[Kommentare: 8]

Kaukasus-Krieg

Russland will Militäreinsatz beenden

Positive Signale im Kaukasus-Krieg: Russland hat angekündigt, seinen Militäreinsatz bald beenden zu wollen. Voraussetzung sei allerdings, dass von georgischer Seite aus keine Gewalt an der Bevölkerung verübt werde.
Anzeige
Bild vergrößern
Moskau/Tiflis -  Ist der Kaukaus-Krieg bald beendet? Möglich wäre es, denn Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat ein Ende des russischen Militäreinsatzes in Georgien angekündigt. Das berichten russische Nachrichtenagenturen am Dienstag. "Ich habe die Entscheidung getroffen, den Einsatz zu beenden, um die georgische Führung zum Frieden zu zwingen", zitierten russische Nachrichtenagenturen Medwedew am Dienstag nach einem Treffen mit Verteidigungsexperten. "Das Ziel des Einsatzes wurde erreicht. Die Sicherheit unserer Friedenstruppen und der Zivilbevölkerung wurde wiederhergestellt". Der "georgische Aggressor" sei bestraft. Zugleich erteilte Medwedew dem russischen Verteidigungsministerium den Befehl, die Kampfhandlungen jeder Zeit wieder aufzunehmen, sollte in der von Georgien abtrünnigen Region Südossetien wieder Gewalt an der Bevölkerung verübt werden.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor den Rücktritt des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili gefordert. "Wir gehen davon aus, dass Herr Saakaschwili nicht unser Verhandlungspartner sein kann. Es wäre besser, wenn er ginge", sagte Lawrow am Dienstag in Moskau bei einer Pressekonferenz mit dem finnischen Außenminister Alexander Stubb. Die Moskauer Zeitung "Kommersant" hatte am Dienstag berichtet, dass Russland ultimativ den Rücktritt gefordert habe.

Seit Freitag sind bei Kämpfen um die Separatistengebiete Südossetien und Abchasien nach russischen Angaben etwa 2000 Menschen getötet worden. Zehntausende Menschen befinden sich nach Expertenschätzungen auf der Flucht. (sba/dpa/AFP)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Missbrauch an Schulen:

Gefährlich nah
Ganz egal, wie pädagogisch verbrämt der Missbrauch daherkommt: Dahinter steht immer ein Machtverhältnis. Reformpädagogik funktioniert auch ohne dass sich ein Lehrer von seinem Schüler sexuell befriedigen lässt, so wie auch emotionale und körperliche Nähe herstellbar ist, ohne einem Kind die Genitalien zu streicheln.

Berliner Kinder in Therapie:

Logo und Ergo

Wedding:

Polizist gibt tödlichen Schuss ab
Bei einem Polizeieinsatz in Wedding ist am Montagabend ein 37-jähriger Mann erschossen worden. Die Polizei war von der Mutter des Mannes gerufen worden, da dieser gewalttätig geworden war. Als die Beamten die Wohnung betreten wollten, wurden sie von dem Mann attackiert.

Kommentare [ 8 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 12.8.2008 11:19 Uhr
Alles wie erwartet
Und die mittlerweile heißgelaufene Propaganda hat keine Chance.

Nach dem Massaker an 1600 Einwohnern Zchinwalis, 90 % von ihnen sind russische Staatsbürger, konnte Rußland nicht anders. (Als Studenten auf Grenada als Geiseln genommen wurden, machten die Marine in der Operation "Urgent Fury" kurzen Prozeß mit einer ganzen Insel. Das vergessen wir bitte nicht.) Milizen und Freischärler Georgiens mußten vertrieben werden, die Sicherheitszone, in der sich gegen alle Verträge georgische Truppen aufhielten (Quelle: BBC), wurde entmilitarisiert, und jetzt gehen die Russen wieder nach Hause. Der 97-Prozent-Präsident von Georgien darf sogar im Amt bleiben, bis Den Haag entschieden hat, ob er zur Verantwortung zu ziehen ist. Milosevic konnte sich schließlich auch nicht verstecken, und selbst Karadzic wurde gefaßt.
Comment
von unbekannt | 12.8.2008 16:25 Uhr
@klaus_weiss Beweise
"Nach dem Massaker an 1600 Einwohnern Zchinwalis," - Die Zahl stammt von den Osseten bzw. aus Moskau. Beweise gibt es keine. Sie, der Sie sonst immer eilig Beweise fordern, sollten das hier vielleicht auch tun.
Comment
von henrykonfu henrykonfu ist gerade offline | 12.8.2008 13:32 Uhr
@klaus_weiss
Wir sollten nicht zu früh jubeln. Die sowjetische „Glaubwürdigkeit“ habe ich noch zu gut in Erinnerung.

Nach Saakaschwilis eklatantem Eigentor schießt Russland jetzt auf das eigene Tor. Als ich gestern im Fernsehen den russischen Präsidenten Medwedew gehört habe, wie er von „Bestrafung“ sprach, wurde mir klar, dass er nicht nur das Charisma einer offenen Selterflasche ausstrahlt, sondern sein Niveau eben in der Nähe von Rachefeldzügen liegt.
Medwedew sollte wissen : Die Schuldigen werden in Kriegen äußerst selten bestraft, aber immer unschuldige Menschen!

