Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan haben ein Video veröffentlicht, das einen verschleppten US-Soldaten zeigt. Die Internationale Schutztruppe Isaf verurteilte das am ersten Weihnachtsfeiertag ins Internet gestellte Video scharf.
Kabul/Washington -
„Dieser abscheuliche Akt (...) zeigt das gewalttätige und hinterlistige Gesicht der Aufständischen“, erklärte die NATO-geführte Isaf in einer am Freitag in Kabul verbreiteten Erklärung. Gleichzeitig bestätigte die Isaf, dass es sich bei dem Soldaten im Film um den im Juli im Südosten Afghanistans verschleppten US-Gefreiten Bowe Bergdahl handelt.
In dem Video identifiziert sich der Soldat in Uniform auch selbst als der 23-jährige Bergdahl. Er fordert die Amerikaner auf, gegen den Afghanistankrieg zu protestieren. „Afghanistan wird das nächste Vietnam, wenn das amerikanische Volk nicht aufsteht, um diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen. Zugleich gab der junge Soldat an, er werde in seiner Gefangenschaft menschlich behandelt.
dpa
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Der eine oder andere Afghane wird dies auch über die Videos aus Kundus gedacht haben, die man bei BILD.de betrachten durfte.
Ihr wisst schon, wo der Tapfere-Klein mehr als 100 auf einen Streich geschafft hat.
Ich denke, es fehlt unseren westlichen Poltitikern an Entschlossenheit.
> Gefangenschaft menschlich behandelt.
Skandal. Wohl etwas was die kriegsgefangenen Taliban nicht behaupten koennen.
Achso - das Video:
http://www.infokriegernews.de/wordpress/2009/12/25/taliban-video-mit-pfc-bowe-bergdahl/#more-2275
Und natürlich stellt sich die Grundsatzfrage: Ist eine Partei die die Genfer Konventionen anerkannt hat verpflichtet den selben zu folgen wenn der Gegner diese Konventionen grundsätzlich nicht anerkennt sonder vielmehr versucht daraus einen Vorteil zu ziehen? Schwierige moralische frage.
Nach meinem Verständnis hat der öffentliche, mediale Auftritt von Kriegsgefangenen zum Zwecke der Propaganda zu unterbleiben. Wer derartiges tut bzw. veranlaßt, evtl. Zwang auf den Gefangenen ausübt, stellt sich außerhalb der moralischen Rechte, unabhängig von den Genfer Konventionen.
Eine Kernfrage ist natürlich ob es sich bei den Taliban überhaupt um "Kombattanten" im Sinne der Genfer Konvention handelt. Keine Uniform, keine erkennbare einheitliche Befehlsstruktur. Und nach 8 Jahren kann man auch nicht mehr von spontanem Wiederstand der Zivilbevölkerung sprechen.
Völkerrechtlich ist das alles kompliziert.
Und nach meinem persönlichen dafürhalten kann ich eine Konfliktpartei die die Menschenrechte aufgrund religiöser Ansichten nicht gewillt ist einzuhalten nicht als "ehrenwerten" Gegner bzw. Freiheitskämpfer betrachten. In meinen Augen handelt es sich eher um religiöse Fanatiker. Fanatiker sind Personen die psychisch gestört sind. Sie sind entsprechend zu behandeln. Im vorliegenden Fall handelt es sich zudem um gemeingefährliche "Irre" so das Gewalt, auch tödliche, bei ihrer Festsetzung von Fall zu Fall durchaus gerechtfertigt ist.
Die Chinesen wollen in Afghanistan endlich Frieden haben und kaufen keine US Staatsanleihen mehr, damit sie, weil sie ja am besten diese Marionettenregierung von Karsai schmierten um die Rohstoffe dieses Landes ausplündern zu können und die US-Bürger sollen War Bonds zeichnen um den Krieg weiter zu finanzieren...und wir bauen Brunnen und schicken Benzindiebe in den Himmel....Frohes Fest
Macht man im Krieg oder was auch immer heut zu Tage keine Gefangenen mehr und haben die Taliban damit ein Tabu gebrochen ?
Ist die kollektive letale Bomadierung jetzt korrekt ?
Kann mir einer sagen, ob die Schutztruppe Isaf schon Gefangene gemacht haben?
Der Artikel ist auch sehr schwammig. Ist der Soldat Bowe Bergdahl nun ein Entführter, ein Verschleppter oder ein Gefangener ?
Oder ist er ein entführter, verschleppter, gefangener Soldat ?
