[Kommentare: 41]

Schweiz

Der unbeliebte Deutsche

Studie zur Germanophobie in der Schweiz: Mit 250.000 Einwanderern stellen die Deutschen in der Schweiz die zweitgrößte Migrantengruppe. Auf der Unbeliebtheitsskala belegten sie den vierten Platz nach den Migranten aus Ex-Jugoslawien sowie arabischen und türkischen Einwanderern. Sie seien unbeliebter als alle anderen Westeuropäer.
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Berlin -  Eine gute (Aus-)Bildung, eine Wohnung und ein Arbeitsplatz sind durchaus keine Garantie für eine gelingende Integration. Fremdenfeindlichkeit sei ein „komplexeres Phänomen als bisher gedacht“, sagt Marc Helbling vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Ressentiments gegen Migranten ließen sich nicht nur auf die Andersartigkeit des kulturell Fremden zurückführen, das legt seine Studie „Why Swiss-Germans dislike Germans“ ( „Warum Schweizer Deutsche nicht mögen“) nahe, für die der 33-jährige Sozialwissenschaftler die Hintergründe der Germanophobie in der Schweiz untersucht hat.

Mit 250 000 Einwanderern stellen die Deutschen in der Schweiz die zweitgrößte Migrantengruppe. Helbling hat vor allem die Situation der 26 000 Deutschen in Zürich untersucht. Bisher sei man in der Forschung davon ausgegangen, dass vor allem Migranten angefeindet würden, die aus total andersartigen, fremden Kulturkreisen stammten. Doch die Studie, sagt Helbling, zeige, dass die Deutschen in Zürich trotz großer kultureller Nähe mit massiven Ressentiments zu kämpfen haben. Auf der Unbeliebtheitsskala belegten sie den vierten Platz nach den Migranten aus Ex-Jugoslawien sowie arabischen und türkischen Einwanderern. Sie seien unbeliebter als alle anderen Westeuropäer.

Helbing nennt dafür zwei Begründungen. Zum einen würden die Deutschen, besonders die gut Gebildeten, speziell von gut gebildeten Schweizern als Konkurrenten um Jobs und Karrierechancen betrachtet. Zum anderen sei es neben dem als laut und arrogant empfundenen Auftreten der Deutschen „paradoxerweise die objektiv gemeinsame Sprache, die trennend wirkt“: Für Schweizer lägen Welten zwischen dem Schweizerdeutsch und dem Hochdeutsch. Und das Schweizerdeutsch werde von den Eidgenossen als „ungeheuer wichtig“ für die nationale Identität empfunden. mis

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.02.2010)
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Kommentare [ 41 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von papuatriade papuatriade ist gerade offline | 9.2.2010 22:12 Uhr
Bis in die 1960er Jahre...
...waren Schweizer ein angesagter Berufsstand in der deutschen
Landwirtschaft.Dann kamen die Melkmaschinen auf.Jetzt stottern
die Schweizer Geldmaschinen,weil sich die Deutschen nicht mehr
melken lassen. - So,liebe Schweizer,ändern sich die Zeiten.
Comment
von lucymeineke lucymeineke ist gerade offline | 10.2.2010 2:34 Uhr
Das ist ja ein sensationelles Forschungsergebnis
um das die Soziologie-Wissenschaft wieder mal mit großem Tra ra
bereichert worden ist (vermutlich eine Dissertation).

Ich habe in den Sechzigern in der Schweiz gelebt und gearbeitet und viele deutschsprachige Eidgenossen als Berufskollegen ausgesprochen als deutsch-und generell fremdenmisstrauisch erlebt bis hin zum Mobbing. Und das war beileibe keine persönliche Einzelerfahrung!
Schlechtere Bezahlung als Ausländer am selben Arbeitsplatz und Qualifikation - eine Selbstverständlichkeit.

Selbst in Freundes-u. Bekanntenkreisen musste man manche hämische Deutschen-abfällige Redensarten und arrogantes Verhalten über sich ergehen lassen u.gute Miene dazu machen, um sich als junger Mensch den Anschluss nicht zu verpatzen.

Ebenso speziell war u. ist von jeher die "geschäftsmäßige" Freundlichkeit, die so lange anhält bis das Geschäft bzw. der Service abgeschlossen ist. Aufs "Kühe melken" versteht man sich bestens.

Man ist dort eben am liebsten abgeschottet unter sich.

Helblings soziologische Begründungen sind also nur aktualisierte Rationalisierungen eines uralten Phänomens, die bereits "morgen" durch eine neue Studie abgelöst werden.

Es gibt jedoch glücklicherweise auch dort intelligente Landsleute, die darüber lachen können
-nämlich über sich selbst!

