Politik : Interimspräsident Bakijew liegt in Kirgisien vorn

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Bischkek/Moskau Bei der vorgezogenen Präsidentenwahl in Kirgisien hat sich ein deutlicher Sieg des amtierenden Staatsoberhaupts Kurmanbek Bakijew abgezeichnet. In Nachwahlbefragungen wurde ermittelt, dass der aus dem islamisch geprägten Süden stammende Politiker mit 88 Prozent der Stimmen rechnen konnte . Bakijew war nach den Unruhen im März und der Flucht des damaligen Präsidenten Askar Akajew zum amtierenden Nachfolger erklärt worden. Bei der Neuwahl in der zentralasiatischen Republik kritisierten einige der Kandidaten Unregelmäßigkeiten in den Wahllokalen.

Insgesamt bewarben sich sechs Kandidaten um die Nachfolge Akajews. Die Wahl von Interimspräsident Bakijew galt als sicher. Bakijew gilt als Interessenvertreter des Südens. Er tritt zusammen mit einem Mann des Nordens an – Felix Kulow, der Premier werden und einen Teil der Vollmachten des Präsidenten erhalten soll. Mit der Hilfe der beiden Politiker soll die Einheit des Landes gewahrt werden. Beobachter sind sich jedoch nicht sicher, ob und wie lange die Vereinbarung zwischen Bakijew und Kulow hält. Zu den dringlichsten Aufgaben der neuen politischen Führung gehören der Kampf gegen die Korruption und eine Auseinandersetzung mit islamistischen Extremisten im Süden. Sie haben regen Zulauf, weil breite Bevölkerungsschichten das Vertrauen in die Kompetenz der Politik verloren haben. dpa/win

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