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Iran

"Mussawi ist kein Reformer"

Es gab keine richtigen Wahlen und das politische System Irans ist nicht reformierbar: Iran-Experte Wahdat-Hagh über den Ausgang der Präsidentenwahl.
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Der bei der Präsidentschaftswahl im Iran unterlegene Reformpolitiker Mussawi. - Foto: dpa

Wie bewerten Sie den Ausgang der Präsidentenwahl in Iran?

Das, was am Freitag in Iran stattgefunden hat, kann man nicht als Wahlen bezeichnen, denn die Kandidaten waren nicht die Kandidaten des Volkes. Sie sind allesamt Islamisten und wurden vom Wächterrat ausgewählt. Entsprechend haben auch keine freien Wahlen stattgefunden. Und es würde auch niemanden verwundern, wenn jetzt Manipulationen zugunsten des Amtsinhabers stattgefunden haben.

Sind die Hoffnungen des Westens auf den Kandidaten Mussawi übertrieben gewesen?

Hoffnungsträger Mussawi ist kein Reformer, sondern selbst ein Hardliner. Um das zu verstehen, reicht ein Blick zurück in die achtziger Jahre, als er Ministerpräsident Irans war. Sogar Ex-Präsident Chatami hatte einmal gesagt, dass er kein Reformer sei. Am Sonntag hat Mussawi Irans geistliches Oberhaupt Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei getroffen, der im Staat das letzte Wort führt. Chamenei hat ihm sinngemäß vermittelt, dass er und der Wächterrat die Probleme im Kontext der Wahl schon lösen würden, wenn Mussawi sich von den Demonstrierenden distanziere.

Wer dominiert heute den Iran?

Seit Ende der neunziger Jahre sind die Revolutionsgardisten zum wichtigen Machtfaktor geworden. Ihr wirtschaftlicher Einfluss ist groß, sie dominieren die Atomwirtschaft, die Infrastruktur, das Militär. Unter Amtsinhaber Ahmadineschad hat dieser Einfluss noch mal erheblich zugenommen, ehemalige Gardisten stellen zudem viele Minister in seinem Kabinett. Die Gegner dieser Gruppe sind Links-Islamisten und Vertreter des Mittelstandes wie die Ex-Präsidenten Chatami und Rafsandschani. Die Wahl war also ein inner-islamistischer Konflikt. Ganz oben steht natürlich Ajatollah Ali Chamenei.

Die Landbevölkerung gilt als wichtige Wählerklientel von Amtsinhaber Ahmadineschad. Warum stützt sie ihn?

In Iran wurde schon in den Zeiten des Schahs die Armee dazu abgestellt, die bäuerliche Infrastruktur mit aufzubauen. Ahmadineschad hat das jetzt stark befördert und sich so großen Rückhalt unter den Menschen auf dem Land verschafft.

Nach vier Jahren unter Ahmadineschad wird jetzt wieder gegen das Regime demonstriert. Hat sich heute etwas verändert?

Die Gesellschaft Irans ist inzwischen sehr stark polarisiert, auf der einen Seite stehen die Unzufriedenen, vornehmlich in den Städten, auf der anderen Seite die Herrschenden, also die Revolutionsgardisten, der Wächterrat, die Milizen und anderen Hardliner-Gruppen. Und im Rahmen dieser Auseinandersetzung zeigt das Regime jetzt wieder sein wahres Gesicht. Dabei ist die Auseinandersetzung auf der Straße sehr aggressiv geworden, auch auf Seiten der Protestierenden. Die großen Studentenproteste unter Präsident Chatami waren vergleichsweise friedlich verlaufen.

Glauben Sie, dass das System Irans reformierbar ist?

Die Demonstranten benutzen den Konflikt innerhalb des islamistischen Apparates, also vor allem zwischen Ahmadineschad und Mussawi, um gegen das System zu protestieren, "Tod der Diktatur" rufen sie. Nur: Die Diktatur abschaffen will keiner der Kandidaten! Iran ist ein totalitärer Staat und das Regime wird die Proteste ersticken. Seit den 30 Jahren totalitärer Diktatur haben die Herrscher Angst vor jeglichen Formen samtener Revolution. Sobald Forderungen nach mehr Mitsprache auftreten, reagieren sie mit drakonischen Maßnahmen. Das heutige politische System Irans ist nicht reformierbar.