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von lucymeineke lucymeineke ist gerade offline | 10.2.2010 4:28 Uhr
„Germanophobie“ - unwortverdächtig dämlich
und sachlich-ethnisch falsch dazu!

Schließlich sind des Schweizers Artverwandten -die Alemannen- auch nur so insoweit beliebt, so lange sie nördlich der Alpen verbleibend ihr Schwarzgeld den Banken anvertrauen - südlich der deutschen Grenze natürlich.

Auf gleiche Weise tolerant
ist das Eidgenossenland
bei Bajuwaren, Sachsen, Schwaben
- so lange sie Moneten haben.

„Die“ gefürchteten Germanen? Wer sind sie? Woher und warum kommen sie?

Hat die Schweiz vor nichtdeutschsprechenden „Germanen“ aus dem hohen Norden keine Phobien, wenn diese es sich im Heidi-Land gemütlich machen wollen?

Das einzig wirklich Neue an dieser bemerkenswerten Studie scheint deren absurde Wortschöpfung zu sein, die nun sicher von allen Medien inflationär in Umlauf gebracht werden wird.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem sozialwissenschaftlichen Aufmerksamkeitserfolg!





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von berlin14057 berlin14057 ist gerade offline | 10.2.2010 7:44 Uhr
Als laut und arrogant
werden die Deutschen von den Schweizern empfunden. Wo sie Recht haben, haben sie recht. Dem kann ich mich als Deutscher (ich kann nichts dafür das ich Deutscher bin, als solcher wurde ich geboren) nur anschließen.
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von erreur_fatale erreur_fatale ist gerade offline | 10.2.2010 10:30 Uhr
Arrogant, laut, rechthaberisch, unverbesserlich, autoritätsversessen ...
Berlin 14057, ich kann Ihnen nur zustimmen und mich Ihnen anschließen. Nur eine Frage noch. Liegt es nicht an uns, uns und die Zustände in unserem Land zu ändern? *Ich hoffe, das war laut genug*

ef
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von paule paule ist gerade offline | 10.2.2010 10:36 Uhr
@Berlin14
Beim Karneval vielleicht. Ansonsten zeigt Ihr von dem Willen zur Selbstkasteiung und latentem Fremdschämen durchdrungener Kommentar lediglich das Sie wenig Erfahrung mit anderen Völkern haben.
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von ukubi ukubi ist gerade offline | 10.2.2010 10:38 Uhr
Da fragt man sich doch, warum Sie nicht auswandern
Ein Freund von mir ist vor 20 Jahren von Berlin nach Spanien gegangen, weil er "die Deutschen" so furchtbar spießig-piefig-miefig fand. Mittlerweile redet er genauso über "die Spanier" und wünscht sich zurück nach Deutschland.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass 90% Ihrer Mitbürger "die Deutschen" als "spießig" und "arrogant" empfinden und auf diese Weise versuchen, sich selbst als etwas Besseres darzustellen? Insofern sind Sie wohl leider ein sehr typischer Deutscher.

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von orkan99 orkan99 ist gerade offline | 10.2.2010 11:06 Uhr
Und Sie, Berlin14507?
Empfinden Sie sich auch als laut und arrogant? Oder sind Sie die berühmte Ausnahme? Wer sind denn die Deutschen - alle außer Sie? Denken Sie mal ein bisschen nach, vielleicht kommen Sie dann zu der ganz unschweizerischen Einsicht, dass Verallgemeinerungen dieser Art ziemlicher Blödsinn sind.
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von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 10.2.2010 11:20 Uhr
@berlin14057
Stimmt, ich finde Sie auch arrogant und rechthaberisch.

Mein gesamter Bekannten- und Freundeskreis ist es nicht. Die Kontakte in die Schweiz sind hervorragend. Es sind bestimmte Leute, die jeweils anderen ohne Anlass mit Ressentiments begegnen. Das das Thema jetzt oben schwimmt liegt an der Empfindlichkeit eines kleinen erfolgreichen Landes, dem man nun zu verstehen gibt, dass es jahrzehntelang zu einem großen Teil auf Kosten seines Nachbarn gelebt hat, und dies nicht mehr zu dulden bereit ist. Unter dem materiellen Druck, den die Finanz- und Wirtschaftskrise erzeugt, kommt es nun verstärkt zu Aufräumaktionen und dadurch ausgelösten Fiesheiten unter ehemals guten Nachbarn. Das wird sich wieder legen. Deutschland als gutmütiger und übermäßig toleranter Geldgeber wird langsam ein Modell der Vergangenheit.
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von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 10.2.2010 12:28 Uhr
@berlin14
Nicht ganz richtig! Ich hab mich selbst mal mit dem Verhätlnis zwischen Deutschen und Schweizern beschäftigt. Für das im Artikel geschilderte Phänomen gibt es eine Reihe von Erklärungen. Warum zum Beispiel nehmen die Schweizer die Deutschen als Arroganz und besserwissericsh wahr.
Nun, das liegt unter anderem am Sprachgebrauch. Dialekt und Hochdeutsch werden in der Schweiz komplett getrennt verwendet und nicht vermischt. Hierbei ist das Schweizerdeutsch die Umgangssprache und das Hochdeutsch die Sprache, die in der Lehre, bei Nachrichten usw. gebraucht wird. Hochdeutsch wird sozusagen als "Sprache der Wahrheit" verwendet.
Wenn nun der Deutsche mit dem Schweizer die ganze Zeit hochdeutsch spricht, fühlt dieser sich so, als hätte er die ganze Zeit einen Lehrer vor sich. Von daher hat der schwizer auch das gefühl, das Gegenüber sei arrogant und wolle sich über ihn stellen, obwohl dies nicht die Absicht des Deutschen ist.

