Guido Steinberg, einer der führenden Experten im Kampf gegen Terrorismus, hält eine Aufstockung der Nato-Truppen in Afghanistan und auch des deutschen Kontingents für dringend notwendig. Das sagt Steinberg im Tagesspiegel-Interview zum achten Jahrestag des 11. September 2001.
Herr Steinberg, auch acht Jahre nach dem Terrorangriff vom 11. September 2001 hat die militante Islamistenszene in der Bundesrepublik keinen Anschlag zustande gebracht. Sind die heiligen Krieger hier lauter Dilettanten?
Viele sind Dilettanten. Die Ursache ist der Trend zu unabhängigeren Organisationsformen im islamistischen Terrorismus. Viele Dschihadisten versuchen, ohne Training in Ausbildungslagern und ohne Anbindung an eine größere Organisation Anschläge zu verüben. Die meisten scheitern dann, wie beispielsweise die Kofferbomber.
Das Bundesinnenministerium hat mehrmals gewarnt, Al Qaida wolle mit einem schweren Anschlag auf deutsche Ziele die Bundestagswahl beeinflussen. Nur Angstmacherei?
Nein. Al Qaida hat die Bundesrepublik im Visier. Der Grund: Al Qaida konzentriert sich seit etwa 2006 auf Afghanistan, während in den Jahren zuvor der Irak ihr wichtigstes Kampfgebiet war. In Afghanistan stellt die Bundesrepublik das drittgrößte Truppenkontingent, das ist schon Anlass genug für Al Qaida und natürlich die Taliban, Deutschland als Angriffsziel zu nennen. Außerdem halten beide Gruppierungen die Bundesrepublik für das schwächste Glied in der Kette der großen Truppensteller. Al Qaida und Taliban glauben, mit Anschlägen könnte die deutsche Politik beeinflusst und ein Rückzug der Bundeswehr erzwungen werden. Angriffe sind in drei verschiedenen Regionen beziehungsweise Ländern möglich: Erstens in Deutschland selbst, zweitens in der arabischen Welt, beispielsweise gegen deutsche Diplomaten, Touristen und Geschäftsleute, und drittens in Afghanistan gegen die Bundeswehr oder andere Ziele – so wie im Januar 2009 beim Anschlag mit einer Autobombe auf die deutsche Botschaft in Kabul. Aktionen in Deutschland wären sehr viel schwieriger als im Nahen Osten oder in Afghanistan.
In Afghanistan starben bei dem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff auf zwei von den Taliban geraubte Tanklastwagen zahlreiche Zivilisten. Was steht nun den deutschen Soldaten dort bevor?
Wie edel auch immer die Ziele eines westlichen Staates sein mögen, der Truppen stellt: in Afghanistan herrscht Krieg. Die multinationale Streitmacht muss eine professionell agierende Aufstandsbewegung effektiv bekämpfen. Das geht nicht ohne Opfer unter den Taliban und unbeteiligten Zivilisten ab. Es war nur eine Frage der Zeit, wann auch die deutschen Soldaten von Teilen der afghanischen Bevölkerung als Besatzer wahrgenommen werden. Dieser Eindruck wird durch den auf deutsche Veranlassung geflogenen Luftangriff noch bestärkt.
Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist in Deutschland wenig populär. Und der Druck der Taliban wächst. Sollte die Bundesregierung die deutschen Soldaten in naher Zukunft abziehen?
Auf keinen Fall. Deutschland hat mit seinen Partnern gegenüber den Afghanen die Verpflichtung übernommen, ein Mindestmaß an Sicherheit im Land herzustellen. Wenn das nicht gelingt, wären die Folgen katastrophal, für Afghanistan, Pakistan und die gesamte Region. Mehr noch, islamistische Terroristen könnten in einem von den Taliban beherrschten Staat wiederum Anschläge in der Dimension des 11. September planen. Außerdem würde ein Alleingang der Bundesrepublik den Zusammenhalt in der NATO gefährden. Hinzu kommt, dass ein Rückzug der deutschen Soldaten gerade jetzt zu einem völlig falschen Zeitpunkt käme.
Warum gerade jetzt?
Die neue US-Regierung unter Barack Obama hat eine sehr vernünftige Afghanistan-Strategie entwickelt, die über das Militärische hinausreicht. Da haben viele deutsche Ideen Eingang gefunden, zum Beispiel die große Bedeutung des wirtschaftlichen Aufbaus Afghanistans. Die Bundesrepublik sollte die Amerikaner massiv unterstützen, um die vielleicht letzte Chance zur Stabilisierung des Landes nicht verstreichen zu lassen. Das spricht aber nicht dagegen, zukünftig über einen Zeitplan für einen Abzug nachzudenken. Ein solcher Plan würde die afghanische Regierung unter Druck setzen, sich intensiver um den Aufbau eigener Sicherheitsstrukturen zu kümmern. Bislang ist die Regierung Karzai eher Teil des Problems als Teil der Lösung.
Ist zu befürchten, die Taliban und ihre Verbündete könnten so stark werden, dass sie die westlichen Soldaten aus Afghanistan vertreiben und wieder einen Gottesstaat errichten?
