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Nato

Deutsche Politiker empört über Tötungsbefehl

Der angebliche Befehl des Nato-Oberbefehlshabers Bantz Craddock zur Tötung afghanischer Drogenhändler auch ohne Beweise hat in Deutschland einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Nato weist Berichte über ungesetzliche Befehle zurück.
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Bantz Craddock - Foto: dpa
Berlin -  Verteidigungspolitiker wiesen am Donnerstag in Berlin darauf hin, dass ein solcher Befehl von Bundeswehrsoldaten nicht ausgeführt werden kann. Sie reagierten damit auf Medienberichte über eine entsprechende Weisung des US-Generals an das Nato-Hauptquartier in Brunssum unter Führung des deutschen Generals Egon Ramms und an das Hauptquartier der Nato-geführten Afghanistanschutztruppe Isaf in Kabul.

"Deutsche Soldaten dürfen keine Befehle befolgen, die zu einer Straftat führen", stellte der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Bernd Siebert (CDU), klar. Sein SPD-Kollege Rainer Arnold zeigte sich empört: "Das zeigt, dass nicht überall verstanden wird, dass manche Fragen dem Primat der Politik unterliegen", sagte Arnold der Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Wehrbeauftragter: Mit deutschen Standards nicht vereinbar

Die Nato wies derweil Berichte über ungesetzliche Befehle zurück. Der Saceur Craddock habe nie "illegale Befehle" ausgegeben, wurde von der Allianz in Brüssel betont. Zuvor hatten verschiedene Medien berichtet, Craddock habe Drogenhändler und ihre Einrichtungen als militärische Ziele für die Isaf-Schutztruppe bezeichnet, die bekämpft werden könnten, ohne dass ein Zusammenhang zu Aufständischen nachgewiesen werden müsse.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, sagte der "Rheinischen Post", sollte Craddock tatsächlich verlangt haben, ohne nähere Prüfung mit aller Härte gegen Drogenhändler vorzugehen, so wäre dies "mit deutschen Standards von Rechtmäßigkeit und Innerer Führung nicht vereinbar". Arnold fügte hinzu, in letzter Konsequenz handele es sich um einen Tötungsbefehl.

Die Linksfraktion fordert die Bundesregierung auf, sich in aller Deutlichkeit von dieser "Eskalationsstrategie" zu distanzieren und erneuerte ihre Forderung, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. (imo/ddp)
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Kommentare [ 15 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von detlef detlef ist gerade offline | 30.1.2009 8:48 Uhr
Lieber Herr General Bantz Craddock
mich wundert warum der Bruder von Präsident Karsai noch im Amt und Würden, oder nach Ihrer Auffassung noch am leben ist.

Der Bruder ist einer der wichtigsten Drogenbarone am Hindukusch.

Kämpfen sie weiter für die „gute Regierungsführung“, Frauenrechte und Religionsfreiheit.
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von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 30.1.2009 8:59 Uhr
Und was sehen wir?
Es wurde vermutet, das der Befehl gegeben wurde Drogenhändler ohne Beweise zu erschießen. Ein starkes Stück und ziemlich ungesetzlich. Dann wird dies von der NATO dementiert und sie sagt, dass es diesen Befehl nie gab.
Das hindert aber Bernd Siebert (CDU), Rainer Arnold (SPD) und unsere allseits beliebte "Linksfraktion" nicht daran, so zu tun als sei das alles erwiesene Sache und sich in Szene zu setzten.
Die Leute höhren sich so an als würden die Beweise im Bundetag zur Ansicht ausliegen und als würden Videos von Erschießungen bei YouTube zu finden sein.
Sind sie aber nicht, alles derzeit nur Gerücht!
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von hesum hesum ist gerade offline | 30.1.2009 9:01 Uhr
Natürlich wieder die Deutschen
Diese Menschen töten indirekt mit ihrem Gift auch unsere Kinder, desweiteren bringen sie jeden um der ihnen bei ihren 'Geschäften' im Weg steht. Sie sind also Mörder im doppelten Sinn und stellen trotzdem kein legitimes Ziel da.
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von detlef detlef ist gerade offline | 30.1.2009 9:54 Uhr
Es kam da zum offenen Schlagabtausch
zwischen dem deutschen Vier-Sterne-General Egon Ramms und seinem amerikanischen Vorgesetzten, dem Nato-Oberbefehlshaber General John Craddock. Ramms hatte sich diesem Befehl Craddocks widersetzt.

Herunterzuspielen wird wohl nicht klappen.

Die geheime Weisung des Nato-Oberbefehlshabers an Ramms und den Isaf-Kommandeur in Afghanistan, US-General David McKiernan, vom 5. Januar.