Dieser Sprachaspekt wird aber auch von vielen Deutschen unterschätzt und stellt auch eine gewisse Schweizer eigenart dar. Denn wenn man von Berlin nach Hamburg, Köln oder München zieht ist es nicht unbedingt nötig den Dialekt zu lernen.

Die Schweiz ist zwar Kulturell ähnlich, aber sowas sind dann die kleinen unterschiede. Ein Schweizer schrieb mal in seinem Blog, dass gerade diese kleinen Unterschiede gerne von den Schweizern benutzt werden um sich damit übertrieben abzugrenzen und abzuheben gegenüber den Deutschen.

Auf der anderen Seite verhalten sich auch einige Deutsche dann wieder so, wie den so einigen Einwanderern in Deutschland vorgeworfen sind, sie halten die örtliche Kultur (sei sie auch noch die ähnlich) für albern und machen weiterhin ihr Ding und wundern sich warum sie anecken.

Des Weiteren sind die Deutschen ungewohnte Einwanderer. Bei den vorherigen Einwanderer standen die Schweizer in der Hirarchie in den Firmen immer über ihnen. Nicht so bei vielen hochqualifizierten Deutschen.
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von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 10.2.2010 23:26 Uhr
Hat was!
... Danke, hört sich plausibel an.

Gruß ro

(davon ganz abgesehen, verhalten sich Deutsche auf Mallorca auch nicht unbedingt artgerecht, könnte natürlich im anderen Ausland auch so sein, wer weiß?)
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von psylon psylon ist gerade offline | 10.2.2010 10:33 Uhr
Weder muss man in der...
Schweiz Urlaub machen, leben oder schweizer Schwarzgeld-Hehlern sein schwarz-verdientes Geld anvertrauen. Dafür ist das Land zu unwichtig.
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von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 10.2.2010 10:37 Uhr
Wie ist...
... eigentlich das Verhältnis zwischen den anderen Sprachgruppen und den entsprechenden Ländern? Also zwischen französischsprachigen Schweizern und Franzosen und italenischsprachigen Schweizern und Italienern?
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von felix felix ist gerade offline | 10.2.2010 10:44 Uhr
@berlin14057
'Als laut und arrogant werden die Deutschen von den Schweizern empfunden. Wo sie Recht haben, haben sie recht...'
Da kann ich nur mir R. Gernhardt sagen: Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche
Überall wo Ethnien in Gruppen auftreten neigen sie zum Laut-werden- da habe ich schon laute Deutsche, besoffene Briten und widerliche Schweizer erlebt....
Kein Grund, dies für eine nationale Charaktereigenschaft zu halten
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von kaleu kaleu ist gerade offline | 10.2.2010 10:48 Uhr
Das müssten die Schweizer, die das....
...betrifft, dann schon mal selbst analysieren. Vor allem anderen, wär für sie eine Analyse darüber aufschlussreich, wohin sie ihre Phobie führt.

Schliesslich ist die, zugegeben schöne, Schweiz als Urlaubsziel mehrfach ersetzbar. Es fällt noch nicht mal schwer drumrumzufahren. Schweizer Käse, Schokolade, Bündnerfleisch und Uhren etc., na ja, auch das ist nicht lebenswichtig. Auf diesem Gebiet hat sie zudem überragende Wettbewerber. Im guten Feinmechanik und Maschienenbausektor fehlen jedoch die benötigten Quantitäten. Auch hier wieder, treten überragende Wettbewerber auf.
Bleibt der Finanzsektor, der ist derzeit in Gefahr ruhiger gestellt zu werden.

Statt Politgetöse und Phobien zu pflegen, wär eher Verhandeln angesagt. Der Gedanke wird sich wohl bald durchsetzen, die Schweizer sind schließlich nicht blöd.

