Integration : Deutschkurs für türkische Imame

Mit einem Grundkurs zur deutschen Sprache und Landeskunde sind mehrere Dutzend islamische Geistliche in der Türkei auf ihren Einsatz in der Bundesrepublik vorbereitet worden. Insgesamt erhielten 54 Imame eine fünfmonatige Ausbildung.

Istanbul - Der deutsche Botschafter in Ankara, Eckart Cuntz, lobte das Projekt als "hervorragendes Beispiel für gelungene deutsch-türkische Zusammenarbeit bei der Integration", wie die Botschaft mitteilte. Die Ausbildung wird vom deutschen Auswärtigen Amt und dem staatlichen Religionsamt der Türkei finanziert. Unter den Geistlichen sind auch zwei Frauen. Die Imame sollen vier Jahre lang in türkischen Moscheen in Deutschland arbeiten.

Vorbereitungskurse für Imame vor ihrer Dienstzeit in Deutschland hatten erstmals im Jahr 2002 stattgefunden. Seitdem sind rund 350 Geistliche auf diese Weise ausgebildet worden. Neben dem Sprachlehrgang gehören zu der Ausbildung auch Vorträge, in denen die Teilnehmer über Staatsaufbau, Medien, Behörden, Wirtschaft, Gesundheits- und Bildungswesen, die religiöse Landschaft und andere Aspekte Deutschlands informiert werden. Botschafter Cuntz betonte, mit diesem Rüstzeug könnten die Imame als "Brücke zwischen Muslimen und Christen fungieren und den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen fördern".

Die aus der Türkei nach Deutschland entsandten Imame gehören zum staatlichen Religionsamt und sind deshalb Beamte. Sie werden in den etwa 800 Moscheen eingesetzt, die von der Vertretung des türkischen Religionsamtes in Deutschland betrieben werden. In der Vergangenheit wurde den türkischen Imamen in Deutschland oft vorgeworfen, die Ghetto-Bildung der Minderheit in der Bundesrepublik zu verfestigen, weil nur wenige der Geistlichen die deutsche Sprache beherrschten und die Kultur der Bundesrepublik kannten. (tso/AFP)

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