Weder Fernsehsender noch Kinos wollten ihn ausstrahlen – jetzt hat der islamfeindliche niederländische Politiker Geert Wilders seinen lange angekündigten Film über den Koran im Netz veröffentlicht. Der Politiker versteht seinen Streifen als "letzte Warnung".
Den Haag -
Untermalt mit Bildern von Hinrichtungen und Attentaten muslimischer Extremisten ruft Geert Wilders in dem Streifen auf: "Stoppt die Islamisierung, verteidigt unsere Freiheiten". Die Regierung in Den Haag zeigt sich seit Wochen besorgt, dass der Film Racheakte im eigenen Land und gegen niederländische Bürger und Einrichtungen in anderen Ländern auslösen könnte.
Wahrheitsgehalt bleibt offen
Wilders behauptet in dem etwa 15 Minuten dauernden Streifen, der Islam wolle alles beherrschen und unterwerfen und die westliche Zivilisation "vernichten". Zum Beleg zieht er Verse aus dem Koran über den Umgang mit nicht-islamischen Menschen an und zeigt dazu Bilder muslimischer Prediger, die zur Ermordung von "Ungläubigen" aufrufen. Im Nachspann gibt Wilders zwar seine Quellen an, jedoch ist es dem Betrachter nicht möglich, zu beurteilen, ob aneinandergefügte Szenen tatsächlich zusammengehören. Auch zeigt Wilders Schlagzeilen niederländischer Zeitungen, deren Wahrheitsgehalt offen bleibt.
Wilders, Vorsitzender der von ihm gegründeten "Partei für die Freiheit" (PVV), hatte den Film seit Monaten geplant. Seit die Regierung in Den Haag im Dezember 2007 öffentlich vor den möglichen Folgen warnte, tobt in den Niederlanden eine heftige Debatte. Weder Fernsehsender noch Kinos waren bereit, den Film ungekürzt zu zeigen ohne ihn vorher gesehen zu haben. Zuletzt musste er einen neuen Internetanbieter suchen, um den Film im Netz zu veröffentlichen. Der erste Anbieter hatten die Bereitschaft zurückgezogen, den Streifen ins Internet zu stellen.
Inhaltlich geht der Film nicht über das hinaus, was Wilders seit langem behauptet: Die westliche Politik verschließe die Augen vor der Bedrohung durch den Islam, während die Anzahl der Muslime in Europa stets ansteige. In einem Zeitungsartikel hatte Wilders seinen Film am Wochenende als "letzte Warnung" angepriesen.
(mfa/dpa)
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Kaum kommt etwas an Kritik aus den eigenen Reihen zu diesem Thema, haben wir schon Bedenken, dass wir andere Gefühle oder andere Sitten verletzen. Eine ziemlich heikle Denkweise, die wir uns da selbst auferlegen, oder die uns aufgezwungen wurde.
Bin mal gespannt, wie die Kommentare zu diesem Artikel sein werden.
2. Es sind nicht die Islamisten, die Ihnen die Bürgerrechte nehmen, sondern Politiker, die jetzt eine Chance sehen, das seit langer Zeit Geforderte endlich umsetzen zu können. Dazu benötige ich einen Buhmann, angefangen vom 11.9., dem kommenden Atomanschlag bis zum Kopftuchzwangimam um die Ecke. Die Gesetze in Deutschland machen immer noch deutsche Politiker, damit wir dann mit Überallbespitzelung, Biometrie in der Paybackkarte und auf dem Klo dann so sicher leben wie in Madrid und London.
3. Wenn Sie, @psylon, ohne den Film zu kennen, so etwas schreiben, sind Ihre Werte schon den Bach runter ... Das erinnert mich an die lobenden Worte für Schirinowski als dem Vertreter des Liberalismus in Rußland, obwohl keiner wußte, was der wollte.
der herr wilders ist ohne zweifel ein provokateur, der sich eindeutig den islam als zielscheibe ausgesucht hat um sich bei den wählern einzuschmeischeln. da der islam vor allem in dänemark ein ´´heikeles´´ thema ist wird er auch sein erfolg bekommen. aber dennoch möchte ich betonen, dass jeder das recht hat sich frei zu äussern. auch die moslime müssen kritik einstecken können, ob es dennen gefällt oder nicht.
