600 aus Libyen kommende Flüchtlinge haben sich mithilfe von vier italienischen Fischerbooten bei rauer See auf die Insel Lampedusa retten können. Dort befinden sich derzeit 1400 Afrikaner - obwohl das Auffangzentrum nur 700 Betten hat.
Rom -
In einem Herbststurm mit haushohen Wellen sind vier Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Süditalien ums Leben gekommen. Unterdessen erreichten mehr als 600 Menschen, die Mitte der Woche mit zwei Booten in Nordafrika aufgebrochen waren, in einer groß angelegten Rettungsaktion die Insel Lampedusa. In dem erneut heillos überfüllten Auffangzentrum auf der Insel sind damit nach Behördenangaben mehr als 1400 Flüchtlinge untergebracht. Das Zentrum verfügt nur über 700 Betten.
"Wir sind am Mittwoch von der libyschen Küste aus in See gestochen, dann sind vier von uns über Bord gefallen, und wir haben ihnen nicht mehr helfen können", berichteten Flüchtlinge nach der Ankunft in dem Auffanglager. In Zusammenarbeit mit der Hafenbehörde von Lampedusa gelang es vier Fischerbooten, die Immigranten vor dem Schiffbruch auf überaus stürmischer See zu bewahren. Die Bootsflüchtlinge hatten bereits am Donnerstag über ein Satellitentelefon um Hilfe gerufen: "Wir stecken in einem Unwetter und drohen unterzugehen."
Etwa 250 der Ankömmlinge sollten noch am Samstag mit Flugzeugen in andere Aufnahmelager gebracht werden. Jedes Jahr treten Zehntausende von Immigranten von Nordafrika aus die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer nach Südeuropa an.
(jvo/dpa)
Kommentare [ 1 ] Kommentar hinzufügen »
Es darf nicht weiter so sein, dass Griechenland, Italien und Spanien mit dem Flüchtlingsstrom mehr oder weniger von den anderen EU-Partnern allein gelassen werden.
Die Zusammenarbeit mit den nordafrikanischen Staaten muss weiter ausgebaut werden mit dem Ziel die Lebensbedingungen in den Herkunftsregionen der Flüchtlinge zu verbessern und den Flüchtlingsstrom einzudämmen.
Gleichzeitig halte ich Maßnahmen wie sie beispielsweise Spanien schon einmal getroffen hat (Legalisierung illegaler Zuwanderer) für das falsche Signal. Das wird noch mehr Menschen aus den armen und ärmsten Regionen Afrikas anziehen.
Wir dürfen uns auch nicht der Illusion hingeben, dass sich dieses Problem schon irgendwie von alleine lösen wird.
Die Armen klopfen jetzt an und wollen verständlicherweise auch ein Stück des Kuchens. Es wäre besser durch eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung und einen Ausgleich zwischen der 1. und der sogenannten 3. Welt letztendlich Frieden, Wohlstand und Stabilität auch in Europa zu sichern.
Und noch etwas in diesem Zusammenhang erscheint mir sehr wichtig: Aufgrund unseres eigenen demographischen Faktors droht das Problem des rasanten Bevölkerungswachstums (wenn auch verlangsamt, aber immer noch gewaltig...)aus dem Blickfeld zu geraten.
Eine gut unterstützte und gesicherte Geburtenplanung in den Armutsregionen dieser Welt ist u.a. die Investition in eine stabile Zukunft!