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von alterschwede alterschwede ist gerade offline | 10.2.2010 10:55 Uhr
Minderwertigkeitskomplexe
Also, erstens sind die Schweizer, zumindest die Deutschsprachigen, selber Germanen und auch Deutsche, die durch puren historischen Zufall ausserhalb des deutschen Nationalstaates leben, genauso wie übrigens die "Österreicher", die 1866/1871 aus Opportunitätsgründen dem Deutschen Reich nicht angeschlossen wurden (ansonsten wäre der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zerfallen - mit unabsehbaren Konsequenzen für die Stabilität Europas).
Dass die Schweizer die anderen Deutschen hassen, ist keineswegs verwunderlich und kommt in jeder Nation vor. In Deutschland selbst gibt es - milde ausgedrückt - Ressentiments gegen Sachsen, "Preussen", Bayern etc. Ostfriesen werden oftmals regelrechtem Mobbing ausgesetzt. Schauen wir uns Italien an, so haben Sizilianer ein ausserordentlich geringes Ansehen bei Norditalienern. In Frankreich, besonders im Süden, hasst man halt Pariser, und die Liste der Hassobjekte innerhalb der Nationen liesse sich noch lange fortsetzen.
Alles in allem kann man @Lucymeineke nur zustimmen - hier wird eine Binsenweisheit in ein wissenschaftliches Gewand gekleidet, denn in unserer heutigen Zeit ist selbst Gras solange nicht grün, bis dies durch eine "Studie" belegt wird.
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von PetraPassbohrung PetraPassbohrung ist gerade offline | 10.2.2010 12:18 Uhr
Wie wäre es,
"erstens sind die Schweizer, zumindest die Deutschsprachigen, selber Germanen und auch Deutsche, die durch puren historischen Zufall ausserhalb des deutschen Nationalstaates leben,"

sich bei Gelegenheit Haarfarbe, Gesichtsform und Körperbau der 'Schweizer' anzusehen. Als Germanen gehen die ganz sicher nicht durch und ihnen zu sagen, eigentlich seien sie Deutsche, kann in einem körperlichen Verweis enden.

Wollen Sie es sich nicht nochmal überlegen?
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von kaleu kaleu ist gerade offline | 10.2.2010 13:56 Uhr
Schnurzpiepe verehrte altschweden und...
...passbohrungen, aus welchem Stamme, aus welcher Region dieser Erde auch immer, sich "die Schweizer" zusammensetzen oder welchem sie sich zugehörig fühlen.

Nicht Schnurzpiepe ist hingegen, wie sie ihren Bankenapparat dazu nutzen, um deutschen Steuerhinterziehern behilflich zu sein in Deutschland Steuern zu hinterziehen.

Alles andere an der Schweiz und den Schweizern ist von geringerem Interesse wie auch deren Sache.

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von ahnungsloser ahnungsloser ist gerade offline | 10.2.2010 11:16 Uhr
Schweiz ist nicht gleich Schweiz
Als jemand, der vor 15 Jahren in die französischsprachige (frankophone)Schweiz ausgewandert ist, frage ich mich, ob Herr Helbling denn den Wahrheitsgehalt dieser Einschätzungen überprüft hat (nur um Missverständnisse zu vermeiden: ich zweifele nicht an der Richtigkeit seiner Ergebnisse).
Ich kann mich an die Überfremdungsdebatte durch Südeuropäer, die den Deutschen die Jobs weggenommen haben sollen, in Krisenzeiten in Deutschland erinnern. Nur, Deutsche wollten die meisten dieser Jobs gar nicht machen.

Bei meiner Übersiedlung musste mein Arbeitgeber nachweisen, dass er keinen Schweizer gleicher Qualifikation finden konnte. Die ersten 5 Jahre war ich rechtlich an den Arbeitgeber gebunden, d.h. bei Kündigung hätte ich innerhalb von 14 Tagen das Land verlassen müssen, ich konnte also nicht selbsständig den Arbeitgeber wechseln. Mein Arbeitgeber musste also nicht nur meine Qualifikation begründen, sondern auch noch 5 Jahre mit meiner Arbeit zufrieden sein.

Seitdem führe ich selber Einstellungsgespräche. Jedesmal suchen wir händeringend nach Deutschschweizern, weil wir überregional arbeiten. Leider ist vielen Schweizern die Umsiedlung von einer Sprachregion in eine andere schlichtweg zu viel, so dass wir kaum jemanden finden (ausser Deutsche).

Jede/r Schweizer/in, der/die unsere Institution verlassen hat, konnte umgehend einen neuen Arbeitsplatz finden. Vielleicht sollten einige Deutschschweizer auch mal über ihre Mobilität und den Wahrheitsgehalt des Konkurrenzdrucks nachdenken. Die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 4% und betrifft nicht die Stellen, für die hochqualifizierte Deutsche geholt werden.