Wer sich acht Jahre nach Beginn eines Krieges immer noch in Zivilkleidung mit einer Waffe in dunklen Ecken herumdrückt...
Allerdings ist die Völkerrechtslage doch recht kompliziert.
Vereinfachen wir die Sache doch: Der Cia hat Dreck am Stecken, die Homeland Security, die Taliban, die Al Quaida und all die anderen die dort ihr Süppchen kochen. Nur, mir ist nicht bekannt das die CIA oder sonstige US-Paramillitärs gezielt feindliche Soldaten oder Zivilisten entführt und hinrichtet haben. Und wer in Guantanmo landet, so unschön das auch ist, hat den Hauch einer Chance da auch lebend wieder herauszukommen. Wie hoch schätzen sie die Chancen des Soldaten Bergdahl ein lebend aus der Gefangenschaft der Taliban zu kommen? Ich tippe mal auf max. 0,1%. - Und ich möchte gar nicht wissen was die Kameraden von Bergdahl mit den Taliban die ihn gefangen halten und hinrichten werden sobald sich auch nur ein GI blicken läßt, anstellen wenn sie die Jungs lebend stellen. Der Bericht dürfte sich etwa so lesen: Der Feind leistete heftigen Widerstand trotz aussichtsloser Lage. Keine Überlebenden. Der Soldat Bergdahl wurde vom Gegner exekutiert.
Das ist die Realität in einem Guerilla-Krieg. Das ist die Realität wenn sich beide Seiten nicht oder nur sehr eingeschränkt an das Kriegsrecht halten. Dagegen war man im 30jährigen Krieg richtig human mit Gefangenen: die wurden einfach zwangsrekutriert. Oder gegen Zahlung eines Lösegelds laufen gelassen.
Die Taliban verstoßen mit dem Video schlicht gegen das Kriegsrecht. Das machen die Taliban zwar sowieso ständig; indem Sie Bomben unter Zivilisten zünden oder ohne Uniformen auftreten - aber in diesem Fall geht es um einen Soldaten der ISAF-Truppen.
Da haben Sie natürlich Recht!
Natürlich ist es wesentlich zivilisierter, die eine oder andere Hochzeit und den einen oder anderen Kindergeburtstag zu kollateralbeschädigen. Natürlich sind Vergewaltigung und anschließendes Füsilieren der wehrlosen Familie nur halbwegs bedauerliche Einzelfälle, extralegale Entführungen auf Verdacht und robuste Verhörmethoden zur nachträglichen Verdachtsbestätigung noch lange nicht nachgewiesen -- und überhaupt: als demokratische Form der Gefangenenwillensbekundung allemal erlaubt. Unsere KZs heißen nicht so, sind auf keinen Fall beabsichtigt. Außerdem: Da könnte ja jeder kritisieren. Der Feind steht im fremden Land. Wir machen per Definition keine Fehler. Nicht mal beabsichtigte.
Merken Sie, wie sehr "wir" uns dem "Feind" angepaßt haben und uns dennoch erdreisten, die Wörter "Freiheit" und "Demokratie" in den Mund zu nehmen? Der Span und der Balken.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Sie an dieser Stelle die Politik der untergegangenen Sowjetunion zitieren, aber Sie, KLAUS werden es schon WISSEN.
Möglicherweise, weil sie hoffen, von deren auch von Ihnen benutzten altbekannten Propagandatrick abzulenken, der darin besteht, Ursache und Folgen zu vertauschen und die verwendeten Mittel jeweils der anderen Seite zuzuschreiben.
Nicht die westliche Zivilisation ist in Afghanistan eingefallen und hat das Leitbild ihrer politischen Ziele in Fußballstadien durch widerliche öffentliche Massaker an wehrlosen Menschen dokumentiert. Nicht die westliche Zivilisation hat unschuldige Menschen in Flugzeugen massenweise in Gebäude in Afghanistan gelenkt. Es ist nicht das Ziel der westlichen Zivilisation durch das Abhacken von Köpfen Terror zu erzeugen und auf sich aufmerksam zu machen und es ist auch nicht Inhalt der erklärten Politik Frauen- und Menschenrechte nicht gelten zu lassen.
Geschmacklos wird es spätestens jedoch, wenn Sie durch die Gleichsetzung von Guantanamo mit den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten Millionen von KZ-Opfern verhöhnen.
All dies aber erklären Sie uns hier, indem sie kritikwürde Einzelfälle als erklärten Maxime des westlichen Handelns darstellen wollen.