Die Taliban sind sehr stark, aber nicht stark genug, die westlichen Truppen militärisch zu besiegen. Die entscheidende Frage lautet, ob der Westen, insbesondere die USA, genug innere Kraft hat, um den Einsatz trotz aller Rückschläge erfolgreich zu Ende zu führen. Taliban und Al Qaida zweifeln am Beharrungsvermögen des Westens – vielleicht zu Recht. Im Fall eines übereilten Rückzugs könnten sich die Taliban wahrscheinlich durchsetzen.
Welche Fehler macht die Bundeswehr?
Die entscheidenden Fehler macht die Politik, nicht das Militär. Es ist sachlich nicht zu rechtfertigen, dass Deutschland weiterhin versucht, einem militärischen Engagement ohne jede Einsatzbeschränkung auszuweichen und die schweren Lasten der NATO nicht in vollem Umfang mittragen will, wie es sogar ein kleiner Staat wie die Niederlande tut. Das war verständlich, als die Bush-Administration ab 2002 ihre militärischen und geheimdienstlichen Ressourcen auf den Irak konzentrierte und die Situation in Afghanistan vernachlässigte. Heute, mit der neuen Strategie von Obama, hat die Bundesregierung keine Argumente mehr, sich in Afghanistan weniger einzusetzen als ihre NATO-Partner. Um die Taliban zu bekämpfen, braucht die NATO mehr Truppen.
Auch unbedingt deutsche?
Ja, auch deutsche. Nur so kann die Zivilbevölkerung vor den Taliban geschützt werden. Außerdem machen mehr Truppen vor Ort viele Luftangriffe unnötig, die immer wieder zivile Opfer fordern. Langfristig gilt: je mehr Bodentruppen in Afghanistan verfügbar sind, desto weniger Flugzeuge und Drohnen müssen eingesetzt werden. Die Amerikaner haben mit der ersten Aufstockung ihrer Truppen schon angedeutet, dass sie jetzt überall Präsenz zeigen wollen. Eine ähnliche Strategie hatte im Irak den Erfolg im Kampf gegen die sunnitischen Rebellen gebracht. Deutschland sollte alles in seiner Macht stehende tun, um zu einem vergleichbaren Erfolg in Afghanistan beizutragen. Kurzfristig bedeutet eine stärkere Präsenz in Afghanistan allerdings auch, dass die Kämpfe mit den Taliban zunehmen werden. Die Opferzahlen bei den Soldaten und vermutlich auch den Zivilisten werden zunächst steigen, bevor sie deutlich sinken können, weil die westlichen Truppen und ihre afghanischen Verbündeten weit mehr Regionen unter Kontrolle bekommen.
Sie haben Ende 2008 gewarnt, die Bundesrepublik bleibe trotz aller Erfolge bei der Fahndung nach islamistischen Terroristen extrem verletzlich. Was läuft hier schief?
In mindestens zwei Fällen haben Dschihadisten in Deutschland Anschläge geplant und die Sicherheitsbehörden waren ahnungslos. Die Kofferbomber konnten unbemerkt ihre Sprengsätze bauen und in zwei Regionalzügen deponieren. Auf die Sauerlandgruppe wurden die deutschen Behörden erst durch einen Hinweis der CIA aufmerksam. Ohne diesen Tipp hätte die Gruppe vermutlich die geplanten Anschläge mit Autobomben unbeobachtet vorbereiten können. Das weist auf die größte Schwäche der deutschen Sicherheitsbehörden hin: sie sind nicht in der Lage, die Radikalisierungsprozesse unter jungen Muslimen, gleich welcher Herkunft, hinreichend zu erfassen. Die Behörden müssten viel stärker beobachten, was sich an islamischen Zentren, in Moscheen und Universitäten tut. Dazu wäre es notwendig, stärker auf menschliche Informationsgewinnung mit V-Leuten zu setzen.
Wie stark ist Al Qaida heute, acht Jahre nach dem 11. September 2001?
Al Qaida ist im Vergleich zum 11. September stark geschwächt. Damals hatte sie in Afghanistan ungestört ihre Infrastruktur aufgebaut und konnte Rekruten aus aller Welt trainieren. Das geht in dieser Form nicht mehr, auch nicht im Rückzugsraum im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet, wo Al Qaida mit vermutlich nicht mehr als 500 Kämpfern aktiv ist. Al Qaida ist auch nicht mehr in der Lage, in den USA oder anderen Ländern so große Anschläge wie die vom 11. September zu verüben. Dennoch bleibt Al Qaida sehr gefährlich, die Terrorangriffe in Madrid und London haben das deutlich demonstriert. Und die dschihadistische Bewegung insgesamt ist immer noch sehr stark. Weil der Westen bei der Terrorbekämpfung große Fehler gemacht hat. Der größte war der Irakkrieg. Er hat dem Spektrum der Dschihadisten tausende neue Kämpfer zugeführt. Das Terrornetz ist zudem heute in viel mehr Ländern präsent als 2001 und hat von Al Qaida gelernt – ideologisch, aber auch operativ. Ein besonders dramatisches Beispiel ist der Angriff vom vergangenen November in Bombay, den Terroristen der pakistanischen Organisation Lashkar-e-Toiba verübt haben.
Deutsche und andere Dschihadisten haben vom pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aus die Bundesrepublik bedroht. Ist die Region zur Schaltzentrale des islamistischen Terrors mutiert?
