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Datenkauf

Rechtes Feindbild in der Schweiz

Der Streit mit Deutschland um die Steuerdaten freut besonders die Nationalisten in der Schweiz. Das Verhältnis der Nachbarn verkommt: Den Preis für das Debakel könnten jetzt die Deutschen in der Schweiz zahlen.
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Am Pranger. Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble, wiewohl keine Linken, sind zum Feindbild rechtskonservativer Kräfte in der Schweiz geworden. Foto: dpa KEYSTONE
Lange hielt sich Christoph Blocher zurück. Der Anführer der rechtsnationalen Schweizerischen Volkspartei (SVP) bellte nicht, er beobachtete den Steuerstreit mit Deutschland nur. Dann brach es aus dem Volkstribun heraus. „In der deutschen Regierung hat es Kriminelle“, hetzte Blocher in typisch Schweizer Diktion auf TeleZüri. Gleichzeitig tauchen in Zürich „Fahndungsplakate“ der „Jungfreisinnigen“ auf: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble werden wegen Bankraubs gesucht. Und das Magazin Weltwoche empfiehlt, „alle deutschen Minister, die unsere Grenze überschreiten, umgehend zu verhaften“.

Die Kriminalisierung des Kabinetts in Berlin ist schriller Höhepunkt einer aufgepeitschten Debatte in der Schweiz: Seit Tagen diktiert der geplante Kauf einer Liste mit deutschen Steuersündern durch Berlin die Politik des kleinen Landes. Helvetien fühlt sich von seinem wichtigsten internationalen Partner an die Wand gedrängt, verraten und gedemütigt. Das Verhältnis der Nachbarn verkommt: Den Preis für das Debakel könnten jetzt die Deutschen in der Schweiz zahlen.

Inzwischen leben rund 250 000 Männer, Frauen und Kinder aus dem „großen Kanton“ in der Alpenrepublik; ihre Zahl nimmt ständig zu. „Man beobachtet den Streit schon mit ernster Sorge“, sagt ein deutscher Banker aus Zürich, der anonym bleiben will. „Die antideutsche Stimmung droht zu eskalieren.“

Zumal die größte Partei des Landes, die SVP, in der Kampagne gegen die Deutschen den Takt vorgibt. In Anzeigen behauptete der Zürcher Verband der Rechtsnationalen, in der Hochschullandschaft herrsche ein „deutscher Filz“. Der SVP-Chefideologe Christoph Mörgeli zischte in einer Talkshow, es sei eine „Kriechhaltung“ gegenüber den Deutschen, dass die Universität Bern der Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ehrendoktorwürde verliehen habe. Andere SVP-Ultras rufen immer wieder zum Boykott deutscher Waren auf.

Die antideutschen Ressentiments breiten sich im gesamten politischen Spektrum aus. Der Medienunternehmer Roger Schawinski, ein langjähriger Kämpfer gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, verlangte, die Schweizer sollten mit den Deutschen nicht mehr Hochdeutsch sprechen. „Bei den Jugoslawen sagen wir auch, die Integration geschieht vor allem über die Sprache“, wird Schawinski in einem Beitrag des liberalen Tages-Anzeigers zitiert.

Die Medien attackieren ohnehin seit Jahren die Zuzügler aus dem Norden. Mal fragen Zeitungen voller Sorge: „Kommen ab heute noch mehr Deutsche in die Schweiz?“ Oder: „Wie viele Deutsche verträgt die Schweiz?“ Dann wird seitenweise beschrieben, „wie sich die Germanen in der Kolonie Helvetien ausbreiten“. Und es wird unterstellt, Deutsche gierten „scharenweise“ nach dem Schweizer Pass.

Vor allem fürchten die Eidgenossen um ihre Chancen auf dem enger werdenden Arbeitsmarkt. Denn es sind meist gut qualifizierte Männer und Frauen aus der Bundesrepublik, die es in die Eidgenossenschaft zieht: In der Finanzbranche, in Universitäten und Krankenhäusern nimmt ihre Zahl stetig zu. So stellen die Deutschen schon fast ein Drittel der Professoren an der Universität Bern. SVP-Hardliner Mörgeli bringt den Groll vieler Schweizer über die deutschen Migranten auf den Punkt: „Wenn man hier immer Steuern bezahlt und Militärdienst geleistet hat, dann staunt man schon ein bisschen, wenn der Chef plötzlich Schulz heißt.“

Für die meisten Schweizer ist klar: Die Deutschen verdanken die Erfolge vor allem ihrer Ellbogenmentalität. Die Konkurrenz aus dem Norden gilt als kalt, berechnend und rücksichtslos – Charakterzüge die sich schon in der harten Sprache, dem Hochdeutschen, widerspiegeln. Das Schwyzertütsch hingegen klingt in helvetischen Ohren heimelig, stiftet Identität. Alles Negative an den Deutschen verkörpert keine Person so perfekt wie Peer Steinbrück. Erst drohte der frühere sozialdemokratische Bundesfinanzminister den Schweizern mit der „Peitsche“. Später verhöhnte er sie als „Indianer“, die bei Drohungen mit der „Kavallerie“ schnell die Waffen strecken. Der knorrige Ex-Kassenwart gilt in Helvetien noch immer als „der hässliche Deutsche“. Genauso wie es vor gut einem Jahr eine Zürcher Zeitung verkündete – in schwarz-rot-goldenen Balken.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.02.2010)
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Kommentare [ 46 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von remember remember ist gerade offline | 6.2.2010 18:16 Uhr
Ich verstehe die Aufregung
in der Schweiz nicht. In Deutschland wurden die Bürger um zig Milliarden betrogen, die man den Banken hinterher warf und niemand hat solche Plakate gedruckt.
Warum eigentlich nicht?
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von marel marel ist gerade offline | 7.2.2010 16:07 Uhr
Gute Frage
Die Schweizer haben ein völlig verzerrtes Rechtsbewußtsein. Das kommt davon, wenn man ihnen das so lange durchgehen läßt.

