwischenlager Brunsbüttel

Schleswig - Neue Hürde für das geplante nationale Atommüll-Gesetz: Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hat die Genehmigung für das atomare Zwischenlager Brunsbüttel aufgehoben. Die Richter gaben der Klage eines Anwohners gegen das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz statt (Az.: 4 KS 3/08). Der Kläger hatte Gefahren durch mangelnden Schutz vor terroristischen Angriffen befürchtet. Brunsbüttel ist als einer von drei Standorten vorgesehen, die 26 Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung im Ausland aufnehmen sollen. Neben dem Zwischenlager im baden-württembergischen Philippsburg wird ein dritter Standort noch gesucht. Endgültig will die Politik darüber erst 2014 entscheiden. Sollte Brunsbüttel als Zwischenlager ausfallen, könnte der ganze Kompromiss hinfällig sein. Das Gericht sah mehrere Ermittlungs- und Bewertungsdefiziten der Genehmigungsbehörde. So habe es das Bundesamt versäumt, die Folgen eines Absturzes eines Airbus A380 auf das Zwischenlager zu ermitteln. dpa

Anklage im Göttinger Transplantationsskandal erhoben

Göttingen - Im Skandal um Organtransplantationen an der Göttinger Uni-Klinik hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Arzt erhoben. Dem früheren Chef der Transplantationschirurgie werde versuchter Totschlag in elf sowie Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Der Mediziner soll bei der Meldung von Daten seiner Patienten an die zentrale Vergabestelle von Spenderorganen Eurotransplant absichtlich falsche Angaben gemacht haben. Dadurch rückten diese Patienten auf der Warteliste nach oben. Wegen der Knappheit von Spenderorganen ist laut Staatsanwaltschaft davon auszugehen, dass andere Patienten kein Spenderorgan erhielten und möglicherweise deswegen starben.RP

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