In der pakistanischen Grenzregion zu Afghanistan liegt heute das Epizentrum des islamistischen Terrorismus. Es ist kein Zufall, dass Rekruten aus Deutschland sich vorwiegend in Wasiristan aufhalten. In dieser Region wird weiterhin die Al-Qaida-Spitze vermutet, außerdem haben sich andere militante Organisationen in der Region eingenistet.Denn der pakistanische Staat ist nicht in der Lage, dort massiv einzuschreiten. Wahrscheinlich will er es auch gar nicht.
Welche Rollen spielen heute noch Osama bin Laden und sein Stellvertreter, Aiman al Sawahiri?
Osama bin Laden bleibt die große Symbolfigur, schon weil es den Amerikanern nicht gelingt, ihn zu fassen. Das ist für die Motivation der Dschihadisten besonders wichtig. Sawahiri besitzt mit seinen im Internet übertragenen Botschaften eine Art Richtlinienkompetenz. Er gibt beispielsweise vor, welche Ländern angegriffen werden sollen. Für die Anschläge selbst sind Kommandeure aus der zweiten Reihe zuständig, die dann die Planung und das Training der Täter anleiten. Viele dieser Männer sind 2008 und 2009 amerikanischen Luftangriffen zum Opfer gefallen. Unter den Überlebenden sind wichtige Figuren wie der Ägypter Mustafa Abu al-Yazid, der Al-Qaida-Kommandeur in Afghanistan, und der Libyer Abu Jahja al-Libi, der 2005 aus der Haft im US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan ausbrach. Libi war auch auf dem letzten Video der Islamischen Dschihad Union zu sehen, in dem ebenfalls der deutsche Konvertit Eric Breininger gezeigt wird.
Wie gefährlich ist für Deutschland die auch in Wasiristan ansässige Islamische Dschihad Union, in deren Auftrag die Sauerlandgruppe Anschläge begehen sollte?
Für die aus Usbekistan stammende Islamische Dschihad Union wie auch für andere usbekische Organisationen in Wasiristan ist die Bundesrepublik ein Feind. Denn Deutschland unterhält gute Beziehungen zum Regime des usbekischen Diktators Islam Karimow. Die Bundeswehr ist auf ihre Basis im usbekischen Termez angewiesen. Von dort kommt der Nachschub für die deutschen Soldaten in Afghanistan. Außerdem stellt die Bundeswehr in Nordafghanistan eine Art Sperrriegel zwischen den usbekischen Organisationen in Wasiristan und ihrer Heimat dar. Das ist für die mehr als 1000 usbekischen Dschihadisten ein eigenes Motiv, die deutschen Soldaten zum Rückzug zu zwingen. Und die Usbeken sind für türkischstämmige Dschihadisten aus Deutschland interessant, weil die Sprachen verwandt sind und die Kommunikation leichter ist als mit Al Qaida und Taliban.
Wie ließe sich die Sicherheitslage in Pakistan verbessern, vor allem in den neuralgischen Regionen an der Grenze zu Afghanistan?
Da habe ich wenig Hoffnung. Die pakistanische Führung duldet die Präsenz der afghanischen Taliban auf pakistanischem Gebiet. Mit dem Kalkül, wenn sich die NATO in einigen Jahren aus Afghanistan zurückzieht, kann Pakistan mithilfe der Taliban Einfluss auf die afghanische Politik nehmen. Für diese strategische Hoffnung nimmt der pakistanische Staat sogar in Kauf, dass er längst selbst von den Taliban bedroht und bekämpft wird. Bisher sehe ich keinerlei Anzeichen, dass die pakistanische Regierung umdenkt.
Im Irak schien es US-General David Petraeus gelungen zu sein, den Terror einzudämmen. Jetzt häufen sich wieder die Meldungen über verheerende Anschläge. Ziehen die Amerikaner ihre Truppen zu früh ab?
Die Aufständischen wollen uns glauben machen, dass sie den irakischen Staat erschüttern könnten. Aber der sunnitische Aufstand ist geschlagen, dank der amerikanischen Truppenaufstockung, einer neuen Strategie und der Bündnisse der USA mit sunnitischen Stämmen. Es werden zwar auch in den nächsten Jahren noch viele Anschläge folgen, aber Terrororganisationen wie die Al Qaida im Irak und Ansar al Islam sind nicht mehr in der Lage, die Stabilität des Staates zu gefährden. Bis etwa 2007 waren das größere Guerillaorganisationen, die eine sehr gefährliche Aufstandsbewegung gegen den irakischen Staat und die US-Truppen angeführt haben. Mittlerweile sind Al Qaida und Ansar al Islam reduziert auf herkömmliche terroristische Gruppierungen. Sie können auch keine großen Konflikte mehr zwischen Sunniten und Schiiten provozieren. Die größte Gefahr ist jetzt die Auseinandersetzung zwischen der kurdischen Regionalregierung und der Zentralregierung in Bagdad darüber, wer die Stadt Kirkuk und andere Gebiete im Norden des Landes beherrscht.
Die Anschläge islamistischer Terroristen scheinen auch auf der arabischen Halbinsel zuzunehmen. Ist Saudi-Arabien wieder stärker gefährdet?
