Politik : Innenminister warnt vor Zunahme extremistischer Einstellungen

jz

Vor einer wachsenden rechtsextremistischen Orientierung bei jungen Männern hat der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens gewarnt. "Bei der Kommunalwahl im vergangenen Herbst", berichtete Behrens am Dienstag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes, "haben in Dortmund 9,9 und in Herne sogar 15 Prozent der jungen Männer im Alter zwischen 16 und 25 Jahren rechte Parteien gewählt". Die rechtsextreme Szene ist nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes zwar weiter zerstritten. Trotzdem warnt Behrens davor, die Sogwirkung rechtsextremistischen Gedankengutes auf diese Altersgruppe zu unterschätzen. Sorgen bereite vor allem das Internet. Dort werde rechte und Gewalt verherrlichende Musik in ständig wachsendem Umfang verbreitet. Für Behrens ist diese Musik eine "Einstiegsdroge" in die rechte Gedankenwelt.

Der Innenminister berichtete auch davon, dass die PDS an Rhein und Ruhr weiter überwacht werde. Immer noch gebe es bei den Sozialisten Tendenzen, mit extremistischen Gruppen zusammenzuarbeiten. Auch habe die Partei auf ihren Listen für die Landtagswahl Linksextremisten untergebracht.

In einem Punkt war die Bilanz von Behrens verhalten positiv. Die Zahl der fremdenfeindlichen Straftaten ist in Nordrhein-Westfalen zurückgegangen. Im vergangenen Jahr haben die Polizeibehörden noch 567 entsprechende Delikte registriert, das sind 16 weniger als im Vorjahr. Allerdings scheint die Gewaltbereitschaft der rechten Schlägertruppen zu steigen: Die Zahl der Körperverletzungen ist um 18 Prozent auf insgesamt 68 im Jahr 1999 gestiegen.

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