..... es sei „nicht länger nötig, Geheimdienstaufklärung zu betreiben oder zusätzliche Beweise zu erbringen, ob jeder der Drogenhändler oder jede Drogeneinrichtung in Afghanistan auch die Kriterien eines militärischen Zieles erfüllt“.....
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von segelflieger segelflieger ist gerade offline | 30.1.2009 10:17 Uhr
Warum sind
in Afghanstan die "Drogenfeld" noch nicht vernichtet? Von dort aus werden Drogen in die ganze Welt geschmuggelt, und hier entsteht eine Diskussion über die Behandlung von Drogendealern und Drogenanbauer!
Halten die Politiker die Finanzierung durch den Drogenverkauf der AlKaida für besser, als der Schutz der Menschen in der Welt vor Drogen!
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von unbekannt | 30.1.2009 10:33 Uhr
@segelflieger
Ich wäre für eine massive Bombardierung der Drogen-Felder, Napalm oder ähnliches einsetzen. Eine gezielte Tötung muss nicht sein, es würde einfach reichen die Felder abzubrennen, bombardieren, etc. Das Problem wäre schnell gelöst.
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von detlef detlef ist gerade offline | 30.1.2009 10:32 Uhr
"Karsais Regierung ist tief in den Schutz der Drogen-Barone verwickelt“, schreibt Schweich in der „New York Times“.
Wie auch die Taliban würden viele Anhänger des Präsidenten am Rauschgifthandel verdienen.

Thomas Schweich war zwei Jahre lang in der US-Botschaft am Hindukusch tätig.

Sein Auftrag: Die afghanische Regierung im Kampf gegen die Drogenmafia zu unterstützen.
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von vielleser vielleser ist gerade offline | 30.1.2009 10:39 Uhr
opium / heroin
Guten Tag,

man könnte mittlerweile -nach dem xten Jahr in Folge mit afghanischen Opiumrekordernten- ins Grübeln kommen was genau deutsche Soldaten am Hindukush sichern.

mfg
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von detlef detlef ist gerade offline | 30.1.2009 10:56 Uhr
Der jüngste Bruder von Hamid Karsai, ist der Vorsitzende des südlichen Provinzrates, Wali Karsai.
Dieser Wali Karsai wurde 2004 von der Liste der vierzehn Haupt-Drogenverantwortlichen, von Präsidenten Hamid Karsai im Einvernehmen mit der US-Regierung gestrichen.

Nun ist er eine der wichtigsten Figuren im Drogenhandel.

Er kontrolliert einen erheblichen Anteil der afghanischen Heroin-Produktion.

@vielleser - Gute Frage
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 30.1.2009 12:33 Uhr
Hat denn niemand der Überraschten ...
... die Interviews mit unseren KSK-Scharfschützen gelesen? Die beschrieben doch eindeutig, was sie in wessen Auftrag taten.
Comment
von neutralerbeobachter neutralerbeobachter ist gerade offline | 30.1.2009 12:56 Uhr
Die beste Strategie wäre ein
Flächenbombardement der "Drogenfelder" in Afghanistan, aus denen die Taliban und El Kaida ihre wichtigsten Einnahmen beziehen. Mit einer Vorwarnung ist dies möglich, ohne dass Menschen zu schaden kommen, und selbst unsere so tapfere Bundeswehr könnte sich gefahrlos mit Tornados beteiligen, ohne auch nur einen Kratzer befürchten zu müssen.

Aber sicher gibt es unter den Bedenkenträgern in der deutschen Laber-Politik auch hiergegen wieder Bedenken . . .
Comment
von stephanstephan stephanstephan ist gerade offline | 30.1.2009 13:03 Uhr
KRIEG nicht Kindergarten
Davon einmal abgesehen, dass die drogenhandelnden Warlords in Afghanistan noch unangefochten herrschen und die Nato der von Drogenanbau lebenden Bevölkerung noch keine Alternative präsentiert hat...

Man kann sich über die Mittel streiten...
aber es sollte klar und deutlich gesagt werden:

Deutschland hat mit seinen Verbündeten dort einen Kriegseinsatz, abgesegnet durch den Bundestag und somit durch das deutsche Volk!
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von detlef detlef ist gerade offline | 30.1.2009 17:38 Uhr
@stephanstephan - Statitika, das Statistik-Portal zu Afghanistan
Halten Sie die Beteiligung der Bundeswehr an Einsätzen in Afghanistan eher für richtig oder eher für falsch?
34% Eher richtig

62% Eher falsch

04% Weiß nicht keine Angaben

Deutschland; ab 14 Jahre; 1.003 Befragte; TNS Emnid

Statista.org 2009
Quelle: Die Zeit

http://de.statista.org/statistik/daten/studie/1546/umfrage/ansicht-zu-bundeswehreinsaetzen-in-afghanistan/

Also meines Wissens, gab es noch nie eine Zustimmung in der Bevölkerung.
Comment
von ebenrot ebenrot ist gerade offline | 30.1.2009 18:24 Uhr
Empört - empört?
"Deutsche Politiker empört über Tötungsbefehl."
Haben denn diese Politkomiker bei der Abstimmung zur Entsendung bzw den weiteren Verbleib unserer Soldaten geglaubt, die würden in die Sommerfrische fahren.
Ist diese Verwunderung bei den empörten 'Volksvertretern' gespielt oder haben sie tatsächlich ein solch schlichtes Gemüt?
'N bißchen schwanger gibts nicht. Also wenn schon empört, dann holt die Truppe nach Hause. Ist sowieso schon längst überfällig.
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 30.1.2009 23:52 Uhr
Napalm, Flächenbombardements
Ich schlage ein Streichholz vor; das eingesparte Geld könnte den Bauern das Überleben sichern. Manche Beiträge sind wirklich wunderlich. Echte Haudraufs, die hier schreiben. Ach ja, vielleicht könnten das gleich die an den Mohnfeldern vorbei fahrenden deutschen, britischen und amerikanischen Soldaten erledigen.

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