Das sehe ich nicht. Die saudischen Sicherheitsbehörden hatten mit dem isalmistischen Terror große Probleme in den Jahren 2003 und 2004, haben dann aber mit harter Repression die Situation in den Griff bekommen. Einzelne Anschläge ändern nichts. Das Problem hat sich in den Jemen verlagert. Viele saudische Dschihadisten haben sich in den Jemen zurückgezogen. Auch aus dem Irak sind Kämpfer dorthin zurückgekehrt, so dass Al Qaida an Stärke gewinnt. Das ist beunruhigend, weil der jemenitische Staat ohnehin große Probleme hat, mit Separatisten im Süden und schiitischen Rebellen im Norden. Die Gefahr ist groß, dass der Jemen in den nächsten Jahren zerfällt.
Gibt es noch Hoffnung für die deutsche Familie und den britischen Ingenieur, die im Juni im Nordjemen entführt wurden?
Die Geiseln sind offenbar zwischen die Fronten des Bürgerkriegs im Norden geraten. Wahrscheinlich wurden sie von einer islamistischen Gruppe entführt und nicht von schiitischen Rebellen, wie die Regierung in Sanaa behauptet. Al Qaida steckt aber vermutlich nicht dahinter, weil wir dann wahrscheinlich von Forderungen gehört hätten. Der Fall bleibt undurchsichtig.
Gegenüber vom Jemen, in Somalia, tobt ein endloser Kampf aller gegen alle. Nutzt Al Qaida das Chaos, um sich einen Rückzugs- und Ruheraum zu schaffen?
Al Qaida zieht es nicht in vollkommen gescheiterte Staaten. Das perfekte Rückzugsgebiet sind vielmehr schwache Staaten. Wo sich Kämpfer aufhalten können, aber trotzdem noch ein Minimum an staatlicher Autorität besteht, das auch Terroristen vor dem Zugriff auswärtiger Mächte, vor allem der Amerikaner, schützt. Der Jemen ist da ein passendes Beispiel. Hier können die USA nicht einfach so intervenieren, um Al-Qaida-Leute gefangen zu nehmen. Auch die vereinzelten Luftangriffe der Amerikaner, die es auf Ziele im Jemen gab, waren politisch sehr problematisch. Das ist vergleichbar mit der Situation in der pakistanischen Grenzregion Wasiristan. Somalia hingegen ist so sehr zerfallen, dass Al Qaida jederzeit einen Angriff der USA oder der Äthiopier befürchten muss. Außerdem ist das Chaos in Somalia auch für Al Qaida schwer zu durchschauen, trotz der Kontakte zur islamistischen Shahab-Miliz. Es gibt zwar Hinweise, dass somalischstämmige Dschihadisten aus Europa und den USA dorthin gereist sind. auch arabische Kämpfer sind präsent. Doch Al Qaida hat sich in Somalia nicht eingenistet.
Kein Tag vergeht ohne islamistische Anschläge auf der Welt. Können Sie sich vorstellen, dass der Wahnsinn je ein Ende hat?
Ja natürlich. Es wäre unhistorisch zu glauben, dass Al Qaida und die dschihadistischen Bewegungen insgesamt nicht irgendwann verschwinden. Blickt man auf die letzten acht Jahre zurück, stellt man fest, dass Al Qaida vor allem von den Fehlern der Gegner profitiert hat. Der Irakkrieg, die damit verbundene geminderte Aufmerksamkeit der USA für Afghanistan, die schlimmen Auswüchse des amerikanischen Kampfes gegen den Terror, wie Guantanamo, Abu Ghraib, die extraordinary renditions, also Verschleppung von Terrorverdächtigen durch die CIA – das sind nur die wichtigsten Beispiele, die bewirkt haben, dass sich viele junge Muslime radikalisierten und Al Qaida anschlossen. Hätte es diese schweren Fehler nicht gegeben und der Westen hätte sich beschränkt auf die nach dem 11. September gerechtfertigte Intervention in Afghanistan und eine rechtsstaatliche Bekämpfung des Terrors, wäre das Problem schon heute viel kleiner. Ich gehe dennoch davon aus, dass es keine Generation mehr dauern wird, bis sich das Thema erledigt hat.Al Qaida ist nicht in der Lage. in einem islamischen Staat die Macht zu übernehmen. Da können sie so viele Anschläge verüben wie sie wollen.
Das Interview führte Frank Jansen
Guido Steinberg (41), ist einer der führenden deutschen Islamismus- und Terrorismusexperten. Der Islamwissenschaftler arbeitet bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, von 2002 bis 2005 war er Terrorismus-Referent im Bundeskanzleramt. Steinberg hat zahlreiche Publikationen verfasst, im Oktober erscheint bei der Edition Körber-Stiftung sein neues Buch „Im Visier von Al Qaida“. Foto: privat
Kommentare [ 66 ] Kommentar hinzufügen »
Ich erwarte nun - im Sinne des Pluralismus - vom TSP, einem Gegner des Kriegs in Afghanistan in vergleichbarer Länge das Wort zu geben. Wie wäre es mit Jürgen Todenhöfer?
In einem gebe ich Herrn Steinberg recht, er schreibt:
"Weil der Westen bei der Terrorbekämpfung große Fehler gemacht hat. Der größte war der Irakkrieg. Er hat dem Spektrum der Dschihadisten tausende neue Kämpfer zugeführt."