Die Fragen stellte Steffen Richter

Wahied Wahdat-Hagh ist Iran-Experte und Senior Research Fellow bei der "European Foundation for Democracy" in Brüssel

ZEIT ONLINE
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Kommentare [ 21 ] Kommentar hinzufügen »

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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 15.6.2009 19:12 Uhr
Danke, danke, danke ...
Es war schon zum Verzweifeln.
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von menschenrechtsbuero menschenrechtsbuero ist gerade offline | 15.6.2009 20:46 Uhr
ja, endlich
ja, endlich hat es auch Herr Wahied Wahdat-Hagh geschafft von der Schönschreiberei Abstand zu nehmen. Da gibt es noch ein paar Experten in Deutschland , die nun endlich die Systemfrage zu stellen. Es geht heute Nachtund Morgen nicht mehr um die Kandidaten, sondern das system einer klerikalen Diktatur. Die iraner Elite ist inzwischen gespalten und kämpft um die Macht. Es droht die totale Diktatur und das Volk hat es gemerkt und geht nun auf die Straße. Die Menschenrechte wurden in Persien schon sehr,sehr früh formuliert worden, nun werden sie erneut erstritten.Hoffentlich kostet es nicht nochmal soviele Menschenleben, wie die sogenannte islamische Revolution schon gefordert hat.menschenrechte-online.info Und jetzt auch ein Dank der Erfindung des Internets.
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 15.6.2009 22:08 Uhr
@menschenrechtsbuero
Die Frage der Reformen sollten wir den Iranern selbst überlassen. Die tragen dort Jeans und T-Shirts, wissen Sie?

1979 hatte der Iran die Wahl. Khomeini war kurz nach seiner Machtübernahme noch ein Reformer, mindestens in dem Maße, wie das Moussavi heute von sich selbst behauptet, aber nie und nimmer ist. (Der lobte seinen Innenminister für die Gründung der Hezbollah.) Nur: Die USA waren nicht gewillt, auch nur einen Vertrag aus der Schah-Zeit zu erfüllen. Interessanterweise gabe es unter Pahlevi ein Atomprogramm, welches zu unterstützen die USA versprochen hatten. Grund: Der Iran benötige Energieressourcen für die Zeit nach dem Öl. Mit Khomeinis Machtübernahme, lange vor den Botschaftsbesetzungen in Teheran und Islamabad, wurden aber alle Wirtschaftsbeziehungen auf Eis gelegt. Also ging der Iran, mit Unterstützung der Bevölkerung, seinen Weg, obwohl die Frage der Energieversorgung nicht gelöst war.

Israel sah das pragmatisch. Moshe Regev lieferte das Know-how zur Produktion von Kampfgas, übrigens unter Mithilfe des ehemaligen Bundeswehrinspekteurs Schnez, modernisierte alte sowjetische Panzer mit High-Tech-Elektronik und lieferte Ersatzteile für F-14-Jagdbomber und Panzerabwehrmittel. Keine Spur von Angst vor dem Ayatollah. Komisch.

Die Mähr von der totalen Diktatur, eine interessante Formulierung, glaube ich nicht. Die Perser müssen wissen, was sie wollen, und sie sehen sich umringt von den friedliebenden Boten der führenden Kulturnation der Welt -- in Uniform, mit Panzern, Flugzeugträgern und Bombern. In Afghanistan ging es um eine Pipeline, im Kaukasus geht es um eine Pipeline, im Iran gibt es einen Vertrag mit Pakistan über eine Pipeline -- man muß schon blind sein, nicht zu sehen, worum es seit 1991 geht.

Suchen Sie mal nach "Foreign Oil Companies Group", nach "Bridas" und "Unocal". Strobe Talbott wollte Rußland in die NATO aufnehmen. Es geht hier nicht nur um den Iran.