Im übrigen bin ich, trotz radebrechenden Französischs nie fremdenfeindlich behandelt worden. Die Behörden, gerade zur Zeit der Übersiedlung, haben mich trotz der Sprachbarrieren zuvorkommender behandelt als mir dies jemals in Deutschland in meiner Sprache passiert ist.

Die Schweiz ist nicht gleich die Schweiz, und Schweizer sind nicht gleich Schweizer.
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von wg wg ist gerade offline | 10.2.2010 11:28 Uhr
Schweizerdeutsch lernen
Wenn die Sprache so wichtig ist - Schweizerdeutsch lernen, bzw. Kurse "Schweizerdeutsch für Deutsche" anbieten.
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von creaturiv creaturiv ist gerade offline | 10.2.2010 11:29 Uhr
Frage
Wer sind "die Deutschen" und wer genau sind "die Schweizer"?
Mene Landsleute erlben also Fremdenhass und Diskreminierung an der eigenen Haut? Das tut tatsächlich mir leid. Vielleicht sollten vin ihren Erfahrungen ausführlicher berichten. Das würde eventuell gut gegen den alltäglichen Fremdenhass so mancher Deutscher wirken.
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von kaleu kaleu ist gerade offline | 10.2.2010 12:07 Uhr
Na ja creaturiv, das muß Ihnen.....
...nicht leid tun. Das muß sportlich gesehen werden.
Ich muß nicht in die Schweiz, ich kann zur Not sogar drum herum fahren. Schweizer müssen nicht nach Deutschland kommen, falls sie`s nicht mögen. Das Drumherumfahren jedoch könnte den Schweizern wiederum schwerer fallen.
Warum sag ich das so? Das sagt nicht alles, doch eine ganze Menge.
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von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 10.2.2010 12:16 Uhr
@creaturiv
Irgenwie fehlt mir bei dem Beitrag der innere Logik. Zuerst wird die Frage gestellt, wer denn "die Schweizer" und "die Deutschen" seien, gleich im nächsten Satz die Antwort selbst zu geben, die entsprechenden Landsleute.
Aber dann wird die Sache kurios, denn jemand, der sonst aus der Gruppe kommt die bei sowas sonst eine Relativierung sehen, relativiert nun selbst und spannt den Bogen von Fremdenfeindlichkeit in der Schweiz von Schweizern gegenüber Deutschen hin zu Fremdenfeinlichkeit in Deutschland, was überhaupt nicht Thema dieses Artikels ist.
Damit wäre ja der nächste logische Schritt zu verlangen, dass in den Herkunftsländern der Einwanderer in Deutschland auführlich über erlebte Fremdenfeindlichkeit gegenüber dieser Gruppe zu berichten um die Fremdenfeindlichkeit in dem entsprechenden Land zueinzudämmen.
Das es diese Fremdenfeinlichkeit gibt, scheint für creaturiv also nicht so schlimm zu sein, vielmehr sieht er sie als Therapie fürs Heimatland.
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von egonthebloke egonthebloke ist gerade offline | 10.2.2010 11:30 Uhr
Typisch Schweizer
JA wie immer in der Schweiz. Sobald es ihnen um ihr Geld geht werden Sie unfair. Sie mögen ja wie im Artikel beschrieben die Deutschen nicht, weil sie genauso gut oder besser ausgebildet sind und ihnen Arbeitsplätze wegnehemen und, weil die Deutschen ihre räuberische Geldmaschine, sprich Banken,so langsam anfangen trocken zu legen.Im Grunde ist die Schweiz ein moderner Piratenstaat, der von den Vergehen (Steuerhinterziehungen) der Ausländer sehr gut lebt,ich möchte beahupten zu einem sehr großen Teil lebt.Und entlarvt sehen die Nachbarn damit nicht gut aus. Man sollte da auch nicht mehr in Urlaub hin. Mache ich schon lange so. Fahre nicht in ein Land in dem ich schräg angeschaut werde nur weil ich Deutscher bin!
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von serafin serafin ist gerade offline | 10.2.2010 11:58 Uhr
man darf nicht vergessen ...
man darf nicht vergessen, der Durchschnitts-Schweizer ist nicht mehr oder weniger intelligent, wie ein Durchschnitts-Deutscher. Zeitungen auf dem Niveau unserer "Bild-Zeitung" werden dort genau so häufig gelesen wie hier, und wenn es dann Kampagnen dieser Bulevardblätter gegen Deutschland gibt, gährt der Stammtisch. Dass die USA die Schweizer Politik mit der Androhung von Milliardenstrafen gezwungen hat, Listen von Geldanlegern aus der USA zu liefern, findet man ganz bestimmt nicht in diesen Blättern, hier wie dort große Überschriften, wenig Text, keine Hintergrundinformation. Aber vielleicht gibt es ja auch bald eine Kampagne gegen die Schweizer in unserer Bulevardpresse. Bei einer anschließenden Umfrage schaffen es ja dann die Schweizer "den vierten Platz nach den Migranten aus Ex-Jugoslawien sowie arabischen und türkischen Einwanderern".
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von jungle jungle ist gerade offline | 10.2.2010 12:31 Uhr
Oh, diese bösen Schweizer
Ich kenne zwar die konkrete Situation in der Schweiz nicht. Allerdings sollte man den Schweizern nicht sofort Fremdenfeindlichkeit unterstellen, wenn man das Verhalten und Auftreten unbeliebter Einwanderer nicht genauer zu untersuchen bereit ist. Ich kann mir zumindest vorstellen, dass sich Deutsche in der Schweiz mitunter arrogant benehmen. Das mögen die heimatverbundenen Eidgenossen natürlich überhaupt nicht, versträndlicher Weise. Wenn die Schweizer mit anderen Migrantengruppen gut auskommen, würde dies gegen eine generelle Einwandererphobie sprechen. Aber das interessiert viele nicht. Es ist zur Zeit chic, unsere Nachbarn ins falsche Licht zu rücken.
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von kaleu kaleu ist gerade offline | 10.2.2010 15:14 Uhr
Aber jungle, von "bösen Schweizern" ...
...ist doch gar nicht die Rede.
Kann sein, dass es da einige gibt die böse sind. Doch davon gibt`s anderwo auch welche.

