Integration : Muslime setzen auf Wulffs Türkei-Besuch

Die muslimischen Verbände erhoffen sich vom Besuch des Bundespräsidenten in der Türkei Impulse für die Integration des Islams in Deutschland.

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Christian Wulff hat mit seiner These zum Islam Hoffnungen bei den Muslimen geweckt.
Christian Wulff hat mit seiner These zum Islam Hoffnungen bei den Muslimen geweckt.Foto: dpa

Berlin - „So wie unser Bundespräsident während seiner Zeit als Ministerpräsident in Niedersachsen die Anerkennung des Islam gefördert hat, wünschen wir uns, dass er seinen Besuch in der Türkei zum Anlass nimmt, die Beziehungen Deutschlands mit der islamischen Welt zu erweitern und zu fördern“, sagte Bekir Alboga von der türkisch-islamischen Ditib dem Tagesspiegel. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Aiman A. Mazyek erwartet sich von Wulffs Besuch auch Wirkung für die Frage des Beitritts der Türkei zur Europäischen Union: „So wie der Islam Teil Deutschlands ist, ist die Türkei Teil Europas“, sagte Mazyek dem Tagesspiegel. Er freue sich, „dass der Bundespräsident mit seinem Besuch die deutsch-türkische Freundschaft festigt“: Bundespräsident Wulff hatte in seiner Rede zum Tag der Einheit am 3. Oktober gesagt, auch der Islam sei inzwischen Teil Deutschlands. Dafür hatte er heftige Kritik von konservativer Seite bekommen.

Ali Kizilkaya, der Vorsitzende des Islamrats, äußert sich in der Frage deutscher Islam und Türkei zurückhaltend: „Wenn die Integration des Islams in Deutschland auch Thema während seines Besuchs in der Türkei ist, freut uns das – entschieden wird die Frage natürlich in Deutschland selbst“, sagte er. „Es ist schön, dass türkische Politiker ihn ermutigt und die hier lebenden Muslime zur Integration aufgefordert haben, aber daran arbeiten Muslime hierzulande sowieso. Ohnehin ist der Stand der Integration weit besser, als die Debatte darüber erkennen lässt.“

Kizilkaya würdigte erneut Wulffs Rede am 3. Oktober: „Was der Bundespräsident in seiner Rede zum Tag der Einheit gesagt hat, war zukunftsweisend, er hat Muslimen Mut gemacht, sich mit diesem Staat zu identifizieren.“ Die Kritik an der Rede nannte er „ ideologisch und diskriminierend“. „Der Bundespräsident hat den richtigen Weg eingeschlagen. Ich hoffe, dass er sich durch die Tagespolitik nicht davon abbringen lässt.“

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