Der 45-Jährige ignorierte die Warnungen niederländischer Sicherheitsbehörden und Politiker, fordert unter anderem einen Einwanderungsstopp für Muslime und ein Verbot des Koran, Umfragen zufolge könnte sie derzeit mit einer Verdopplung ihrer Sitze im Parlament rechnen.
Wilders: "'Fitna' ist die letzte Warnung an den Westen. Ob wir die Freiheit an unsere Kinder weitergeben oder ob wir unsere Freiheit im multikulturellen Morast versinken lassen."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,543850,00.html
Er bringt das Problem nur auf den Punkt.
In unschönen Bildern und Koranversen, die für sich sprechen.
Wilders erklärt den Islam und seine Marschrichtung in markanter, provokanter Weise. Das heisst aber nicht, dass er damit unrecht hätte.
Die islamischen Gebetsräume in staatlichen Berliner Schulen konnte er auf die Schnelle nicht mehr im Film unterbringen - aber das sagt doch schon alles darüber aus, wie weit die europäischen Gesellschaften schon in Angststarre verfallen sind. Wenn die Gesellschaft es nicht mehr schafft, unsere westliche Lebensart als lebenswert und attraktiv den Eingewanderten zu vermitteln und diese sich gegen unsere Werte entscheiden, müssen wir uns hier gegen sie wehren.
Nicht, weil wir Gewalt gegen Fremde befürworten, sondern weil wir uns sonst selbst aufgeben. Wir sollten uns daher nicht in Afghanistan verzetteln sondern in unserer "Festung" Europa das Schlimmste verhindern.
Im Internet gibt es schon einfachheitshalber zunehmend populäre Nachrichten Seiten, die mühelos nur noch dieses Thema bearbeiten in seinen vielen unschönen Facetten - ein Anbieter musste kürzlich einen größeren Server anschaffen, da ansonsten die mittlerweile täglich 30 000 Klicks nebst stündlich neuen News und entsprechenden Kommentaren nicht mehr zu bewältigen war...
@klaus_weiss: Jeder der etwas Kritisches sagt, wird (von Ihnen) in die rechte Ecke gestellt. Mal ganz abgesehen davon das ich mich als Sozialdemokrat gegen deratige Vorwürfe verwehre, sollten Sie sich vielleicht auch einmal mit Herrn Wilders und seiner Geschichte beschäftigen. Dieser Reflexkeule der Sie sich bedienen hat im 21. Jahrhundert endgültig ausgedient.
Aber vielleicht erleuchten Sie uns ja noch mit ihren Vorschlägen, wie Sie mit der Bedrohung durch fundamentalislamistische Kräfte umgehen wollen. Oder ignorieren Sie auch, das es eine Bedrohung gibt? Herr Chamberlain glaubte auch noch an den Friedenswillen von Hitler als der schon im Sudetenland die Fahne hisste.
mit einem ronald schill vergleichen kann. er nutzt jede gelegenheit
der provokation, um sich selbst in die medien zu bringen.
ich werde mir diesen film nicht anschauen, propagandamaterial der
nazis sehe ich mir ja auch nicht an.
"Es ist schon eine ziemliche Packung, die dem Zuschauer zugemutet wird. Es ist ein direkter Sprung ins Gesicht all jener, die die Probleme leugnen oder auf die lange Bank schieben wollen. Es ist aber kein rassistischer oder blasphemischer Film. Viele moderate Muslime, die selbst die Opfer der Fanatiker sind, werden ihn mit ebensolchem Entsetzen sehen wie säkulare oder christliche Zuschauer. Nur Verdränger haben ein Problem damit, so einen Film zu zeigen...."
"Der Öffentlichkeit ist so ein gequälter und quälender Film unbedingt zuzumuten. Wer glaubt, Dialog müsse immer nett und easy sein hat nichts verstanden. Fitna provoziert eine Krise, aber nur so gibt es in dieser jahrzehntelang verpassten Debatte Fortschritt."
Dem kann ich nur zustimmen!