Nur weil ein Raubritter in den Alpen erklärt, daß Raubrittertum und Finanzhehlerei rechtens sein, so wird aus seiner Ritterburg noch lange kein Rechtsstaat.


Die Schweizer sollten gelegentlich einmal wieder die Bibel lesen: Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr?
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von klammer klammer ist gerade offline | 6.2.2010 20:44 Uhr
Ressentiments
in der Schweiz gegen die Deutschen sind nichts Neues: Mehr oder weniger unverhohlen wurden sie seit Jahren vorgetragen, jedoch nie so schrill wie heute, zumal von offizieller Seite. Es scheint, als verlören die Eidgenossen langsam ihren Gleichmut.
Dabei ist die Aufregung um diese CD wenig nachvollziehbar: Es ist ja nicht so, als würden nun alle Deutschen aufgerufen, ihre Gelder aus der Schweiz abzuziehen. Der Streit betrifft ja nur diejenigen, die hierzulande Steuern hinterzogen haben. Dass die Bundesregierung nun den Kauf der CD beschließt, mag rechtlich auch in Deutschland umstritten sein. Doch selbst wenn in ein paar Monaten die Gerichte den Kauf als unzulässig bewerten, dürfte - bedingt durch Selbstanzeigen von Steuersündern, die die Nerven verlieren - der finanzielle Gewinn immens sein.
Zur Wissenschaftslandschaft: Die Schweiz beherbergt in der Tat einige sehr geachtete Hochschulen. Der internationale Rang wurde aber vor allem durch internationale Wissenschaftler geschaffen, denen man optimale Bedingungen schuf. Dass darunter viele deutsche sind, liegt zum Teil auch in der zeitweise miserablen Hochschulpolitik der Bundesrepublik begründet. Rückkehrer z.B. aus den USA fanden/finden eben in der Schweiz bessere finanzielle Ausstattungen vor als in Deutschland. Wenn es keine Deutschen wären, wären es eben Franzosen, Amerikaner, Japaner usw. Der Groll ließe sich dann halt nicht mehr in einer Deutschen-Hatz fokussieren, wäre aber nicht weniger schrill.
Die Schweiz befindet sich in einem Dilemma: Einerseits will man ein "Global Player" sein, was sich unter anderem in der Ausgestaltung des globalen Finanzschauplatzes, der neutralen Außenpolitik und der Forschungslandschaft widerspiegelt, andererseits schreit die Rechte nach mehr nationaler Identität. Irgendwo dazwischen wird man sich einrichten müssen, denn beides zusammen wird nicht erreichbar sein. Käse und Schokolade allein machen die Schweizer jedenfalls nicht satt.
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von felix felix ist gerade offline | 6.2.2010 22:00 Uhr
...diese Schweizer Nationalisten...
..sind halt so unerträglich we rednacks überall auf der Welt- sie versuchen, eigenes Versagen anderen in die Schuhe zu schieben - ein Trost: sie werden damit nicht weit kommen in Europa.
Eine Isolation würde der Schweiz mehr schaden als allen anderen.
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von unbekannt | 7.2.2010 9:21 Uhr
Schande für BRD ( Schade )
Weil Ihr Deutschen Euch leider bis heute in der wirklichen Weltpolitik und sogar in Eurem eigenen Land keine ordentlichen Politik führen könnt, ( siehe, Hartz IV, Steuerpolitik, Afghanistan ) usw. glaubt Ihr die Schweiz verurteilen zu können. Ein Land mit 80; Millionen EW schafft es nicht einmal im Verhältnis zur Schweiz 7.8; Milionen EW den gleichen Wirtschaftlichen - Stand zu erreichen. Ihr Deutschen kricht vor grossen Gegnern, wie Polen, Russland, Frankreich, USA und sogar dem Iran wie eine kleine Ameise. Da kann mann ja von der Eigenen Unzulänglichkeit ablenken und sich klein Staaten wie die Schweiz. Liechtenstein und sogar auf eine etwas behutsamere Art auch Luxemburg und Austria vornehmen.

Frau Merkel, Herr Schäuble warum vergessen Sie, auch mal die Schweiz dem BRD Volk als das darzustellen was Sie wirklich ist, ein äusserst moderner Staat der sic in EUROPA und in der ganzen Welt mit GELD und sozialem Angement immer wieder aufs Neue bewährt.

Nu zu guter letzt Diebsthl bleibt Diebstahl.
Und Deutsche Mendalität, bleibt Deutschte Mendalität.
( Vor den Grossen Kriechen und die kleinen bekämpfen ) !!
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von klammer klammer ist gerade offline | 7.2.2010 12:17 Uhr
Mal kurz Luft anhalten, Helvetic, und nachdenken
Die Nutzung der CD zielt ja nun eben nicht auf die Verurteilung der Schweiz, sondern auf die potenzielle Verurteilung deutscher Steuerhinterzieher. Und die sind in der Schweiz, Liechtenstein, Österreich usw. vor Einführung der Doppelbesteuerungsabkommen (existiert mit der Schweiz noch immer nicht, und wurde nur nach immensem Druck aus dem Ausland in Verhandlung genommen) immer herzlich willkommen gewesen. Sie schreiben einen richtigen Satz: Diebstahl bleibt Diebstahl. Aber Geld stinkt ja bekanntlich nicht für jeden. In einem Land, das 5% seiner Einnahmen aus Bankgeschäften mit fremden Geldern schöpft, nachvollziehbar schon gar nicht.

Ihr Nationalgefühl in Ehren. Doch seit den 40er Jahren wissen wir auch, dass die Schweizer Großmütigkeit ihre Grenzen hat (offizielle Stellungnahmen zur Aufnahme jüdischer Flüchtlinge). Ganz im Gegenteil: Jüdische und Nazivermögen hat man mit Freuden verwaltet. Untersuchungen zu versteckten jüdischen Vermögen gab es erst Mitte der 90er, auch in diesem Fall nicht etwa freiwillig, sondern auf Druck der USA und des Jüdischen Weltkongresses. Mich würde interessieren, wie viel diese über Jahrzehnte geparkten Devisen abgeworfen haben, die dann auch für - wie schreiben sie so schön - "soziales Engagement" zur Verfügung standen. Auch vergessen Sie einen weiteren wichtigen Beitrag zur Schweizer Volkswirtschaft: Den Tourismus. Die Schweiz ist ein schönes Land, da fahren auch die Deutschen gerne hin.

