Integrationsgipfel : Gemeinsame Grundlage für Integrationspolitik

Das Bundeskabinett hat einen Tag vor dem Gipfeltreffen mit Ausländerverbänden einen Nationalen Integrationsplan beschlossen. Die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer, verspricht "150 konkrete Maßnahmen und Selbstverpflichtungen".

BerlinAm Vortag des Gipfeltreffens mit Ausländerverbänden hat das Bundeskabinett einen Nationalen Integrationsplan beschlossen. "Der Bund leistet seinen Beitrag mit 150 konkreten Maßnahmen und Selbstverpflichtungen", erklärte die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer (CDU), in Berlin. Damit trage die Bundesregierung entscheidend zu einer verbesserten Integration der 15 Millionen Menschen aus Zuwandererfamilien in Deutschland bei. Mit dem Integrationsplan hätten sich erstmals Bund, Länder und Kommunen sowie wichtige gesellschaftliche Gruppen und Vertreter der Migranten auf eine gemeinsame Grundlage für eine bessere Integrationspolitik verständigt.
  
Die Bundesregierung setzt sich laut Böhmer zehn Leitlinien für eine erfolgreiche Integrationspolitik. Dazu gehörten der Dialog und die enge Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen, wichtigen gesellschaftlichen Gruppen und den Migranten. Weiter nannte Böhmer das Wecken und Nutzen von Potenzialen der Zugewanderten sowie die Förderung von Frauen und Mädchen aus Zuwandererfamilien.
  
Böhmer hob einige Maßnahmen des Bundes hervor. So würden die Integrationskurse qualitativ und quantitativ aufgewertet. Das  Stundenkontingent werde von 600 auf 900 Stunden aufgestockt, es werde differenzierte Angebote für Analphabeten, Jugendliche oder  Mütter geben. Die berufsbezogene Sprachförderung für Migranten werde deutlich ausgeweitet. Im Laufe des Jahres soll ein  bundesweites Netzwerk für Bildungspaten starten, das Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien in der Schule und in der  Ausbildung unterstützen soll. Der Bund entwickelt laut Böhmer außerdem ein Konzept zur Sprachförderung in Kindertagesstätten.  Gemeinsam mit der Wirtschaft soll die Ausbildung und Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund gefördert werden. Der Zugang zu Berufsausbildungsbeihilfen und BAföG soll erleichtert werden. (mit AFP)

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