Sie erklären die konkrete Situation nicht zu kennen und glauben gleichzeitig sich vorzustellen, dass Deutsche sich mitunter Arrogant verhalten. Ja Potzblitz jungle, jede/r kann sich alles und jedes aus der Ferne vorstellen. Wenn Sie intensiv suchen, bekommen Sie dazu auch noch die gewünschte Bestätigung.

Hier jedoch geht`s um die beleidigten Leberwürste unter den Schweizern. Die können`s eben noch nicht ertragen, dass aktuell, z.B. deutsche, nicht damit einverstanden sind, dass schweizer Banken/r, deutschen Steuerhinterziehern beim Steuerhinterziehen in Deutschland behilflich sind.
Es ist also nichts chic daran das diese eben, genannten Schweizer so verfahren.

Ex Ihrer Banken/r, gibt`s also nichts wesentliches an der Schweiz und den Schweizern zu kritisieren. Falls Schweizer das im Umkehrschluss anders sehen, egal, da wird mir nicht bange. Das ist mir vielmehr schnuppe.
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von stefan.d. stefan.d. ist gerade offline | 10.2.2010 12:34 Uhr
Deutsche Sprache
Ich konnte erleben, dass gerade die Östereicher in der "gastlichen" Schweiz ganz unten auf der Verachtungs-Skala standen.
Ich habe mich immer nur über diesen Kleingeist amüsiert. Als besonders lustig fand ich, dass ich als Norddeutscher nur der "Sau-Schwob" war. Alle Deutsche sind "Sau-Schwobe".
Nur als Tourist wird man derartiges nie mitbekommen. Die Tarnung bestehnd aus dem merci- vielmoals, ist perfekt.
Für die Italiener hat man übrigens eine sehr nette Bezeichnung: "Drecks-Tschingen". Auf die eigenen Landsleute aus der West-Schweiz sieht man auch mit leicht harablassendem Blick herunter, sind halt nur "Welsche".
Übrigens auch in der Deutschschweiz gibt es feine Unterschiede, so blickt der deutschsprechende Oberwalliser (das Wallis hat einen eigenen Dialekt, der nichts mit dem Schwizerdütsch zu tun hat, was zur Folge hat, dass der Walliser mit dem Basseler und St-Galler Hochdeutsch und nicht Dialkt sprechen muß) voller Verachtung auf die "hürre Grühzine" aus Zürich, die gelten nämlich bei den Bergvölkern als der Inbegriff der Arroganz......Die sind sich ja untereinander nicht grün, wie soll es dann erst den Ausländern ergehen?
Ach so, der letzte Krieg der Schweiz, war ein Bürgerkrieg, der Sonderbund Krieg von 1847 (da ging es um Sezession bzw. die Einheit der Nation).
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von hosse1 hosse1 ist gerade offline | 10.2.2010 12:42 Uhr
vielleicht sollte man die Studie
einmal anders interpretieren, als zweitgrößte Migrantengruppe sind die Deutschen in der Beliebtheit auf dem vierten Platz.

Also sind wir doch im Verhältnis noch recht beliebt.
Oder unterliege ich einem Denkfehler?

Nebenbei gesagt, geniessen die Schweizer hierzulande auch keine besonders hohe Beliebtheit, es sei denn sie kaufen einen Mercedes, BMW oder Audi.