Was die Positionierung in der Weltpolitik betrifft, irren Sie (siehe Schröders Nein zum Irakkrieg, die deutlichen Worte der Bundesregierung zum Iran - hat man die aus der Schweiz je gehört?, die besonders eng geknüpften Bande zwischen Frankreich und Deutschland). Aber natürlich ist ein Land, das sich stets hinter seiner Neutralität verkriecht, davor gefeit. Leider greift diese List aus historischen Gründen, aber auch wegen wegen der Größe der Volkswirtschaft, für die Bundesrepublik nicht.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 12:51 Uhr
Richtig, hevetic1, vollkommen richtig
Wenn man Geschichte und Gegenwart ignoriert.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 12:54 Uhr
Nachtrag
Mit Ihrem arroganten Statement zeigt sich wieder einmal, dass die (in Ihrem Sinne) deutschesten Personen Schweizer sind.

Ich bitte das nicht misszuverstehen. Die Schweiz ist ein tolles Land. Dennoch muss dieser Art von Arroganz, die auf Substanzlosigkeit, Ressentiments und Ignoranz (der Fakten) gebaut ist, aufs Schärfste widersprochen werden.
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von stefan.d. stefan.d. ist gerade offline | 7.2.2010 13:22 Uhr
@Helvetic
Lieber Schweizer,
wo haben Sie den Ihr Deutschlandbild her? Ich denke über den BLICK, sind sie noch nicht hinaus gekommen.

Übrigens, die Deutschen lieben und achten die Schweiz, Sie sind uns liebe und verehrte Nachbarn. Ich kann halt nichts dafür, dass wir viel größer sind. Nur, wenn man international mitspielen will und nur das, generiert der Schweiz ihren Reichtum, muß man sich auch an best. Spielregeln halten und sollte sich nicht zickig und schmollend in eine Schweizerfahne einwickeln und vor lauter Frust 10 Tafeln Lind-Mont d´Or verdrücken und voller Wehmut an Wilhelm Tell, Winkelrid, Rütli-Schwur und andere Märchengeschichten denken. Und bedenken Sie, mit ihren ca 7 Mill. Einw. (wieviele davon sind eigentl. richt. Bio-Eidgenossen?)ist die Schweiz industriell und wissenschaftl. viel zu überdimensioniert aufgestellt und würde ohne die vielen Ausländer wirtschaftl. auf die Stufe Albaniens rutschen.
Unterhalten Sie sich in Ihrem schönen Land einfach mal mit richtigen Fachleuten, Fabrikdirektoren, Krankenhauschefs, Hotelirektoren, ansonsten organisieren Sie die Ausbildung von Fachleuten in der CH so, dass sie ohne den Import von Top-Leuten aus Deutschland auskommen. Gehen Sie nur einmal in die Küchen der Grand-Hotels von St-Moritz, die meisten Züricher-Geschnetzelte, sind da nämlich deutsche Geschetzelte!
Von der Top Ausbildung in D wirtschaftl. provitiern und dann noch hingehen und internationalen Kriminellen vor den Banken den roten Tepich ausrollen, da sag ich nur "pfui Teufel".

Und jetzt gehen Sie und verziehen Sie sich in Ihr albernes Reduit, dieser in Stahlbeton gegossene (wo kam egentlich der Stahl her?) Mythos und reinigen Ihr Sturmgewehr (wo kommt das Waffenöl her?), da können Sie dann Gschwelti essen nur ohne Chäs, denn um den Chäs zu erwirtschaften, brauchen Sie ja die "Sau-Schwobe" und "drecks-Tschingen" (übl. Bezeichn. in CH für Deutsche und Ital.).
Wie halten Sie es eigentlich mit F? Da gab es doch genau den gleichen Ärger um eine CD und die USA?
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von oliver111 oliver111 ist gerade offline | 7.2.2010 13:48 Uhr
@Felix
Das eigene Versagen der CDU wird auch der SPD angelastet insofern unterscheiden sich diese Parteien nicht, die Schweizer übertreiben ein wenig, aber die Heuchelei unserer Politiker ist nicht mehr zu toppen, im Land werden alle Steuerfahnder in Rente geschickt, so ist es politisch gewollt und jetzt tut die Regierung so, als seien sie wirklich daran interessiert, dann würden sie Gesetze erlassen, die diesen Schwarzhandel untersagen würde und vehement Steuerfahnder einsetzen, aber Schwarzkofferträgern in der Regierung ist soetwas natürlich nicht zu erwarten, deshalb ist es verlogen von unserer Regierung unterstützen sie doch diese Leute wo es nur geht und nach außen zur Volksberuhigung werden solche Geschütze aufgefahren, lächerlich
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von uvloff uvloff ist gerade offline | 7.2.2010 14:21 Uhr
Welches Versagen ...
... kann man in der Schweiz denn entdecken?
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 6.2.2010 23:17 Uhr
Deutschland versucht, ...
... der Schweiz sein Rechtsverständnis aufzuzwingen. Weil die Schweiz nicht Afghanistan oder der Irak ist, Deutschland nicht über eine schlagkräftige Armee und eine Ausrede wie den 11.9. verfügt und weil die Schweiz eben tun und lassen kann, was sie möchte, handelt sie so, wie einige der üblichen Verdächtigen hierzulande gern mit Auswärtigen umgehen möchten. Sie stellt die Anwesenheit in Frage, nennt Regierungspolitiker Verbrecher -- das kennen wir doch alles, nur daß es uns jetzt trifft. Und schon ist die Aufregung groß.
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von felix felix ist gerade offline | 7.2.2010 9:43 Uhr
@klaus_weiss ---wieso?
...wieso versucht Deutschland der Schweiz sein Rechtsverständnis aufzuzwingen?
Ankauf der CD oder nicht- das ist eine schwierige Entscheidung zwischen mehreren Rechtsgütern- aber es ist eine Entscheidung in Deutschland.
Und: Das Rechtsverständnis in der Schweiz ist so verschieden nicht- der oberste Gerichtshof in Lausanne entschied unlängst, daß illegal beschaffte Daten aus Lichtenstein in der Schweiz gerichtsverwertbar sind.
So what?
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 7.2.2010 14:25 Uhr
@felix
1. Weil das, was unsere Patrioten mit der besonders schweren Brieftasche in der Schweiz nichts Verbotenes tun?