P.S.: Saakaschwili hat eine Demo niederschlagen lassen. Davon lesen wir nichts.
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von marel marel ist gerade offline | 15.6.2009 23:18 Uhr
Es ist bezeichnend
Abwohl die Übergriffe in Georgien bereits vor Stunden passierten, haben die TV-Nachrichten kein Wort darüber verloren. Der Spiegel findet die Prügel von Ernst August von Anno Tobak berichtenswerter. Dem TSP ist ist Georgien in diesem Falle auch keine Nachricht wert. Auf Google News muß man erst gezielt nach Georgien suchen. Alleine der Focus hat irgendwo eine Randnotiz dazu gebracht.
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von herr_gumba herr_gumba ist gerade offline | 15.6.2009 23:21 Uhr
Reformer
Khomeini war m.E. nicht einmal im Ansatz ein Reformer. Seine Werke vor der Revolution lassen einen solchen Schluss gaenzlich nicht zu. Im Gegensatz zum Schah kann man ihn vllt. als reformistisch bezeichnen, sonst passt der Begriff des Khomenismus leider voll und ganz.

Die Herleitung mit den USA und Israel finde ich sehr vage. Es ist zwar nicht sehr Ueberraschend das die USA ihre Beziehungen einfroren, allerdings auch nicht der grund allen Uebels und erst recht nicht der Grund fuer eine abschottende Politik.

Seine republikanischen Elemente verdankt der Iran den Leuten die spaeter unter Khomeini in das Exil gegangen worden sind. Das hat mehr mit der Programmatik und dem geschickten Agieren des Revolutionsfuehrers als mit externen Faktoren zu tun gehabt.

Die Wahl der Iraner belief sich 79 genau wie heute, zwischen zwei Uebel. 79 war es nicht nur fuer Khomeini, sondern insbesondere gegen den Schah. Heute ist es nicht sehr viel anders, wenn Mussawi zu etwas stilisiert wird, dass er selber nicht lenken kann. Mussawi ist kein Reformer in westlichen Sinne. Das wird leider immer wieder verwaschen.
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 16.6.2009 18:12 Uhr
@herr_gumba - 1
Der "Reformer" Khomeini war natürlich ironisch gemeint. Sicherlich: Er war gegen den Schah, der ihn 1963 durch den SAVAK verhaften ließ, und zu der Zeit waren die Iraner wahrscheinlich froh, den Schlächter überhaupt loszuwerden. Khomeini muß für die Menschen so etwas wie eine Lichtgestalt gewesen sein, denn schon Monate vor seiner Ankunft trugen sie sein Foto auf Demonstrationen durch Teheran.

1977 versuchten Ausland und Inland, den Schah zu Reformen zu nötigen. Deswegen auch die Konsultationen Pahlevis mit Oppositionellen und religiösen Führern. Dabei spielten auch die Gerüchte über seine Krebserkrankung eine Rolle. Fakt ist allerdings, daß die Erstarkung der religiösen Rechten in der Anti-Schah-Bewegung von keinem westlichen Dienst erkannt wurde. Was Khomeini die Angelegenheit noch erleichterte: Zu der Zeit tobte in der Regierung Carter ein erbitterter Streit zwischen Hardlinern und Liberalen. Vier Monate lang fand keine Iran-Politik statt. Als Khomeini dann in den Iran flog, gab es sogar die idiotische Vorstellung, der sei von den Sowjets geschickt worden.

Lt. Robert Dreyfuss sympathisierte die israelische Regierung damals mit den rechten Mullahs; sie sah sie als potentielle Verbündete gegen Saddam an. Auch die CIA, die Beratergremien und Think Tanks, die Iranwissenschaftler in Washington und das State Department betrachteten Khomeini als "aufgeklärten" Politiker, nicht als ultraorthodoxen Schiiten. Auf Kissinger Radar war der nicht aufgetaucht, Carters liberaler Flügel sah ihn nur als vage Figur im Hintergrund, ohne jegliche Bedeutung für die Zeit nach der Revolution, nur die Hardliner sprachen sich für die sofortige Kontaktaufnahme aus. Wir wissen mittlerweile, daß Reagan, damals im Wahlkampf begriffen, über Unterhändler die Freilassung der 2. Botschaftsgeiseln hinauszögern ließ, um Carter die Wiederwahl zu vermasseln. Diese Kontakte wurden weitergeführt bis zum Iran-Contra-Skandal (vgl. Dreyfuss, "Devil's Game", p. 216-219).
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 16.6.2009 18:20 Uhr
@herr_gumba - 2
Zur Einstellung der Unterstützung für den Iran bzw. das Einfrieren der Wirtschaftsbeziehungen am Beispiel des Atomprogramms hat ein ganz Fleißiger Zeitungsausschnitte gesammelt.