Gruß Hosse
Comment
von unbekannt | 10.2.2010 12:48 Uhr
Schwyzerdeutsch
klingt in meinen Ohren nicht schön. Ich stamme aus einem südlichen Bundesland und musste als erstes natürlich Hochdeutsch lernen, um nicht ausgelacht zu werden im Norden. Sind die Schweizer stolz auf ihren komischen Dialekt oder zu faul, Hochdeutsch zu lernen?
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von kaleu kaleu ist gerade offline | 10.2.2010 14:10 Uhr
Verehrte Lili2010, nicht so bescheiden, ...
...schweizerdeutsch oder bayrischdeutsch oder sächsischdeutsch etc.pp, alles unwichtiges Nebenwerk. Es ist wie`s ist, einer mag den einen, ein anderer den nächsten Dialekt.

Schweizerdeutsch klingt erst dann unangenehm, wenn schweizer Banker Steuerhinterziehern, Hilfe bei der Steuerhinterziehung in deren Heimatländern versprechen.

Was den Rest angeht, sind die Schweizer, mehr oder weniger, wie überall auf Erden, nette und kluge Leute.

Fazit: Hochdeutsch ist zweitrangig!
Comment
von erreur_fatale erreur_fatale ist gerade offline | 10.2.2010 14:30 Uhr
Na und, Lily2010????
Ich finde ihn einen der schönsten Dialekte, "wo" überhaupt gibt!!

Wollen wir jetzt darüber abstimmen, oder sind uns die zahlreichen hier in den Kommentaren genannten Vorurteile, Vorbehalte und Ressentiments doch schon genug Albernheit?
Comment
von stefan.d. stefan.d. ist gerade offline | 10.2.2010 14:30 Uhr
@Lily
Die Schweizer sprechen besseres Schriftdeutsch als die meisten Süd,- Südwest,- Südost-Deutschen und Östereicher.
Der Dialekt ist für die Schweiz das wichtigste nationale Identität stiftende Merkmal, nur über den Dialekt können sie sich von den (un)geliebten Nachbarn im Norden und Osten abheben.
Ich war kürzlich in Linz, sprachlich die reinste Katastrophe, selbst der Hotel-Portier war nicht in der Lage auch nur einen vernünftigen Satz auf Hochdeutsch zu sagen. Oder machen Sie den Lakmustest, gehen Sie nach Weil am Rhein und danach nach Bassel. Was glauben Sie wo man als Norddeutscher sprachlich besser zu recht kommt?

Wenn Sie meinen anderen Kommentar gelessen haben, denken Sie vielleicht, dass ich die Schweiz nicht mag. Ich mag die Schweiz sehr gerne, die haben wie alle anderen Europäer halt auch ihre Macken.
Nur eines werden Sie da nie erleben, die Unhöflichkeit mit einem Fremden Dialekt zu reden. In der Schweiz wird man immer mit einem Deutschen oder Östereicher Hochdeutsch reden.
Eine Höfflichkeit, die vielen Deutschen und Östereichern vollkommen abgeht.
Comment
von dali dali ist gerade online | 11.2.2010 2:22 Uhr
Und auch für @stefan gilt,
weder Schyzerdütsch noch Österreichisch sind "Dialekte", sondern Sprachen, sodass sich die Frage nach der Kenntnis der "hochdeutschen" Sprache bestenfalls in einem bildungspolitischen Zusammenhang stellen lässt,
nicht aber als Maß der Kenntnis der dortigen Bewohner ihre eigenen Sprache.
So ist denn die grausame wahrheit für stefan,
nicht die Linzer sollten "hochdeutsch" können, sondern er vielleicht österreichisch...
Comment
von dali dali ist gerade online | 11.2.2010 2:16 Uhr
Liebe @lily (12:48)
ohne mich in die Diskussion selbst einzumischen,
muss ich ihr sagen,
dass "Schwyzerdütsch" KEIN Dialekt,
sondern eine Sprache ist.
Die Kriterien, was eine Sprache, ein Dialekt oder eine Varietät ist, haben die Lingusten festgelegt und sie gelten.

Allerdings sollte man sich durchaus fragen,
warum augerechnet jemand, der ja wohl in der Nähe der Schweiz, aber auch Österreichs (das auch eine "Sprache" hat) aufgewachsen ist,
da noch nicht drauf hingewiesen worden ist...
Comment
von mstaehl mstaehl ist gerade offline | 12.2.2010 15:30 Uhr
Kühlen Kopf bewahren
Man sollte diese Debatte nicht überbewerten und die Frage mit kühlem Kopf angehen. Die Schweizer sind nicht partout deutschfeindlich, das ist Unsinn! Das Thema wird in den Medien meines Erachtens hochgespielt, es wäre an der Zeit, die Situation zu entdramatisieren. Natürlich gibt es gewisse Spannungen zwischen Deutschen und Schweizern, und dies hat bestimmt mit gewissen Mentalitäts- und Sprachunterschieden (und noch mehr vielleicht mit den grossen Ähnlichkeiten untereinander) zu tun. Aber lassen wir doch einmal ein wenig "Coolness" in die Diskussion kommen und verabschieden uns von allzu oberflächlichen Pauschalisierungen auf beiden Seiten.