2. Weil das, was die CD betrifft, in anderen Ländern als Wirtschaftsspionage bezeichnet wird? Das kann man ja alles gut finden, aber dann kann man auch vorbehaltlos der Finanzdatenübergabe an die USA zustimmen, den transparenten Briefumschlägen ohne Klebstoff und dem Verschlüsselungsverbot für Nichtregierungsorganisationen.

3. €400.000.000 sind ein nettes Sümmchen. Die Steuerflüchtlinge aus Deutschland helfen aktiv mit, jede Form von Datenschutz zu unterminieren. Was ist eigentlich, wenn Sie mal auf einer CD auftauchen und ihre Konten hierzulande als Folge eines automatischen Datenabgleichs durch die Strafverfolgungsbehörden einfach mal so gesperrt werden? Sind Sie auf Hausdurchsuchungen und Portrat in der BLÖD als Zufallsfolge vorbereitet?

4. Als die Kontoabfrage eingeführt wurde, um Terroristen zu jagen, sprachen die Herren mit der Wahlstimme von einem Dutzend Fällen pro Jahr. Heute ist diese Maßnahme die Regelanfrage für alle HIV-Bezieher. Das meine ich.
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von josse josse ist gerade offline | 7.2.2010 11:47 Uhr
Die Frage der Steuern und ihrer Hinterziehung
ist im Grunde sekundärer Natur.
Die eigentlichen Fragen sind:
Warum verlassen viele tüchtige Deutsche dieses ihr Heimatland?
Warum bringen viele andere tüchtige Deutsche wenigstens ihr Geld ins Ausland?
Warum ist Deutschland für immer mehr Deutsche nicht mehr attraktiv und liebens- und lebenswert?
Darüber müsste die deutsche Regierung nachdenken.
Wenn Solidarität erzwungen werden soll, gibt es eben eine Abstimmung mit den Füßen - und viele Vermögende werden dieses Land ganz legal mitsamt Geld verlassen. Und das nicht nur in die - z.Z. so abweisende Schweiz - es gibt ja schließlich andere Destinationen: Neuseeland, Australien . . .
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 13:13 Uhr
„Wenn Solidarität erzwungen werden soll“
Tja, die Aufklärung ist eben noch nicht überall angekommen. Und nichts steht der Aufklärung mehr im Wege als dicke Portemonnaies. (Is ja gut - die Taliban. Ich sehe darin aber nur einen sehr, sehr schwachen Trost.) Der Rechts- und Sozialstaat war der Versuch der Umsetzung des Gedankens, dass nicht mehr die kräftigste Faust, der dickste Knüppel oder die meisten Gewehre und Panzer das Zusammenleben bestimmten. Mit dem zeitgenössischen Neo-Liberalismus und Neo-Kapitalismus schreitet die Geschichte weiter: Die Macht kommt nicht mehr aus den Gewehren, nicht mehr aus dem Parlament und den gewaltengeteilten Organen des Staates, sondern aus dem Geldbeutel. Fortschritt nennt man das wohl.
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von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 7.2.2010 14:18 Uhr
@wilhelm
Naja, betrachtet man die Auswanderungsziele vieler Deutscher innerhalb Europas, wie zum Beispiel die Schweiz, Schweden und Norwegen, fällt auf, dass diese auch ein sehr dichtes Sozialsystem haben, was sie sich auch einiges Kosten lassen.

Wir haben in Deutschland allerdings eine sehr verbreitete Neidkultur und eine zunehmende Ablehnung von verantwortungsvollem Verhalten!
Des Weiteren wird das Wort Bürgertum zunehmend als Schimpfwort verwendet.
Eltern, die Geld in die Bildungs ihrer Kinder inverstieren und denen es ebend nicht egal ist auf welche Schule sie gehen, werden in einem abfälligen Ton als "Bildungsbürger" bezeichnet.
Menschen, die nicht von der Hand in den Mund leben und sparen, werden als Besitzbürgertum verunglimpft.
Menschen die mehrere Häuser besitzen und diese vermieten heißen in Berlin schonmal Großkapitalisten, die ja nur die Menschen ausnehmen wollen.
Kauft sich dann jemand eine Eigentumswohnung, dann ist er ein Kleinkapitalist, der in einem Haus voller Kleinkapitalisten.
Menschen, die ein schönes Grundstück haben, werden beneidet und Leute hecken Pläne aus, wie man ihnen die Freude an ihrem Grundstück nehmen könnte (Griebnitzsee). Hierfür wird dann immer wieder ein Artikel des Grundgesetztes zitiert und die Interpretaion gnadenlos überstrapaziert.
Ebenso sieht dies bei Artikel 20 aus. Das Soziale ist eigentlich bereits mit der Sozialhilfe realisiert und dies ist auch gänige Rechtssprechung. Trotzdem sind in diesem Land viele der Meinung, dass dies nicht so sei und Menschen die viel arbeiten und viel verdienen und nicht alles wieder abgeben, sich der Solidarität entziehen würde.