Schade, daß er aus dieser Einsicht keine Schlußfolgerungen für Afghanistan zieht.
Zitate Todenhöfers:
" Mit jedem durch westliche Waffen getöteten muslimischen Kind wächst der globale Terrorismus. Mit diesen Bombardements verteidigen wir unsere Sicherheit am Hindukusch nicht, wir gefährden sie. Die Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück weiter."
"Träumen Sie weiter.....m.E. haben Ihre oben genannten äußerungen nichts mit der Wahrheit gemein!"
"Ich wurde immer besorgter über die falschen Auffassungen, die fortwährend an Einfluß gewannen. Die wichtigste davon war die Vorstellung, daß bin Laden eine geschlossene und strukturierte Terrororganisation führte, die sich 'Al Qaeda' nennt. Jedes einzelne Beweisstück, auf das ich bei meiner Arbeit stieß, widerlegte diese Wahrnehmung von Al Qaeda als "Imperium des Bösen" mit einem teuflischen Vordenker an der Spitze. Solch eine Idee war zweifellos bequem -- töte den Mann und seine Gefolgsleute, und das Problem verschwindet -- aber sie war eindeutig fehlgeleitet. Im Ergebnis dessen ist die Debatte über die Fortsetzung des 'Kriegs gegen den Terror' verzerrt worden. Anstelle eines rationalen und ehrlichen Blicks auf die Gründe des islamistischen Terrors wurde die Diskussion über die Strategie des Anti-Terror-Kampfes fast völlig von "Anti-Terror-Experten" beherrscht, von deren Aussagen über High-Tech-Waffen, Militarismus und Auslöschung. Letzteres mag nützlich sein, das Symptom zu behandeln, aber es kann und wird die Krankheit nicht besiegen." (Jason Burke: "Al Qaeda. The True Story of Radical Islam", p. xxv.)
Danke für die klaren Worte, Herr Steinberg!
Klick
wodurch hat sich denn dieser "experte" als experte ausgezeichnet?
evtl. längst erhellt: "einer der führenden Experten im Kampf gegen Terrorismus" - also gar kein "Terrorismusexperte", sondern "ein führender Experte im Kampf gegen", und dann läse sich dieses interview wie ein kleines dossier zur desinformation...
"Es war nur eine Frage der Zeit, wann auch die deutschen Soldaten von Teilen der afghanischen Bevölkerung als Besatzer wahrgenommen werden." - neben "besatzer" insbesondere dieses "auch" interessant.
"... Mehr noch, islamistische Terroristen könnten in einem von den Taliban beherrschten Staat wiederum Anschläge in der Dimension des 11. September planen."
das könn(t)en die Taliban heute auch noch/schon, weil der zufluß finanzieller mittel weiterhin gegeben ist und für anschläge in der dimension des 11.9.2001 personell gar keine so großen gruppen benötigt werden. dazu reicht eine handvoll wild entschlossener und eine funktionierende logistik in westeuropa oder den USA. die wiederum wird man aber nciht in Afghanistan zerschlagen, wenn man das denn überhaupt will. aber der 11.9. ist auch heute noch gut für desinformation und PR.
"Kurzfristig bedeutet eine stärkere Präsenz in Afghanistan allerdings auch, dass die Kämpfe mit den Taliban zunehmen werden. Die Opferzahlen bei den Soldaten und vermutlich auch den Zivilisten werden zunächst steigen, bevor sie deutlich sinken können, weil die westlichen Truppen und ihre afghanischen Verbündeten weit mehr Regionen unter Kontrolle bekommen."
ich denke, das ist die eigentliche botschaft, die hier verbreitet werden soll. nicht "exit", sondern "enter", und die steigende zahl von gefallenen soldaten und getöteten zivilisten muß man eben der guten sache wegen in kauf nehmen, am besten, sich schon einmal mental darauf einstellen...
Und ob Herr Steinberg angesichts unserer werten, ehrlichen und hochkompetenten Parteienlandschaft damit für irgendjemanden Wahlkampf betreiben könnte... das wage ich doch stark zu bezweifeln. Selbst die Parteien, die die Entsendung unserer Bundeswehr nach Afghanistan im Parlament mit beschlossen haben, stehen doch nicht offen und ehrlich zu dieser Entscheidung und fallen unseren Soldaten bei jeder Gelegenheit und jedem Fehler in den Rücken.
Wie ich im RBB am Sonnabend/ Sonntag in 24h Berlin gelernt habe, sind die Preise für Heroin bei gleichbleibender exzelenten Qualität dauerhaft um 45% gesunken! Afghanistan ist mit 90% Marktführer!
Da sichern unsere Soldaten nicht nur das Einkommen der Mohnbauern vor Ort, sondern auch das der vielen tausend in der Heimat Beschäftigten Therapeuten, Psychologen, Streetworker, Pharmaindustrie ....
Die Ermordung Schah Massouds ist nie gesühnt worden und der jüngere Bruder Zia war bzw ist (keine Info)Vize-Präsident Afghanistans. Eine gute Ausgangsposition für einen Rachefeldzug.