Das ist zwar ein perfider Versuch, Verwirrung zu stiften, aber leicht als untauglich und unredlich zu durchschauen.
2. Kein einziger Afghane flog in den Flugzeugen mit, deren trotz FBI-Warnungen in den USA offensichtlich bestens ausgebildete Hobbypiloten aufgrund der Inkompetenz der angeblich besten Luftabwehr der Welt bis zu 90 Minuten lang machen konnten, was sie wollten. Die meisten von ihnen kamen aus Saudi-Arabien, das Geld für die auch von Manhattan aus nach Afghanistan geflogenen Araber kam aus den USA und aus Saudi-Arabien, Osama bin Laden stammt aus Saudi-Arabien -- aber keiner bombardiert Saudi-Arabien. Diese Logik müssen Sie mir schon erklären.
3. Als Bedingung für den Aufschub eines Angriffskriegs gegen Afghanistan stellte die Bush-Regierung die Auslieferung Osama bin Ladens. Die Taliban verlangten zunächst einen Beweis für seine Schuld, dann waren sie bereit, ihn zu übergeben, wenn er denn einen Prozeß außerhalb der USA bekäme. Diese Gegenforderung sei einen mittlerweile ins neunte Jahr gehenden Krieg wert, soll das ein vernünftiger Mensch glauben? Das ist lächerlich?
4. KZs stammten nicht von den Nazis. Die wurden vom zivilisierten Westen schon vorher verwendet. Fahren Sie zur nächsten Fußball-WM und fragen Sie sich durch.
5. Ich sehe für das Opfer keinen Unterschied zwischen abgehacktem Kopf und einer Giftspritze. Letzteres dauert länger.
6. Wie jetzt, Sowjetunion? Sie streiten die von mir benannten Vorfälle ab? Wollen wir das Punkt für Punkt durchgehen? Sie müssen schon ziemlich am Ende sein, wenn Sie die Sowjetunion zum Vergleich heranziehen müssen. Oh, ich vergaß: Unsere Opfer sterben mit einem freiheitlich-demokratischen Lächeln auf den Lippen ...
Es ging weder im Artikel noch in den Beiträgen dazu darum, ob der Krieg in Afghanistan insbesondere nach Ihrer Ansicht gerechtfertig ist oder nicht, sondern um Ihre unsägliche Behauptung, die Ziele und Methoden der Taliban und die Politik der westlichen Welt seien deckungsgleich, ja, die Wertvorstellungen und Handlungen der Taliban seien überlegen.
Unter KZ - eine Abkürzung die von SS-Schergen gebildet wurde und diesen Begriff für alle Zukunft geprägt hat - plötzlich etwas anderes verstehen zu wollen als genau das, was Sie in Ihrem obigen Posting unterstellt haben ist nicht nur ein halbherziger Versuch, sich aus der Affäre zu ziehen, sondern zeigt allen hier Mitlesenden, welcher Methoden Sie bei Ihrer Argumentation bedienen.
Ein weiteres Beispiel liefern Sie auch noch gleich mit:
"Ich sehe für das Opfer keinen Unterschied zwischen abgehacktem Kopf und einer Giftspritze. Letzteres dauert länger."
Ich bin ein entschiedener Gegner der Todesstrafe. Dennoch sehe ich einen Unterschied, ob jemand in einem - wenn auch oft mit Fehlern behafteten - rechtsstaatlichen Verfahren wegen nachgewiesener schwerster Straftaten zum Tode verurteilt wird oder ob Unschuldige und Missliebige verschleppt werden und bei lebendigem Leib der Kopf abgetrennt wird (was keineswegs schneller geht).
Sie aber führen dies als Beleg für die Gleichwertigkeit des Handelns von Taliban und Gerichten in den USA an (andere Länder benutzen die "Giftspritze" derzeit nicht) und unterstellen, die Morde der Taliban seien obendrein gerechtfertigt.
Ich denke, mit diesen Beiträgen haben Sie sich ausreichend diskreditiert und finde es derart unsäglich, dass ich eine weitere Diskussion mit einer Person ablehne, die sich so weit von menschlichen Wertvorstellungen verabschiedet hat.
2. Wenn ein Straftäter vom Staat zu Tode gebracht wird, ist der Mensch wehrloser als viele seine Opfer. Es sind Justizirrtümer möglich, die Kollateralschäden der Zivilgesellschaft. Nein, die dahinter stehende Gesinnung ist die gleiche.