Das sind alles Dinge, die ich hier im Tagesspiegel-Forum von Leuten gelesen habe! Und bei dieser Stimmung, in der immer nur gefragt wird, was können wir für die machen, die nichts leisten, ist es nicht verwunderlich, dass irgendwann die gehen, die was leisten.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 12:37 Uhr
Geld stinkt eben doch
Tja, unsere südlichen Nachbarn werden von Panik getrieben. Es droht eine der tragenden Säulen ihres Wohlstands wegzubrechen. Deshalb die maßlos überzogene Rhetorik. Wir sollten keine Rücksicht darauf nehmen. Es muss ein Ende damit haben, dass Steuerhinterzieher, Waffenschieber, Drogendealer und anderer Verbrecher aus aller Welt mit ihrem schmutzigen Geld in der Schweiz willkommen sind. Einer der ältesten Banker der Schweiz sagte vor kurzem, 30 bis 50 Prozent der Einlagen auf Schweizer Banken stammten aus grauen und schwarzen Geldern.
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von stachel stachel ist gerade offline | 7.2.2010 13:18 Uhr
Deutschland ruiniert sich selbst
Allein die Politik der letzten Bundesregierungen hat dazu geführt, dass qualifizierte Deutsche in die Schweiz abgewandert sind. Warum sind Universitäten in der Schweiz mit Deutschen besetzt? Die Frage kann sich jeder selbst beantworten. In der Schweiz gibt es die fortschreitende Umverteilung von "unten" nach "oben" nicht. Um ein Beispiel zu nennen: Das Schweizer Dienstleistungsunternehmen AAS, vergleichbar mit dem an deutschen Flughäfen agierenden Unternehmen Globe Ground, zahlt seinen Mitarbeitern in der Schweiz das dreifache des in Deutschland üblichen Gehalts. Auch dieses Unternehmen beschäftigt inzwischen viele Deutsche. Unser Staat betreibt Klientelpolitik, die Verweigerung von Mindestlöhnen führt zu geringeren Steuereinnahmen, die Perversion zeigt sich in der Subvention von Unternehmen durch Aufstockung von Dumpinglöhnen. Deutschland ruiniert sich selbst. - Die Schweiz lebt z.T. von seinem Bankensystem, Deutschland vom Waffenexport, jeder mag selbst beurteilen, was mehr zu verurteilen ist. Ich halte es zumindest für fragwürdig, Geschäfte mit Kriminellen zu machen, um gestohlene Unternehmensdaten Schweizer Banken anzukaufen. Eine vernünftige Politik wäre sinnvoller.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 14:38 Uhr
@ stachel | 7.2.2010 13:18 Uhr
Deutschland bezahlt die Ausbildung der Akademiker, die Schweiz die ausgebildeten Akademiker. Sie sähen nicht, aber sie ernten. Dass der Neo-Liberalismus schröderscher und schwarz-schwarz-gelber Prägung unser Land langfristig zu ruinieren droht: damit haben Sie sicher Recht. Die Wähler der SPD haben der Schröder-PD die Quittung präsentiert; bisher scheint es unwahrscheinlich, dass die Wähler und die Apologeten der Schwarz-Schwarz-Gelben über ähnliche Einsichts- und Lernfähigkeit verfügen.
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von stachel stachel ist gerade offline | 7.2.2010 15:45 Uhr
@wilhelm
Wer in Deutschland studiert, macht das selten mit dem Ziel, nach dem Studium ins Ausland zu gehen. Wenn aber die Bedingungen in Deutschland so miserabel sind, dass Akademiker z.T. 1-Euro Jobs annehmen, oder als Praktikanten arbeiten müssen, in Deutschland also nicht zu vernünftigen Bedingungen beschäftigt werden, ist für viele die Lösung das Ausland.
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von haster haster ist gerade offline | 7.2.2010 17:09 Uhr
stachel
hahaha... "Wer in Deutschland studiert, macht das selten mit dem Ziel, nach dem Studium ins Ausland zu gehen."

wie lange sind sie aus der uni und was haben sie bitte studiert. sie irren sich einfach nur.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 17:32 Uhr
@ stachel | 7.2.2010 15:45 Uhr
Sie finden es in Ordnung, wenn jemand davon läuft statt an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuarbeiten? Sie finden es in Ordnung, dass sich einer seine Ausbildung von der Gesellschaft bezahlen lässt und dieser dann den Rücken kehrt? Sicher ist es legitim, das Beste für sich zu suchen; man muss sich dann aber auch ein moralisches Urteil gefallen lassen.
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von unbekannt | 7.2.2010 21:50 Uhr
Bitte erst denken bevor man wilde Behauptungen aufstellt ;-)
@ stachel

"Die Schweiz lebt z.T. von seinem Bankensystem, Deutschland vom Waffenexport, jeder mag selbst beurteilen, was mehr zu verurteilen ist"

Sagen ihnen folgende Namen etwas: Armasuisse, FFA, Mowag, Pilatus, Ruag, SIG, Swiss Arms

Falls nicht, bemühen sie bitte kurz google, gehen dann in sich und gebrauchen vor der nächsten Tastaturbenutzung einfach mal ihren Kopf.

Ich denke, nachdem sie o.g. Firmennamen gegoogled haben, dürfte auch ihnen klar geworden sein, dass sogar in der "Wiege der Demokratie", die es im Jahre 1971 tatsächlich geschafft hat ein Frauenwahlrecht einzuführen, nicht alles Gold ist was glänzt.

Ich wüsste auch nicht, wo hier die Souveränität der Schweiz verletzt sein soll. Der deutsche Fiskus bekommt doch keinen Zugriff auf diese Konten. Im Gegenteil, es werden deutsche Straffällige auf deutschem Boden abgeurteilt und einer Strafe zugeführt. Und was die deutsche Außenpolitik betrifft, ich würde es nicht kriechen sondern eben Diplomatie nennen. Das Problem ist, da Deutschland kein neutraler Staat ist und sein kann, muss es sich einer Sache mit ihren ganzen Vor- und Nachteilen stellen. Die Schweiz hingegen kann sich in jeder Situation die Rosinen rauspicken um sich dann auf ihre Neutralität zu berufen, was sie ja auch schon öfter getan hat. Manchmal läuft dann aber auch mal alles schief. :-) Wir lassen uns z.B. nicht von irgendwelchen durchgeknallten lybischen Staatschefs auf der Nase rumtanzen.