Ich rate davon ab die Truppen abzuziehen, jedenfalls allzu bald. Das Land mit Truppen zu überschwemmen mag ein Gedanke sein, jedoch erhöht es auch die Zahl der möglichen Ziele der Taliban exorbitant. Derartiges Vorgehen funktioniert nur wenn die Taliban gleichzeitig in den Bergen verstärkt bekämpft werden, man ihnen ihre Rückzugsmöglichkeiten nimmt.
Ansonsten gilt natürlich noch immer die Lehre aus den Jahren 1808-14: Gegen eine Guerilla-Armee mit Rückhalt in der Bevölkerung ist nicht zu gewinnen. Also muß man die Bevölkerung auf seine Seite ziehen. Das tut man nicht mit sinnlosen Bombenangriffen.
Wenn man etwas macht, sollte man es richtig machen, schon deswegen, weil ein Versagen der Mission (nur) wegen mangelhafter Durchführung Wasser auf die Mühlen derjenigen ist, denen ein Taliban-Regime als die bessere Alternative erscheint.
Im Sommer 1945 standen im Nachkriegsdeutschland rund drei Millionen aliierte Soldaten. Das Land ist etwa halb so groß wie Afghanistan, die Zivilbevölkerung war kaum bewaffnet und die Infrastruktur trotz Zerbombung sicher besser als die afghanische vor dem September 2001. Mich wundert daher nicht, daß es mit den momentan eingesetzten Mitteln nicht möglich ist, in Afghanistan Ruhe zu schaffen.
Aber die Zahl der unterdrückten und getöteten Zivilisten unter einem islamistischen Regime darf man ignorieren ? Oder reichen dann einige hilflose Alibiaktionen (Embargo o.ä.) um das zu beruhigen, was man für sein Gewissen hält ?
wenn es darum ginge, Afghanistan tatsächlich stabilisieren zu wollen, dann ist das keine rein militärische frage. diese einsicht hatte die Bundesregierung und die den einsatz in Afghanistan befürwortenden parteien auch gehabt, nur leider hat man den nicht-militärischen aufwand, der zu betreiben gewesen wäre, ein wenig falsch eingeschätzt bzw. zugelassen, daß sehr viel geld mittlerweile in obskuren kanälen versichert ist.
ich bin völlig Ihrer meinung: "Wenn man etwas macht, sollte man es richtig machen, schon deswegen..."
aber leider verstehen Sie unter "richtig" eben eher rein militärisch, während sich für mich das "rein militärische" nur als halbe sache darstellt.
Ihren vergleich mit 1945 lasse ich einmal außer acht, weil Sie da vieles miteinander vermengen, was heute bzgl. Afghanistan nicht zutrifft.
"Aber die Zahl der unterdrückten und getöteten Zivilisten unter einem islamistischen Regime darf man ignorieren ?"
es ist keine frage des dürfens, sondern der moral und der adäquaten mittel. meinen Sie allen ernstes, daß Sie die bevölkerung Afghanistans allein durch militärische aktionen auf ihre seite bekommen können (schauen Sie einmal nach, wie lange in diesem land schon krieg herrscht!)? und: denken Sie doch auch einmal an den sogenannten "aufbau ost" - 20 jahre in einem land, in dem es keinen krieg gab, und wie weit man damit gekommen ist - Sie meinen, die deutsche bevölkerung würde 20 jahre lang bereit sein, immense geldmittel nach Afghanistan zu pumpen? nein, da erscheint ein krieg wesentlich billiger...
und, apropos "Zahl der unterdrückten und getöteten Zivilisten ignorieren" - schon einmal auf der weltkarte nachgesehen, wo das tagtäglich passiert und keine "befreier" das moralische gewissen hierzulande erleichtern?
Das hat auch niemand behauptet. Aber es ist eben auch eine militärische Frage. Und wer einen Abzug des Militärs fordert, ignoriert diesen Umstand und spielt jenen in die Hände, die weiterhin gewaltsam agieren.
Wir sind uns einig, aber die Diskussion dreht sich doch ausschließlich um diese Hälfte der Sache. Ich sehe für den zivilen Aufbau keine Erfolgsaussichten, wenn gewaltsam handelnde Gegner der zivilen Aufbaus nicht militärisch in Schach gehalten werden können.
Es geht allein um den Grundsatz : Wer ein Land besetzt, der muß es auch richtig machen. Hunderttausend Soldaten in einem Land, das doppelt so groß wie Deutschland ist und in dem Waffen für praktisch jedermann verfügbar sind, halte ich nicht für Besetzung sondern für Dekoration.
Ich kann ich nicht erinnern, das behauptet zu haben. Ich meine, daß man ohne militärische Aktionen die afghanische Bevölkerung nicht auf die westliche Seite bekommen wird. Aber wer einen Abzug des Militärs fordert, der tut so, als wäre das möglich - ohne konkret zu sagen wie man ohne Militär mit den Taliban umgehen könnte.
Wieso nur die deutsche Bevölkerung ? Der Aufbau Afghanistans ist eine internationale Aufgabe, an der sich auch andere Länder beteiligen sollten, umso mehr, wenn sie sich für die militärischen Notwendigkeiten verschließen. Abgesehen davon pumpem wir bereits seit Jahrzehnten noch viel mehr Geld in etliche andere Länder der Dritten Welt. Das heißt dann Entwicklungshilfe.