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E8D0F82E79194489D98827BDD0155C162~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell
Der 'Film' taugt eher zum Lehrfilm eines Jihad-Anhängers, als dass er tatsächlich überzeugend über die 'schleichenden Islamisierung' Europas aufklärt oder Stellung nimmt.
Ich hatte mehr erwartet.
Was erwarten Leute wie Wilders eigentlich? Dass wir mit einem Messer auf die Straße gehen und auf Muslime einstechen? Dass wir sie in Umerziehungslager stecken und das dann begründen indem wir sagen wir wollen freiheitliche Gesellschaften bleiben? Dass wir, die wir so perfekt sind, gönnerhaft auf eine Reformierung des Islams drängen bei gleichzeitiger Besetzung des Iraks, Afghanistans und der Palästinensergebiete?
Für mich ist klar: Scharfmacher von allen Seiten dürfen keine Chance bekommen, eine "Islamisierung" wird bei ausgestreckten Händen nie stattfinden.
Zur Bedrohung: Lt. Thomas L. Friedman, der sich jahrelang im Nahen und Mittleren Osten mit den "Beteiligten" an Krieg, Bürgerkrieg und Terrorismus beschäftigt hat, open discussions an ägyptischen Universitäten durchführte und weder von "Neuer Freiheit" noch "Neuem Deutschland", sondern von der BBC bezahlt wird, ist der erste und wichtigste Grund überhaupt das Gefühl der permanenten Erniedrigung arabischer oder arabischstämmiger Menschen durch den Westen. Das können Sie und ich jetzt als unmotiviert abtun, ändert aber nichts am Gefühl dieser (meist jungen) Menschen. Zitat: "Wir sehen zu euch und eurer Kultur herauf, aber wir spüren, wie ihr auf uns herabseht." Von bin Laden über Al Sawahiri zu Hamas und Hisbollah immer der gleiche Effekt. Und wenn dann mal demokratisch und frei und direkt gewählt wird, ist die Antwort Verweigerung oder Putsch (Iran, Gaza). Wählt, wen WIR wollen, und alles wird gut.
Da gucken Kofferbomber mit einem blendend weißen T-Shirt und der Nummer 13 auf dem Rücken demonstrativ in die Überwachungskamera? Zeugen streiten alles ab, geben einen Tag später alles zu, nehmen am dritten Tag die Hälfte zurück und sterben dann vorsorglich (Quelle: SPIEGEL online)?
Immer wird Angst geschürt, bis wir nix mehr zum Verteidigen haben.
"Immer wird Angst geschürt, bis wir nix mehr zum verteidigen haben"? Richtig? OK, dann dazu ein anderes Zitat:
"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."
Martin Niemöller.
In dem Film werden hoch emotionale Bilder mit Emotionen weckender Musik unterspielt und dazu werden völlig unzulässige Kontexte hergestellt. Dazu wird der islamische Fundamentalismus mit dem Islam als Ganzes gleichgestellt und es wird nicht im geringsten differenziert. Wer diesen Film toll findet, der stellt sich auf eine Stufe mit islamischen Fundamentalisten, die etwa auf ähnliche Weise argumentieren. Genau den gleichen Film kann man umgekehrt drehen, wenn man Bilder von amerikanischen Soldaten zeigt, die Iraker töten. Als Hassprediger nimmt man dann Geert Wilders. Also ist im Umkehrschluss auch der Westen auf gnadenloser Vernichtungstour gegen den Islam?
Fakt ist, unsere heutigen Gesellschaften sind komplex; speziell in den Großstädten treffen sich die unterschiedlichsten Lebensvorstellungen, Haltungen, Religionen und Hautfarben. Das Zusammenleben ist dementsprechend nicht immer einfach. Was wir brauchen sind Strategien für ein gedeihliches friedliches Zusammenleben; dieses Gespür hat sogar jemand wie Schäuble mit seinem Islam-Gipfel bewiesen.
Wir müssen um moderate Muslime werben. Hass, Pauschalverurteilungen und diese ständige kampagnenhafte "Berichterstattung" unserer Medien (hier darf sich auch der Tagesspiegel angesprochen fühlen, bei dem inzwischen kein Tag ohne Moslem-bashing vergeht) tragen zu keinem Miteinander bei. Wenn jemand wie Wilders Ängste schürt, aber nichts zu einem Zusammenleben beitragen kann, kann er genauso gut die Klappe halten.