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von ahnungsloser ahnungsloser ist gerade offline | 7.2.2010 14:32 Uhr
Vieles falsch gesehen
Es wird halt vieles falsch gesehen, weil aus bundesdeutscher Sicht gesehen. In der Schweiz ist Steuerhinterziehung kein Vergehen und somit kein Grund, das Bankgeheimnis aufzulösen.

Wenn das den Deutschen nicht passt und sie damit kriminelle Akte wie den Datenklau unterstützen, für mich Hehlerei auch wenn ich die Diskussion um "die Sache" kenne, kommt das halt als Einmischung in das Rechtssystem eines souveränen Staates an; und dies nicht nur in der rechten Szene der Schweiz.

Wenn dann hier Leute moralische Vorwürfe wegen Nazigold und Judenvermögen anbringen, muss man wohl doch mal nach der Henne und dem Ei fragen, oder will man in Deutschland diese Geld lieber selber behalten, da man ja alles daür getan hat, dass es es gibt?

Dass Schweizer Universitäten vor den Deutschen stehen, liegt natürlich daran, dass in der Schweiz unfaire Bedingungen für ausländische Professoren geschaffen werden, nicht etwa daran, dass das deutsche Bildungssystem gerade dabei ist, die zweite Generation komplett zu versauen.

Dass es in Deutschland Steuersätze gibt, die bis zu 3-Mal so hoch sind wie in der Schweiz, liegt doch jetzt nicht daran, dass der Sozialstaat Deutschland so toll ist. Wenn ich die medizinische Versorgung in Deutschland (und ich sehe das gerade an meinem Vater) mit jener in der Schweiz (und die mache ich selber mit) vergleiche, kann ich nur sagen "guts Nächtle Deutschland". Ähnliches gilt für das Schulsystem etc. etc etc.

Ich bin heilfroh, dass meine Kinder in der Schweiz aufwachsen durften, mit vernünftigem Konzept der Integration ausländischer Kinder, ohne Aufgabe vor der Ghettobildung und damit entehender Gewalt. Über ein kürzliches Angebot, an einer deutschen Universität zu arbeiten, konnnte ich nur gaaaaanz kurz gaaaanz müde lächeln; wer will sich schon verschlechtern.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 15:56 Uhr
@ ahnungsloser | 7.2.2010 14:32 Uhr
(Zitat) „Es wird halt vieles falsch gesehen, weil aus bundesdeutscher Sicht gesehen.“ Das holpert nicht nur sprachlich. Und der Rest? Nomen est omen.

Keine Frage, die mit Kohl einsetzende und von Schröder und den Schwarz-Schwarz-Gelben weitergeführte und verbesserte Verantwortungsverweigerung kann die Bundesrepublik ruinieren. Aber es ist eben ein Unterschied, ob eine Billionen-teuere Wiedervereinung finanziert werden muss und eine Globalisierung mit ihrem einhergehenden Verlust von produktiven(!) Arbeitsplätzen zu verkraften ist, oder ob der Wohlstand eines Landes auf ausländischen Kapital, noch dazu zu einem großen Teil krimineller Herkunft, basiert.
Comment
von ahnungsloser ahnungsloser ist gerade offline | 7.2.2010 17:19 Uhr
Na ja @Wilhelm
das eine "Billionen-teuere Wiedervereinung" nicht nur holpert, sondern grammatikalisch nun völlig falsch ist, ist mir eigentlich nicht so wichtig.

Dass sie auf meine Argumente gar nicht eingehen, sondern lieber mit einer weiteren unbewiesenen Unterstellung antworten, zeigt wohl ihre Einstellung, eben typisch deutsche Arroganz.
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 8.2.2010 8:15 Uhr
@ ahnungsloser | 7.2.2010 17:19 Uhr
Grammatisch völlig falsch? Nach welcher Grammatik urteilen Sie? Der chinesischen? Nehmen Sie für die deutsche Sprache die deutsche Grammatik! Argumente? Oder doch nur Vorurteile und Allgemeinplätze? Auch sehe ich nicht, dass Sie auf die Problematik von Wiedervereinigung und dem Verlust produktiver Arbeitsplätze und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit und Sozialkosten eingegangen sind oder die Skrupellosigkeit, wie ein Land seinen Wohlstand teilweise auf schmutziges Geld aus aller Welt aufbaut. „Kehren Sie vor der eigenen Haustür“ hätten unsere Großeltern gesagt, aber der Zeitgenosse hält ja unreflektiertes Poltern für viel schicker.
Comment
von opinion opinion ist gerade offline | 7.2.2010 15:14 Uhr
@wilhelm, und andere,
zur Ergänzung noch ein kleiner Tip: einfach mal die Frankfurter Rundschau zum Thema "Steuerfahnder" anklicken.

Dort ist äußerst spannend beschrieben, wie man in Deutschland mit erfolgreichen Steuerfahndern, die großem Steuerbetrug auf der Spur waren, umgeht.

Man entzieht ihnen die Fälle, sie werden versetzt, in Büros gesetzt, in denen noch nicht einmal ein Computer steht, bis zur Krankschreibung gemobbt.

Am Schluß kommt der beauftragte Psychiater und erklärt vier von ihnen für unheilbar paranoid...vorzeitiger Ruhestand mit 39 Jahren...

Besagter Psychiater ist vom Berufsgericht bereits rechtskräftig wegen der fehlerhaten und ungültigen Gutachten zur Geldstrafe verurteilt worden.

Dies alles geschah nachweislich mit Wissen von Herrn Koch (die Steurfahnder hatten ihn mehrfach angeschrieben, blieben aber ohne Antwort) und seines gruseligen Finanzministers...

Der Fall zeigt mehr als deutlich, dass Steuerhinterzieher in diesem Land unter besonderem Schutz stehen.

Es liest sich wie ein Politkrimi, viel Spaß dabei..