Aber nur, weil er halbherzig geführt wird - im wesentlichen aus Rücksicht auf die öffentliche Meinung. Dadurch wird er kurzfristig zwar billig, langfristig jedoch eine Fehlinvestition. Eine konsequente Besetzung wäre kurzfristig zwar teurer, dafür auf lange Sicht aber höchstwahrscheinlich erfolgreicher.
Natürlich sind mir die Krisenherde in ihrer Vielzahl bewußt. Ich denke, daß Probleme nicht dadurch weniger werden, daß man sagt : Es sind so viele, also versuche ich gar nicht erst, auch nur eins davon zu lösen. Da die anderen Unterdrücker wenigstens so schlau sind, das von ihnen beherrschte Land nicht als Basis für einen Angriff gegen ein NATO-Mitglied zu verwenden, fängt man also bei dem Land an, das sich auf diese Weise für einen Anfang aufdrängt.
bzgl. "besetzung" - da kann ich nur einmal wieder auf die landkarte und die geographischen gegebenheiten verweisen. und Sie unterschätzen wesentliche faktoren: zeit und die andersartige kultur. aber denken Sie selbst darüber nach...
es ist unsinn, von einem angriff auf NATO oder einen der verbündeten zu reden. warum ist es unsinn: weil der sogenannte "angriff" zu keiner zeit die staaten des bündnisses oder einen staat des bündnisses ernsthaft in gefahr gebracht hat oder hätte bringen können. wäre ein terroranschlag tatsächlich als ein angriff auf einen NATO-staat zu werten, dann fragen Sie sich einmal, warum die NATO z.b. das baskenland nicht militärisch besetzt!
denken Sie einfach einmal, und sei es auch nur, um einmal andere wege gedanklich zu beschreiten, daran, daß es bei diesem konflikt weder um einen humanitären einsatz noch um einen "verteidigungsfall" handelt. sehen Sie sich einmal die geopolitische lage Afghanistans an, verinnerlichen Sie, daß ganz in der nähe 3 (4?) atommächte sehr dicht "beieinander" zu finden sind, und betrachten Sie die karte einmal untr rein weltwirtschaftlichen aspekten. evtl. kommen Sie zu dem schluß, daß den menschen hier seit jahren ein X für ein U vorgemacht wird...
Ihre Definition für einen Angriff scheint mir die Latte willkürlich hoch zu legen und erinnert mich an die Methoden derjenigen, die sich weigern, die Lage in Afghanistan als Krieg zu bezeichnen. Darf ich raten ? Sollte Al-Qaida eine schmutzige Bombe in einer westlichen Großstadt zünden, wäre das selbstverständlich auch kein Angriff.
Wieviel Tausend Tote und wie großen Sachschaden muß ein von außen kommendes, feindliches Kommando verursachen, bevor Sie bereit sind, die Aktion als Angriff anzusehen ?
Antwort : Weil die ETA bisher bei keinem ihrer Anschläge mehr als 3000 Menschen auf einmal umgebracht, zwei sehr große Wolkenkratzer zum Einsturz gebracht, vier Flugzeuge zerstört und ein Verteidigungsministerium teilweise zertrümmert hat.
Wie konnte ich nur die unermesslich reichen Bodenschätze Aghanistans vergessen ? Und erst seine Bedeutung als unersetzliches Drehkreuz des internationalen Handels ignorieren ? Asche auf mein Haupt.
Diejenigen, die den "vernachlässigenswerten Terroranschlägchen" gegen eins der Symbole westlicher Lebensweise zum Opfer gefallen sind und die, die wenig Neigung verspüren, zukünftig zu dieser Gruppe zu gehören, könnten da anderer Meinung sein.
"Ich sehe für den zivilen Aufbau keine Erfolgsaussichten, wenn gewaltsam handelnde Gegner der zivilen Aufbaus nicht militärisch in Schach gehalten werden können."
damit liefern Sie ja gerade das exit-argument - notfalls werden die Taliban eben warten (mit einer strategie der nadelstiche), bis die "besatzer"/"befreier" eben abgezogen sind - wir müssen uns bei der betrachtung des konflikts einmal daran gewöhnen, daß er nicht mit "westlicher vernunft" von der gegenseite geführt wird... zum anderen geht es eben auch nciht, daß man den Afghanen sozusagen eine kulturrevolution von außen bringt. das wird keinen bestand haben.
zu Ihrer letzten ergänzung: Ihre überlegung ist dahingehend falsch, daß Sie eben außer acht lassen, daß in westeuropa truppen nicht nach belieben in marsch gesetzt werden können. sie müssen rechtlich begründbar sein. aber wir fangen an, uns im kreis zu drehen...
Wenn sie dann auf eine funktions- und handlungsfähige afghanische Selbstverteidigung stoßen, sehe ich darin kein Problem.
In Japan hat das sehr gut funktioniert. Und hat seit sechzig Jahren Bestand.
Es hat doch die Feststellung des Verteidigungsfalls durch die NATO und Bundestagsbeschlüsse zum Einsatz der Bundeswehr gegeben. Von "Belieben" zu schreiben ist daher abwegig.
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Voelkerrecht/gutachten.html
keine sorge, ich gehe davon aus, daß Sie das übrzeugen wird...