3. Nicht ich ziehe Vergleiche an den Haaren herbei, sondern muß nur die Taten des einen den Taten des anderen gegenüberstellen.
Ach, Herr Weiss. Sie sprechen also von fadenscheinigen Vorwänden. Es gibt nun aber einen UNO-Beschluss, und zwar einen des Sicherheitsrates, der den Angriff auf die Taliban-Regierung legalisiert. Da Sie Zitate gut können, würde ich Sie bitten, uns diesen Beschluss vorzulegen. Damit alle entscheiden können,
ob der Sicherheitsrat Recht hat oder Herr Weiss.
Ach lassen doch Sie Ihre rhetorischen Spielchen - es ist die Resolution 1378 vom Herbst 2001. Es ist armselig, dass Sie die nicht kennen. Daher für Sie der folgende Auszug aus der Resolution. Für Sie auch auf Deutsch - nicht dass hinterher wieder alles Durcheinander geht:
in Anerkennung der Dringlichkeit der sicherheitsbezogenen und politischen Lage in Afghanistan im Lichte der jüngsten Entwicklungen, insbesondere in Kabul, die Taliban dafür verurteilend, dass sie die Nutzung Afghanistans als Basis für den Export des Terrorismus durch das Al-Qaida-Netzwerk und andere terroristische Gruppen zulassen und dass sie Usama Bin Laden, der Al-Qaida und ihren Verbündeten Unterschlupf gewähren, und in diesem Zusammenhang die Anstrengungen des afghanische Volkes unterstützend, das Taliban-Regime zu ersetzen,
Zitat Ende.
Der Sicherheitsrat verfügte also offenbar über Informationen, über die Sie nicht verfügen. Was aber nicht weiter wundert.
Vielleicht liegen Ihnen die Resolutionen ja vor. Aber ganz offenbar waren Sie zu faul, sie zu lesen. Denn sonst wüssten Sie, dass bereits die erste (1387) Schutztruppen authorisiert. Das geht aus den einleitenden Worten und Punkt 5 hervor. Dort heißt es zunächst - sorry für die englische Fassung, aber Übersetzen können Sie ja per Google:
Supporting international efforts to root out terrorism, in keeping with the Charter of the United Nations, and reaffirming also its resolutions 1368 (2001) of 12 September 2001 and 1373 (2001) of 28 September 2001,
und weiter:
Condemning the Taliban for allowing Afghanistan to be used as a base for the export of terrorism by the Al-Qaida network and other terrorist groups and for providing safe haven to Usama Bin Laden, Al-Qaida and others associated with them, and in this context supporting the efforts of the Afghan people to replace the Taliban regime,
Und unter Punkt 5:
5. Encourages Member States to support efforts to ensure the safety and security of areas of Afghanistan no longer under Taliban control, and in particular to ensure respect for Kabul as the capital for all the Afghan people, and especially to protect civilians, transitional authorities, United Nations and associated personnel, as well as personnel of humanitarian organizations;
Ihre Rede von einem Angriffskrieg ist daher natürlich Unsinn. Denn offenbar geht es nicht um einen Krieg gegen Afghanistan sondern um unterstützende Maßnahmen für eine afghanische Regierung gegen die Taliban.
Dann führen Sie an, daß die Afghanen unterstützt werden sollen. Doch wohl aber die, die um Hilfe gebeten haben, nicht wahr? Ich kenne keinen, der das getan hat; Karzai war noch in den USA, als es losging. In diesem Sinne allerdings heißen Sie im Nachhinein den Einmarsch der Sowjets gut, denn die wurden wirklich zu Hilfe gerufen. :-)
Ausgehend vom Status quo waren die einzigen, die befugt gewesen wären, jemanden um Hilfe zu rufen, die Taliban. Das deckt sich mit den Bestrebungen von Robin Raphel & Co., die Taliban als offizielle Regierung Afghanistans anzuerkennen, Albrights Feministinnen hin oder her.
In der UN-Resolution 1378 ist ausdrücklich von Gebieten die Rede, die nicht unter Talibanherrschaft stehen. Schauen Sie unter Punkt 5 nach, den habe ich oben angeführt.
Sie kennen den Text, der Ihnen nach eigenem Bekunden vorliegt, wirklich nicht.
Herr Weiss, natürlich müssen sich die Taliban nicht ans Kriegsrecht halten. Aber die ISAF kann schon darauf verweisen, dass sie es nicht tun. Und nur darum ging es.