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Institut Sipri zu Waffenhandel : Russische und deutsche Firmen verdienen mehr Geld mit Waffen

Weltweit sind die Verkäufe der größten Waffenhändler gesunken. Russische Firmen aber haben deutlich mehr verdient. Auch in Deutschland zogen die Verkäufe an.

Während weltweit der Handel mit Waffen sinkt, haben russische Firmen mehr Geld mit Rüstungsgütern gemacht.
Während weltweit der Handel mit Waffen sinkt, haben russische Firmen mehr Geld mit Rüstungsgütern gemacht.Foto: dpa/EPA/Maxim Shipenkov

Russische Rüstungskonzerne haben im vergangenen Jahr entgegen dem internationalen Trend deutlich mehr Waffen verkauft. Dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge setzten die Hersteller insgesamt 2014 mehr als 48 Prozent mehr um als im Vorjahr.

„Russische Unternehmen reiten auf der Welle der zunehmenden nationalen Militärausgaben und Exporte mit“, sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman laut einer Mitteilung. Die Zahl der russischen Produzenten in der Liste der 100 größten Rüstungsunternehmen stieg von neun auf elf.
Die Waffenverkäufe in der Ukraine brachen dagegen von 2013 auf 2014 drastisch ein. Gründe sind nach Einschätzung der Forscher der Konflikt mit Russland und der Wertverlust der Währung.
Weltweit sanken die Verkäufe der größten Rüstungsunternehmen zum vierten Mal in Folge leicht. Zusammen setzten die Hersteller 401 Milliarden US-Dollar (rund 367 Mrd Euro) und damit 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr um, wie Sipri berichtete. Vor allem die Hersteller in Nordamerika und Westeuropa machten 2014 weniger Kasse. Die westeuropäischen Waffenverkäufe gingen um 7,4 Prozent zurück.

Eine Ausnahme ist neben der Schweiz Deutschland: Deutsche Rüstungsunternehmen verdienten im vergangenen Jahr mehr. Den Forschern zufolge lag das vor allem an einem starken Umsatzwachstum bei dem Industriekonzern ThyssenKrupp.
Die USA dominieren die Liste weiter. Von dort kommen mit 38 Rüstungsunternehmen in den Top 100 die meisten Hersteller. Sieben davon waren 2014 unter den Top 10. Spitzenreiter war Lockhead Martin mit 37,5 Milliarden Umsatz 2014. Aufgrund mangelnder Daten sind Unternehmen aus China nicht Teil des Berichts der Friedensforscher.

Der Linken-Außenpolitiker Jan van Aken kritisierte die Rolle Deutschlands, das "leider trauriger Spitzenreiter in Europa" bleibe. "Weltweit sinken die Umsätze der großen Rüstungsschmieden, nur die Deutschen verkaufen immer mehr Waffen in alle Welt", sagte van Aken dem Tagesspiegel. "Wir brauchen endlich eine Trendwende, einen echten Stopp von Rüstungsexporten, denn jeder Euro, der mit Waffengeschäften verdient wird, ist ein blutiger Euro." Mittlerweile fühle man sich immer mehr an den alten Spruch der Friedensbewegung erinnert: „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt.“ (dpa/m.m.)


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