Leider war über diesen Skandal wenig bis gar nichts in den anderen Medien berichtet worden....
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 7.2.2010 16:07 Uhr
@ opinion | 7.2.2010 15:14 Uhr
Die deutschen Politiker behinderten die Verfolgung von Steuersündern. Die Schweizer verweigerten jahrzehntelang die Zusammenarbeit. Die Schweizer Banker haben jahrzehntelang aktiv, auch in der Bundesrepublik selbst, kriminelle Steuerhinterzieher beworben.

Der Datenklauer zwingt nun die Politik Farbe zu bekennen und die Schweizer nicht nur an Verhandlungstischen zu sitzen. Der kriminelle Sumpf kann trocken gelegt werden. Der Datendieb verdient einen Orden.
Comment
von lupo lupo ist gerade online | 7.2.2010 17:31 Uhr
@opinion
Mann, das ist ja 'n dicker Hund !

Wusste ich garnicht, ist das eine kriminelle Vereinigung !

Siehe : Steuerfahnder-Skandal
Comment
von gbo gbo ist gerade offline | 7.2.2010 15:34 Uhr
Hm.
Erschreckend, dass wir immer noch solche Ängste bei umliegenden Ländern auszulösen scheinen, siehe auch Polen.

Hier wird zum Einen das Größpenverhältnis hinzukommen und zum Anderen das Bewusstsein, mindestens sprachlich, einige Gemeinsamkeiten zu haben was sich dann wieder in übertriebener Abgrenzungsmentalität äußert.

Liebe Schweizer,
schaltet mal nen Gang runter.
Wir wollen euch nichts böses!
Und Hochdeutsch müsst ihr auch nicht lernen...
Comment
von stefan.d. stefan.d. ist gerade offline | 7.2.2010 17:10 Uhr
@GBO
"Und Hochdeutsch müsst ihr auch nicht lernen..."

Falsch, in den Schulen der Scweiz wird auf "Schrift"-Deutsch unterrichtet, die Debatten im berner Parlament werden in Schiftdeutsch geführt und die Offiziere der Armee geben ihre Befehle auch auf Schriftdeutsch. In der Schweiz, sagt man nicht Hoch- sondern Schriftdeutsch.
Übrigens spricht man in der Schweiz selbstverständlich Schriftdeutsch mit einem der den Dialekt nicht kann. Als Norddeutscher kann man sich in der Schweiz besser verständigen als in manchen Gegenden Süd- und Südwestdeutschlands, oder auch in Österreich.
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von lupo lupo ist gerade online | 7.2.2010 17:48 Uhr
Und Hochdeutsch müsst ihr auch nicht lernen ?
Wozu auch ?

Können die meisten von uns ja auch nicht richtig !

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von 2monitor 2monitor ist gerade offline | 7.2.2010 16:06 Uhr
Am Ende ist doch eines klar...
... wenn der CD Datendieb dann mit seinen 2,5 Mio EUR Diebeslohn durch die Tür einer Bank in der Schweiz geht, um dort ein Konto zu eröffnen, dann wird man ihm diese Tür aufhalten.
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von get get ist gerade offline | 7.2.2010 16:10 Uhr
Nationalisten stärkste Kraft in der Schweiz
Sollte man auf dieses hohle Gebell einer Nation hören, deren stärkste politische Kraft momentan die Rechtsnationalisten sind? Das eine so alte und starke Demokratie wie die Schweiz Rechtsnationalisten nach vorne wählt ist viel eher ein Zeichen von Schwäche. Schwäche einer Nation in der Krise.
Ich bin strikt gegen den Datenhandel. Aber was geht das die Schweiz an? Es sind Daten von Deutschen, die nach Deutschland verkauft werden. Haben die Schweizer offen Angst, dass sie keine Steuerhinterzieher mehr bekommen? Auch das ein klares Zeichen der Schwäche.

Wir sollten uns auf unsere eigenen Krisen in Deutschland konzentrieren. Die Steuersätze hier sind viel zu hoch (nicht dass das eine Entschuldigung wäre) und vor allen Dingen ist unser Steuersystem viel zu komplex. Wovon übrigens die ganz großen (potentiellen) Zahler eher profitieren, während der Mittelstand das Nachsehen hat. Wenn aufgrund der Komplexität unseres Steuersystems zwischen 10% und 60% Steuern einsparen lassen, wenn man nur genug sucht, dann lohnt es sich ab 1.000.000 Jahresgehalt einen eigenen Steuerberater zu beschäftigen, aber 10.000.000 eine ganze Abteilung. Wir brauchen keine Reichensteuer, sondern eine einfache Steuer. Ohne Bürkokratiewust.

Aber wenn man sich die OECD-Ländervergleiche anschaut ist das beileibe nicht Deutschlands einziges Problem. Mir brennt die Bildung viel stärker auf den Nägeln.

Also bitte das gekläffe der südlichen Nachbarn ignorieren (die haben ihre eigenen Probleme) und sich wieder um die eigenen Probleme kümmern!
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von stefan.d. stefan.d. ist gerade offline | 7.2.2010 17:28 Uhr
@Ahnungsloser
"Dass es in Deutschland Steuersätze gibt, die bis zu 3-Mal so hoch sind wie in der Schweiz,"
Nichts als Legende! Welche Steuersätze meinen Sie, MwSt.?

"Wenn ich die medizinische Versorgung in Deutschland (und ich sehe das gerade an meinem Vater) mit jener in der Schweiz (und die mache ich selber mit) vergleiche, kann ich nur sagen "guts Nächtle Deutschland"
Wann waren Sie das letzte mal in der Schweiz beim Zahnarzt und haben danach die Rechnung bezahlt. Aber so wie schreiben, gehören Sie in der Schweiz zu denen mit hohem Einkommen und können sich die teueren Zusatzversicherungen leisten, die sich auch in der wolhabenden Schweiz nicht jeder Arbeiter und normale Angestellte leisten kann.
Ist es immer noch so, dass die Schweizer die schlechtesten Zähne in Europa haben, weil der Zahnarzt in der normalen Krankenkasse nicht drin ist und man die Rechnungen selber bezahlen muß?
Ähh, was ist eigentlich an der medizinischen Versorgung Ihres Vaters schlecht?