http://www.iranaffairs.com/iran_affairs/2006/05/blasts_from_the.html

Warnung: Diese Seite ist nicht neutral. :-) Ob der im Iran sitzt oder von anderswo bloggt, weiß ich nicht; eine Whois-Abfrage ergab als Registrar hostingdude.com. Die Zeitungsabschnitte allerdings sind toll. Einfach drauf klicken.
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von jubelkron jubelkron ist gerade offline | 15.6.2009 19:48 Uhr
Der Mensch ändert sich
Ich bin zwar prinzipiell skeptisch ob in einem Land, wo Islam mit seinen geistigen Führern und noch dazu mit einer Garde alles regelt überhaupt ein Reformer von Oben möglich ist.

Dennoch die Geschichte zeigt uns, dass sogar bei eine der schlimmsten und blutigsten Diktatur der „Kommunismusgläubiger“ ein Mann der bis zum letzte Minute absolut linientreu wie Gorbatschow war, doch in wenigen Monaten unter dem Schein der Verbesserung des Regimes doch die leichter Lockerung des Maulkorbes zum Sturz der Diktatur gekommen bei dem selbst Reformer überflüssig geworden ist.

Unterschiedlich zu Gorbatschow, Mussawi, der in Augen der Intellektuellen schon nicht als eiserner Hardliner gilt, aber auf keinem Fall als Reformer angesehen ist, schon im Vorfeld der Wahlen erlaubte sich über Meinungsfreiheit zu reden.

Die Menschen ändern sich. Nun Gorbatschow macht überall glaubwürdig, dass er immer ein Demokrat war und die Leute glauben ihn. Mussawi ist ja auch nicht so bescheuert, dass in einem Land, wo Islam-Herrscher eigene Armee haben, sich ganz offen über alles spricht, das versteht auch die Opposition. Aber die Hoffung ist da.
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von bundesbuerger bundesbuerger ist gerade offline | 15.6.2009 20:12 Uhr
Sie hatten also nur die Wahl...
...zwischen Pest und Cholera! Fehlt nur noch, dass sie den Schah zurückhaben wollen.
Comment
von titanic titanic ist gerade online | 15.6.2009 20:28 Uhr
Wahied Wahdat-Hagh ...
... bringt es exakt auf den Punkt:

"Die Demonstranten benutzen den Konflikt innerhalb des islamistischen Apparates, also vor allem zwischen Ahmadineschad und Mussawi, um gegen das System zu protestieren, "Tod der Diktatur" rufen sie. Nur: Die Diktatur abschaffen will keiner der Kandidaten!"

In einer vergleichbaren Situation steckte 1979 das Schah-Regime.
Die Iraner sind kluge Leute. Die wissen, dass auch Mussawi ein vom Wächterrat handverlesener Kandidat ist.
Aber ausschlaggebend sind all die Hoffnungen und Sehnsüchte nach Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit usw., welche die Menschen in Masse dazu antreibt, Mussawi zu unterstützen und ihn zu tragen (unter Umständen sehr viel weiter, als Mussawi eigentlich gehen möchte).