(Dies schreibt ein Schweizer-Deutscher Doppelbürger, der gleichermassen in Deutschland und in der Schweiz gelebt hat)
Comment
von mstaehl mstaehl ist gerade offline | 12.2.2010 15:53 Uhr
Sprache oder Dialekt
Das Schweizerdeutsche (das es als solches nicht gibt: es gibt Berndeutsch, Zürichdeutsch, usw., die sich zum Teil erheblich unterscheiden) ist keine Sprache, es handelt sich um Dialekte. Selbstverständlich ist die Unterscheidung zwischen Dialekt und Sprache eine historisch übereingekommene Festlegung und beruht nicht auf linguistischen Kriterien. Es gab eine Zeit, in der man die "Hollandisierung" der Schweiz, d.h. die Loslösung der Schweiz vom deutschen Sprachraum und die Standardisierung der Schweizer Dialekte befürchtete. Dazu ist es, wie wir wissen, nicht gekommen. Die Idiome der Deutschschweiz sind Dialekte - aber eigentlich trägt diese Fragestellung (ob Dialekt oder Sprache) auch gar nichts zur aktuell laufenden Diskussion bei
Comment
von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 10.2.2010 14:56 Uhr
Oh Mann !
Die Schweizer wagen es tatsächlich Ressentiments gegen die Deutschen zu haben? Ja, und?
Engländer und Franzosen konnten auch 500 Jahre nicht miteinander, Deutsche und Franzosen konnten fast 1000 Jahre nicht miteinander, Spanier und Franzosen schätzen sich bis heute nicht besonders, etc. pp. Selbst die Schotte untereinander sind sich nicht ganz grün. Fragt mal nen Hochlandschotten was er von nem Low-Land-Schotten hält... im Zweifel: Ohren zu halten.
Noch in den 70er, anläßlich irgendeiner Fußballmeisterschaft sind im deutsch-niederländischen Grenzgebiet (Mischbevölkerung) fast die Fäuste geflogen... am nächsten Tag ist man wieder zusammen saufen gegangen.

Persönlich hab ich keine Probleme mit den Schweizern, weder mit denen die ich geschäftlich kennen lerne noch die paar die ich privat kenne. (Als Fahrgäste sind sie manchmal etwas knickerig mit dem Trinkgeld, aber das ist allgemein so, südlich der Deutschen Grenze.) Und richtig fies werden die Leutchen wenn man sie mit Össis verwechselt.... dabei liegt die Geschichte mit dem Tell und den Österreicher schon ein ganzes Weilchen zurück.
Übrigens, die Schweiz ist eigentlich Mini-Europa, ein Vielvölkerstaat, man gucke sich die Zusammensetzung genauer an.
Und einem anderen Land ernsthaft seine Gesetze vorzuwerfen... solange sie nicht gegen die Menschenrechte verstoßen....
Comment
von dali dali ist gerade online | 11.2.2010 2:07 Uhr
Warum sagt Ihr nicht einfach
dass viele Schweizer,
genau wie sehr viele Menschen hier,
einfach fremdenfeindlich sind
und jeweils nur Gründe gesucht werden,
warum das nun mehr oder weniger berechtigt ist.

Als hier die Minarett-Diskussion ablief,
waren sehr viele plötzlich "Schweizer"
jetz sind wir die "Türken"
und siehe da,
plötzlich wird das alles sehr differenziert betrachtet...
Comment
von almabu almabu ist gerade offline | 11.2.2010 9:45 Uhr
Das Thema wird hoch gespielt!
Bin an der Schweizer Grenze (Zum Kanton Thurgau) aufgewachsen. Einige hundert Meter südlicher geboren, wäre ich heute Schweizer, nur der Rhein bewahrte mich vor diesem Schicksal!
Das Schlimmste, was ich über das Verhältnis sagen könnte, war ein gelegentliches "nebeneinander her leben", ohne sich groß um den Anderen zu kümmern. Gab es aber Kontakte, und es gab sie häufig, dann waren die äußerst angenehm und freundlich. Ob irgendwer womöglich hinter meinem Rücken leise "Sauschwob" murmelte, mein Gott, das kümmerte mich als jungen Menschen nun wirklich nicht! Ich finde, die Schweizer sind sehr angenehme Nachbarn, nur an ihren Einflugschneisen nach Zürich müssen sie noch arbeiten;-))

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