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US-Dossier

Irak-Krieg hat Terrorgefahr gesteigert

Der Irakkrieg hat nach einhelliger Bewertung der US-Geheimdienste die weltweite Terrorgefahr noch weiter erhöht. Unterdessen starben in Irak am ersten Wochenende des Ramadan mindestens 57 Menschen.
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Bagdad/Washington - Die 16 US-Dienste seien bei einer gemeinsamen Analyse zu dem Schluss gekommen, dass "der Krieg im Irak das allgemeine Terrorproblem verschlimmert hat", berichtete die "New York Times". Dies steht in scharfem Gegensatz zu Aussagen von US-Präsident George W. Bush, der den Anti-Terror-Krieg seiner Regierung immer wieder als Erfolg darstellt. Auch zu Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan riss die Gewalt im Irak nicht ab: Bei Anschlägen und Überfällen kamen am Wochenende mindestens 57 Menschen ums Leben.

Der Bericht "Trends im weltweiten Terrorismus: Auswirkungen für die USA" gibt erstmals seit dem Einmarsch der US-geführten Streitkräfte im März 2003 in den Irak eine umfassende Geheimdienstanalyse zur weltweiten Terrorentwicklung ab. Nach Informationen der "New York Times" begann die Arbeit daran bereits vor zwei Jahren. Doch wurden die Entwürfe mehrmals geändert - unter anderem, weil einige Regierungsvertreter mit der Ausrichtung unzufrieden gewesen seien. Unter anderem seien in ersten Entwürfen konkrete Aktionen der US-Regierung genannt worden, die Extremismus erzeugen hätten können, etwa die Misshandlungen im Gefängnis von Abu Ghraib oder das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba.

Viele neue unabhängige Terrorzellen

Die "Washington Post" berichtete ihrerseits unter Berufung auf die Analyse, dass in den vergangenen Jahren viele neue und unabhängige Terrorzellen entstanden seien ohne direkte Anbindung an das Al-Qaida-Netzwerk von Osama bin Laden. Sie ließen sich von den rund 5000 radikalislamischen Internetseiten und deren Botschaft inspirieren, der Westen habe den Irakkrieg als Beginn seines Kreuzzugs gegen den Islam benutzt, hieß es weiter. Politische Antworten auf die skizzierten Probleme liefere die Geheimdienstanalyse allerdings nicht.

Bei einem Attentat im mehrheitlich schiitischen Bagdader Stadtviertel Sadr City wurden am Samstag 31 Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Eine sunnitische Islamistengruppe bekannte sich im Internet zu dem Anschlag. Unter den Opfern des Attentats waren nach Polizeiangaben viele Frauen. Die Attentäter stellten nach Polizeiangaben zwei mit Sprengstoff präparierte 70-Liter-Kanister vor einen Tanklastzug. Bei weiteren Gewaltakten wurden am Samstag sieben Menschen getötet, darunter drei US-Soldaten. Für den Beginn des Fastenmonats Ramadan am Samstag hatte das El-Kaida-Netzwerk im Irak zu neuen Gewaltakten aufgerufen.

57 Tote am ersten Ramadan-Wochenende

Am Sonntag starben bei zahlreichen Anschlägen und Gewaltakten mindestens 19 weitere Menschen. Neun Menschen kamen bei drei Autobombenanschlägen in Bagdad ums Leben, zahlreiche weitere wurden dabei verletzt. Bei einem Bombenanschlag und dem anschließenden Beschuss durch unbekannte Angreifer starben in Bagdad drei Lastwagenfahrer, die Material für die irakische Armee geladen hatten. Bei einem Selbstmordanschlag im nordirakischen Tall Afar starben zwei Soldaten. In der Region von Baakuba nördlich von Bagdad erschossen Unbekannte fünf Menschen.

Die bewaffnete Extremisten-Gruppe Ansar el Sunna teilte am Sonntag mit, sie habe in der westlich von Bagdad gelegenen Provinz El Anbar zehn schiitische Inder und Pakistaner getötet. Diese seien aus dem Iran für eine Spezialmission der schiitischen Badr-Miliz eingereist gewesen, hieß es in der im Internet veröffentlichten Erklärung, der Fotos der Getöteten beigefügt waren. Unklarheit herrschte über den Verbleib des Chefs von Ansar el Sunna, Muntasser Hammud el Dschuburi. Die irakische Armee meldete am Samstag dessen Festnahme. Ansar el Sunna bestritt dies. Die dem El-Kaida-Netzwerk nahestehende Gruppe Ansar el Sunna hat sich zu Entführungen und Tötungen von Geiseln im Irak bekannt.

(tso/AFP)
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