Ausschlaggebend ist die soghafte Eigendynamik, die von dem ausgeht, was unsere Linken so gern "die Volksmassen" nennen.
Eines der beliebtesten Lieder der Demonstranten ist passenderweise der alte chilenische Unidad Popular-Revolutionsmarsch "Venceremos", mit iranischem Text.
Comment
von unbekannt | 15.6.2009 20:29 Uhr
Bedeutet das jetzt,
wenn die Menschenmassen nicht von den Strassen gehen, Bürgerkrieg?
Comment
von uvloff uvloff ist gerade offline | 15.6.2009 20:53 Uhr
So sieht es aus
Wahdat-Hagh sieht die Lage richtig. Mussawi ist auf naive Weise von westlichen Medien als liberaler Reformer eingestuft worden. Niemals würden die Geistlichen der Islamischen Republik so eine Person zur Wahl zulassen.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 15.6.2009 21:52 Uhr
@uvloff
Haben sie getan, werden sie zum Wahlsieger erklären und stehen als demokratische Mullahs da. Sicher wird der Geifer der üblichen Verdächtigen kurze Zeit später wieder fließen, aber Dabeisein ist alles.
Comment
von mogberlin mogberlin ist gerade offline | 15.6.2009 22:59 Uhr
Links-Islamisten


Zitat von Wahdat-Hagh

Die Gegner dieser Gruppe sind Links-Islamisten...



Links-Islamisten? Was es nicht alles gibt!?

mog
Comment
von yakiz yakiz ist gerade offline | 16.6.2009 2:36 Uhr
Zeitung lesen...
bildet!
Comment
von unbekannt | 16.6.2009 6:17 Uhr
Auch unser System wird ....
.... so schnell nicht reformierbar sein. Alls Hardliner da oben.
Comment
von unbekannt | 16.6.2009 6:29 Uhr
Ernsthaft - echt mal ernsthaft:
Der Interviewte behauptet, es wäre gleich, wer Regierungs-Chef würde. Er sagt damit unausgesprochen aus: Die sich jetzt auf den Demonstrationen blutige Nasen holen, sind Deppen. Das kann ich nicht glauben.(editiert. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk) Der will uns doch nur mitteilen, dass ein Staat, der auf dem Islam fußt, nie etwas Vernünftiges sein könnte.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 16.6.2009 18:23 Uhr
@joachim.goerner
Deppen wären sie, wenn sie Zugang zu den gleichen Informationsquellen hätten wie Wahdat-Hagh. Und sie müssen befürchten, erhebliche Nachteile in Kauf zu nehmen, also gehört schon ein wenig Mut dazu. Das ändert allerdings nichts an den Verhältnissen im Iran.
Comment
von timbuktu timbuktu ist gerade offline | 16.6.2009 9:39 Uhr
Alles Schein?
Betrachtet man die Machtstruktur im Iran, so kann sich dort kaum etwas ändern, wenn es die Führung nicht zugestehen möchte. Da spielt es dann auch keine Rolle, wer denn nun welchen Posten in der Politik hat, wo doch alle Personen vorher abgenickt werden müssen. Es kommen folglich wirklich nur der religiösen Spitze genehme Parteien und Personen zur Wahl.
Chamenei wird schon lange wissen, wer die Wahl gewonnen hat. Ahmedinedschad ist wahrscheinlich als das Baueropfer auserkoren. Die Ajatollah werden sich bejubeln lassen.
Wirkliche Änderungen werden dort erst durch das sich neutral verhaltende Millitär möglich sein.

Alles zurück auf Null.
Comment
von sabi sabi ist gerade offline | 16.6.2009 9:51 Uhr
Pest und Cholera
Tatsächlich sind die Kandidaten gleichgesinnt - islamisch und
der islam. Revolution verpflichtet ! Nur mangels Alternativen
und nach vier Jahren Ahmad.-Repressalien, denken die Menschen,
daß sie eine bessere Wahl haben, nämlich Mussawi, für ein Bißerl persönl. Freiheiten ! Böse gegen weniger Böse !
Das ist eben islam. Demokratie !
Comment
von hosse1 hosse1 ist gerade offline | 16.6.2009 17:32 Uhr
Revolution
Also ich denke, die Revolution wird kommen und die islamistische Regierung wird stürzen.
Das lässt sich nicht rumehr stoppen, dem iranischen Volk wäre es zu gönnen nach 30 Jahren religiöser Schreckensherrschaft.

Gruß Hosse

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