Zum Schluss hört man ein Reissgeräusch und es wird erklärt, dass nicht Wilders die gewaltverherrlichen Inhalte des Koran entfernen müsse, sondern der gläubige Moslem solle sich davon distanzieren.
Das ist eine richtige Aufforderung, die der Tatsache Rechnung trägt, dass im heiligen Buch des Islam vormoderne Gewalt-Inhalte vermittelt werden, die für eine westliche Gesellschaft schlicht untragbar sind.
Dieser Staat duldet doch auch sonst keine Gewaltverherrlichung - er darf es im Fall einer sich hier verbreitenden Religion schon gar nicht dulden.
Wir sind nicht nur der Freiheit der Religionen verpflichtet. Wir müssen auch die Freiheitswerte der Aufklärung verteidigen. Sie sind die Grundlage unseres gesellschaftlichen Lebens.
@klaus_weiss
Schon richtig, es ist (noch!) ein Gebetsraum. Der Skandal ist das Nichtstun, das Verstreichenlassen des Einspruchstermins. Die Angst der Verantwortlichen wird überdeutlich.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass es ein friedvolles, händchenhaltendes Miteinander zur Zeit nicht gibt. Auf absehbare Zeit nicht geben wird, da die Vorstellungen, wie und mit welchen Werten wir in Deutschland (oder in Holland, oder in Dänemark) zusammenleben, erschreckend weit auseinanderklaffen.
@ klaus_weiss, Ihre Art, jedem, der Kritik am Islam übt, eins mit der Nazikeule überzuziehen, ist so primitiv wie langweilig. Das können Sie doch besser.
Wie stellen Sie sich dann das Zusammenleben in unseren Gesellschaften vor? Kampf Mann gegen Mann, Christ gegen Muslim, oder sind Sie nur so mutig wenn Sie am Computer sitzen und ihre Postings schreiben? Darf ich mal Ihre Argumentation an Ihnen anwenden (weil Sie Klaus_Weiss ja so zurechtweisen): Sie braucht man nicht in die rechte Ecke stellen, das erledigen Sie schon selbst.
Das ist vom künstlerischen Wert etwas völlig anderes als beispielsweise die Karikaturen (der Zeichner hat sich ja wohl auch schon gegen die Nutzung seiner Werke im Film verwehrt, wenn ich das richtig überflogen habe), die ich ebenfalls als bereichernd empfand.
Aber dieser Film ist einfach nur ein primitives, übles Machwerk, das auf perfide Weise mit den Ängsten der Menschen spielt. So sehr ich auch gegen das Schwingen der faschistischen Keule bin, in diesem Falle ist es sogar tatsächlich einmal angebracht (in Bezug auf den Film!).
Hier bezog ich mich auf jimmyk's Vorwurf, die Medien, insbesondere der TSP, würden ein Moslem-Bashing betreiben (z.B. wenn sie über den Anteil von muslimischen Intensivtätern berichten?), und dem musste ich widersprechen.
Aber den Film habe ich mir angesehen. In ihm wird komprimiert gezeigt, wie ein Teil der Muslime Aussagen des Korans versteht und umsetzt. Das heisst aber nicht, dass alle Muslime den Koran so auffassen. Aber es reicht ja schon eine Minderheit an radikalen Muslimen aus, um für Unheil zu sorgen. Und davor warnt der Film. So fasse ich jedenfalls diesen Film auf. Als Warnung an uns alle. Gerade nach unserer geschichtlichen Erfahrung mit dem dritten Reich müssen wir gegenüber totalitären Gefahren wachsam bleiben.
gern auch mal 1,2,3, davon...
Können Sie das mit Quellenangabe/n belegen?
unter der überschrift "wovor haben sie angst?" relativiert er die angst
vor einem terroranschlag mit beispielen für gefährdungen, die jedem
täglich passieren können.
ein gelungenes programm, wie ich finde!
mein nachbar meinte neulich noch, dass er hintergrund-infos
neuerdings vor allem aus dem kabarett bezieht.