Könnte es unter Umständen daran liegen, daß man über den tatsächlichen Wert dieses Gutachtens eine sehr viel realistischere Vorstellung hat als diejenigen, von seinem Inhalt überzeugt sein wollen und es als Mittel der politischen Debatte benutzen möchten ?
Fazit : Ich weiß genug über die Juristerei, um mich von solcher Spiegelfechterei nicht beeindrucken zu lassen.
Afghanistan darf nie wieder Stützpunkt von Al-Qaida werden!
Selbst Scholl-Latour wird nichts anderes behaupten ... und der ist Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft ...
noch mehr truppen. noch mehr krieg. wieder noch mehr truppen. und noch mehr krieg. sic!
Wenn man dei Veerpflcihtung übernimmt, muss man es auch können. Wenn man es nicht kann, macht der Aufenthalt keinen Sinn. Deutschland kann seit acht Jahren nicht liefern. Die Taliban breiten sich weiter aus, die Opferzahlen steigen auf allen Seiten. Die Bundeswehr versagt in Afghnaistan militärisch wie die USA in Vietnam. Wer das nicht wahrhaben will, ist ein realitätsferner Träumer, der sich sein Ding vom Endsieg spinnt. Der wird aber nicht kommen, sondern der BEsatzer wird würdelos rausgeworfen wie die USA 1975 in Saigon. Und ohne militärischen Besatzer konnte sich Vietnam entfalten, den Kommunisus abschütteln und ohne die Massentötungen viel besser leben. Fünf Millionen tote Vietcong für irreale Träumereien von Militär-"Experten". Napalm und Sprit bauen keine Demokratien und westliche Werte. Sie vernichten sie.
Mehr Soldaten in Afghanistan wird mehr Leid für Afghansiatn, Deutschland und die Bundeswehr bringen.
Könnte es sein, das Sie dort nicht der Berater sind?
Von Kanada ist ja bekannt, dasS es bereits vor drei Jahren die Rolle seiner Soldaten in Afghanistan durch eine unabhängige Kommission untersuchen ließ.
- Entschuldigung der amerikanischen Präsidenten für die vorzeitige Weitergabe teilweise falscher Informationen an die Presse. Es bestand die Absicht die Bundesrepublik dabei zu brüskieren! Das war ein eindeutiger Vertrauensbruch und nach Überzeugung des Bundeswehrverbandes eine bodenlose Frechheit.
- Ablösung des dafür verantwortlichen NATO-Kommandeurs
- Enschuldigung des schwedischen Ministerpräsidenten (bzw. der EU-Präsidentschaft)für das völlig unerständliche unloyale und unsolidarische Verhalten.
Vorher ist nichts zu machen, oder die Bundesregierung lässt sich noch einmal vorführen und ihre Unterstützer werden es registrieren! Dann sinkt die Unterstützung der Bevolkerung auf null, wenn auch bei den eigentlichen Befürwortern völlig andere Gründe als bei der Linkspartei vorliegen. Vielleicht kommen die Grünen wieder ans Ruder und ziehen im Sinne des Nabucco-Verhandlers Fischer vor den USA wieder den Schwanz ein. Zu denen würde dass passen, jetzt noch mehr Truppen an die Front zu schicken.
Wer hat diesen Theoretiker zum Experten erklärt?
Von solchen "Theoretiker-Experten" kommen die Ideen für eine aktive Kriegsbeteiligung und müssen selbst nicht erleben, was diese für einen mutierten Unsinn schreiben oder sagen.
Wenn dieser spielen will, soll er mit Interessierten im Sandkasten Burgen bauen.
Lieber Gott hilf und bewahr uns vor solchen Theoretikern!
habe das im Betreff erwänhnte Interview gelesen.
Habe eine schlichte Frage dazu an Sie persönlich
glauben Sie ernstahafz an den Stuss den Sie da versuchen zu verbreiten ?
Ein ebenso schlichtes Ja oder Nein reicht mir
Vielleicht nicht ganz. Interessant wäre noch zu wissen für mich wäre zu erfahren wann Sie das letzte mal in Afghanistan waren und wie lange Sie sich dort insgesammt aufgehalten haben
Als Experte zu Afghanistan haben Sie sicher die Zeit auf meine schlichten Fragen zu antworten
MfG
.."
mal sehen was kommt
Der bekommt doch sein Geld von Steuergeldern, oder? Die gesamte Afghanistanpolitik ist doch total unglaubwürdig! Da können Sie hier noch soviele "Experten" auffahren. Im Moment sind wir dort die Terroristen und wir können nur vom Glück sagen, dass die leidgeplagten Menschen dort unten nicht die Mittel haben, um uns auf gleiche Weise zu begegnen.
Den internationalen Terrorismus erzeugen wir selbst mit unserer menschenverachtenden Politik, mit unseren Machtmenschen, die da glauben, man können ganze Länder "gestalten" - Kolonialherrendenken - mehr nicht!
Dabei hätte schon ein einfach Blick in die Trefferliste von Google zeigen können, dass Guido Steinberg der Fachmann ist, als der ihn der TGS vorstellt. Nur dass die Aussagen von Herr Steinberg den Möchtegernexperten nicht in den Kram passen.