Also, die Schweiz ist wirklich sehr mustergültig organisiert, nur das gelobte Wunderland ist sie auch nicht.
Soziale Brennpunkte gibt es übrigens auch in Basel, Genf und Zürich.
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von ahnungsloser ahnungsloser ist gerade offline | 7.2.2010 19:00 Uhr
Legende @stefan.D
Nicht nur, aber auch! Neben der Mehrwertsteuer betrifft das auch beispielsweise die Einkommenssteuer, hier mal ein Link:

Steuern in der Schweiz

Warum wird eigentlich im deutschen Fernsehen mit Zahnbehandlungen in Ungarn geworben? Ist es wirklich so, dass der Zahnersatz vollumfänglich in der normalen Krankenkasse enthalten ist?

Aber da würde ich ihnen sogar Recht geben. Nur kann man auch mit dem Auto nach Frankreich zum Zahnarzt fahren, oder eine Zusatzversicherung abschliessen (Bei mir ist der Zahnersatz bis zu einer Franchise von CHF 300.- drin)

Wenn sie bei CHF 100'000 (etwa 65'000 Euro) mal beim Kanton Zug schauen wollen und dies mit dem deutschen Einkommenssteuersatz vergleichen wollen....

Ja, ich bin besser Verdienender. Meine Firma lehnt sich aber stark an entsprechende "Beamtentariffe", also wie BAT in Deutschland, an. Es kommt für mich sicherlich dazu, dass ich bei gleicher Leistung in der Schweiz auch noch wesentich besser bezahlt werde. Aber das Thema "mehr Ein- als Auswanderer" gab es vor kurzem hier bereits.

Meinen Vater lasse ich hier mal raus, war dumm von mir, ihn einzubringen. Ich garantiere ihnen, dass da Einiges schief gelaufen ist, auch weil man eher bestimmten Regelungen folgt, als dem Gesundheitszustand des Patienten. Ich garantiere Ihnen aber, dass wenn ich hier eine OP, ein MRT oder was sonst auch immer brauche, ich dies innerhalb von 2 Tagen bekomme, ohne akuten Sachzwang. In Deutschland musste ich auf eine Athroskopie so lange warten, bis das gerissene Band nur noch durch eine sog. "Plastik" wiederhergestellt werden konnte.

Aber das ist hier eigentlich nicht das Thema. Das Thema ist eher, dass einige Schweizer - und nicht nur die politische Rechte - den Ankauf gestohlenen Materials als Einmischung in Schweizer Recht wahrnehmen, bzw. einige Politiker wie Steinbrück hier als arrogante Grossdeutsche wahrgenomen werden, die die Schweiz grosskotzig abwerten.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 8.2.2010 8:26 Uhr
@ ahnungsloser | 7.2.2010 19:00 Uhr
(Zitat) „Einige Politiker … werden hier als arrogante Großdeutsche wahrgenomen, die die Schweiz großkotzig abwerten.“

Das wird von einigen Schweizern so gesehen. Woraus speist sich diese Empörung und was führt zu diesem aggressiven Ton? Zwei Dinge. Zum Einen ist es nicht leicht zu ertragen, wenn mal einer Klartext spricht und darauf hinweißt, dass der eigene Wohlstand zu einem erheblichen Teil auf dem Geld von Kriminellen aus aller Welt beruht. Das passt so gar nicht ins Bild, das man von sich hat. Zum andern ist dieser Wohlstand plötzlich gefährdet, weil sich die betroffenen Staaten nicht mehr länger von der Schweiz auf der Nase herumtrampeln lassen wollen.
Comment
von hege hege ist gerade offline | 7.2.2010 18:06 Uhr
für helvetic geschrieben
Ich möchte einmal erleben, was gerschehen würde, wenn alle in der Schweiz arbeitenden Ausländer sich einen Tag "frei" nehmen würden.
Was glauben Sie, helvetic, was geschehen würde? Ihre Krankenhäuser z.B. wären nicht mehr arbeitfähig. Einem mir bekannten deutschen Intensivpfleger aus dem Uni-Spital wurde vor einiger Zeit von einem Patienten im schönsten Schwitzerdütsch gesagt, er, der Patient, habe nicht geglaubt, dass ihm auf seine alten Tage von einem Deutschen der A.... gewischt wird. Der Pfleger hat ihm, Grund seiner guten Erziehung, keine Antwort gegeben. Ich hätte ihn an seiner Stelle jedoch gern gefragt, ob es denn überhaupt genügend Landsleute gibt, die diese Leistung erbringen könnten.
Ich halte das, was gegenwärtig in Ihrem Land geschieht, diese Hatz auf Deutsche Mitbürger, diese Misgunst für beschämend. Aus Ihrem Beitrag spricht Hass auf Ihre Deutschen Mitbürger. Sie sind auf gut ausgebildete Menschen angewiesen, Ihre Wirtschaft würde darniederliegen. Der Wohlstand, den die Schweiz hat, der ist auch durch die deutschen und anderen Ausländer geschaffen worden. Einen manchen in der Schweiz tätigen Menschen könnten wir auch hier im Lande gebrauchen.
Sie nennen das, was die Deutsche Regierung gegenwärtig mit ihren Steuersündern tut, "Diebstahl".Ihnen nimmt doch unsere Regierung nichts weg, oder? Sie holt sich nur das zurück, was dem Deutschen Steuerzahler entzogen wurde.
Ich wohne in unser beider Grenzbezirk. Ich fahre sehr gern in die Schweiz, z.B. der Rheinfall zieht mich an, die wunderschönen Gauben und Erker in Schaffhausen, das Kaffe schlürfen an den wunderschönen Brunnen am Markt. Ich begegne jeden Tag Menschen Ihres Landes in Deutschland. Lassen wir es doch bitte nicht so weit kommen, dass wir uns gegenseitig nicht mehr in die Augen sehen können. Wir brauchen uns gegenseitig, lassen wir uns das nicht zerstören durch Leute von Gestern.
Ich grüße Sie helvetic hege

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