Außerdem hat Abchasien jetzt Oberwasser und wird sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen – mit russischer Hilfe.

Dass sich Saakaschwili als engster Verbündeter der USA irgendwann mal vor Den Haag verantworten muss, ist ziemlich unwahrscheinlich.
Comment
von rox rox ist gerade offline | 12.8.2008 14:27 Uhr
@henrykonfu
Es ist zu erwarten, dass Russland Kapital aus der Situation schlagen wird. Ob sie dazu politische oder militärlische Wege wählen, würde mich beides nicht wundern. International haben sie politisch sehr gute Karten, da Georgien den Krieg begonnen hat. Wenn sie jetzt die georgischen Städte tatsächlich in Ruhe lassen, können sie sich ohne Probleme als Friedensstifter darstellen.

Aus diesen Überlegungen heraus halte ich die Friedensankündigungen seitens Russland für gar nicht unwahrscheinlich.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 12.8.2008 14:42 Uhr
@henrykonfu
Der entsprechende Tagesspiegelartikel (Putins langer Schatten oder so) beschreibt, was da abgelaufen sein muß zwischen den beiden. Ich nehme an, es werden Köpfe rollen in den Diensten, weil die völlig ahnungslos gewesen sein müssen, und Medwedjew wird wohl ratlos durch den Kreml gewandert sein, bis Papa Putin ihm mitteilte, was er alles schon in die Wege geleitet habe. Da hat er sich einen herangezogen ...

Die BBC berichtete gestern abend, daß das alleinige Angriffsziel in Abchasien die demilitarisierte Zone gewesen sein soll -- der Reporter kann nicht an drei Stellen gleichzeitig sein.

Der Rachefeldzug fällt zum Glück aus; lt. BBC vom Mittag stehe eine Eroberung Georgiens nicht zur Debatte; einer, der sich jetzt aus der Deckung wagte, war der russische Außenminister, der den Rücktritt Saakaschwilis verlangte.

Die BBC kolportierte auch, daß Saakaschwili Selbstmord verüben wollte, seine Bodyguards dies aber verhinderte hätten. Eine Bestätigung habe ich nicht gefunden.
Comment
von unbekannt | 12.8.2008 18:46 Uhr
@klaus_weiss - Nach Angaben der Zeitung "Dein Tag"
versuchte Michail Saakaschwili Hand an sich zu legen - ein Leibwächter schlug ihm im letzten Moment die Pistole aus der Hand. Mediziner gehen davon aus, daß sein psychischer Zustand nicht angemessen ist. Er hält sich nur mit starken Psychopharmaka aufrecht. Sein Blick ist irr ...
Comment
von unbekannt | 12.8.2008 15:20 Uhr
Völkermord? Massaker?
Noch immer wird hier die Meldung der Russen über den angeblichen Völkermord in Südossetien kolporiert. 1600 Tote hat es laut Interfax gegeben. Bewiesen ist nichts.

Seltsam, dass ausgerechnet jene, die sogar deutsche Zeitungen für nicht objektiv halten, den russischen Medien so ohne weiteres Glauben schenken.
Comment
von rox rox ist gerade offline | 13.8.2008 17:30 Uhr
@hebold
Es ist auch nicht bewiesen, dass Russland in Georgien Menschen getötet hat.

Da aber weder Russland noch Georgien solche Statements dementiert haben, kann man getrost davon ausgehen, dass beides passiert ist.

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 24 - 4 = 


Anzeige
Weitere Themen

Wie Westerwelle wirkt Lesezeichen hinzufügen

Von Ulrich Sollmann
Der Coach, Körperpsychotherapeut und Publizist Ulrich Sollmann über den ... mehr...

Euro-Finanzminister einig über Notfallplan für Griechenland Lesezeichen hinzufügen

Die 16 Euro-Staaten wollen dem hoch verschuldeten Griechenland notfalls mit ... mehr...

Gorleben wird wieder erkundet Lesezeichen hinzufügen

Von Dagmar Dehmer/Reimar Paul
Die "Erkundung" des Salzstocks in Gorleben als Atomendlager wird nach zehn ... mehr...

Westerwelle zwischen Angriff und Verteidigung Lesezeichen hinzufügen

Von Hans Monath
Immer wieder holt Außenminister Westerwelle die Kritik an seiner ... mehr...

Deutsche Exportvormacht erzürnt EU-Partner Lesezeichen hinzufügen

Von Albrecht Meier
Deutschlands Exportstärke und Lohnpolitik geraten im Zuge der Griechenlandkrise ... mehr...
Fotostrecken

Dresden im Ausnahmezustand (11 Bilder)

Die glorreichen Sieben (7 Bilder)

100 Tage Schwarz-Gelb (16 Bilder)

Taliban attackieren Kabul (7 Bilder)

Präsidentenwahl in der Ukraine (8 Bilder)

2009 in Bildern (30 Bilder)
Mauerfall 1989 - Foto: dpa
Lesen Sie hier persönliche Geschichten aus dem Wendejahr