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Japan

G 8: Merkel verteidigt Atomausstieg

Beim Treffen der sieben mächtigsten Industriestaaten und Russlands gibt es die ersten Meinungsverschiedenheiten. Kanzlerin Merkel sieht sich mit Deutschlands Position zum Ausstieg aus der Atomenergie isoliert. In der Außenpolitik deuten sich gegen Iran und Mugabe gemeinsame Standpunkte an.
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Klimaschutz. Aber in welche Richtung? - Foto: AFP
Toyako -  Deutschland gerät auf dem G-8-Gipfel in Japan wegen seines Atomausstiegs in große Erklärungsnot. Zu Beginn des Treffens im japanischen Toyako sah sich Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU), die sich dem Schutz des Klimas besonders verschrieben hat, im Kreis der führenden Industriestaaten und Russlands (G 8) am Montag in dieser Frage isoliert. Die Berater von US-Präsident George W. Bush verteidigten die Atomkraft als angeblich klimafreundliche Energie, die zudem einen Ausweg aus der Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle biete.

Kernenergie kein entscheidender Faktor gegen Klimawandel

Die USA gingen zum deutschen Atomausstieg auf Konfrontationskurs. Nukleare Kraftwerke seien "der Lackmustest für die Ernsthaftigkeit" der Staaten beim Klimaschutz, sagte Jim Connaughton, Umweltberater von Bush. "Ein Land, das die Fähigkeit hat, die Atomkraft verantwortlich zu nutzen, hat aus meiner Sicht die Pflicht, das zu tun." Bush nimmt das letzte Mal an einem G-8-Gipfel teil. Er scheidet im kommenden Januar aus dem Amt.

Merkel stellte umgehend klar, dass sie die Nutzung der Kernenergie für keinen entscheidenden Faktor im Kampf gegen den Klimawandel hält. Grund für die deutsche Position ist der im Koalitionsvertrag von Union und SPD festgeschriebene Atomausstieg.

Dass die Klima- und Energiepolitik der reichen Staaten unmittelbare Folgen für die Entwicklungsländer hat, machten die Staats- oder Regierungschefs aus Afrika deutlich. Angesichts der derzeitigen hohen Preise für Nahrungsmittel und Energie dürften die G8 ihre Versprechen im Kampf gegen Hunger und Armut nicht brechen. Merkel machte klar, dass die Herstellung von Bio-Kraftstoffen nicht zulasten der weltweiten Nahrungsmittelproduktion gehen dürfe. "Wir brauchen Standards", sagte sie und forderte Vorgaben für die Herstellung solcher Kraftstoffe auf Pflanzenbasis. Studien machen auch die zunehmende Produktion von Bio-Kraftstoffen für die Preissteigerungen verantwortlich. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte an, afrikanischen Bauern eine Milliarde Euro ungenutzter Agrarsubventionen der EU für Dünger und Saatgut bereitstellen zu wollen.

Übereinstimmung in der Sicherheitspolitik

Bei den wichtigen außenpolitischen Themen werden die USA versuchen, die Partner für eine harte Gangart gegen Iran zu gewinnen. Nach Einschätzung von Merkel liegen die Positionen der G-8-Staaten eng beieinander. "Ich erwarte große Übereinstimmung." Deutschland sei gegebenenfalls bereit zu weiteren Strafmaßnahmen. Die Staatengemeinschaft versucht Iran dazu zu bewegen, die Urananreicherung aufzugeben. Diese Technik kann auch genutzt werden, um Atombomben zu bauen.

Im Fall Simbabwe hielt Merkel weitere Sanktionen gegen den Diktator Mugabe für möglich. Bei der Arbeitssitzung mit den afrikanischen Spitzenpolitikern habe es viel Kritik an Mugabe gegeben. Vor dem Gipfel hatte der britische Premier Gordon Brown auf eine gemeinsame Erklärung zu Simbabwe gedrungen. Der 84-jährige Diktator Mugabe hatte sich vor kurzem als einziger Kandidat im Amt bestätigen lassen. Der Kandidat der Opposition hatte wegen Gewalt gegen seine Anhänger verzichtet. (fg/AFP)
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Kommentare [ 11 ] Kommentar hinzufügen »

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von peterchen peterchen ist gerade offline | 8.7.2008 6:45 Uhr
Was "Alle" sagen, kann kein Entscheidungsgrund sein
Solange die Entsorgungsfrage des über Jahrtausende lebensgefährlichen Atommülls nicht befriedigend geklärt ist, laufen die Ausführungen der Bush-Regierung (mal wieder)und die der anderen Atombefürworter an dem Ideal einer verantwortungsbewußten Politik vorbei.
Sie verfährt mehr nach dem Motto "oben" und "unten". "Unten" ist, wer den Müll gegen ein Taschengeld oder besser noch "nur so" aufgehalst bekommt und dann zusehen kann, wie er mit dem Problem fertig wird.
"Oben" ist, wer verdient.
Mit einer solchen Politik befeuert man Konflikte - aber darin sind Bush & Co ja anerkannte Weltmeister.
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von steptheman steptheman ist gerade offline | 8.7.2008 8:26 Uhr
Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen
Eine gegen alle. Angie auf ihrem Weg zum letzten showdown zur Rettung der Welt. Unsere Ökopaxe die wahrscheinlich immer noch mit ihren Anti Atomkraft buttons durch die Weltgeschichte marschieren, von Physik aber so viel Ahnung haben wie die Kuh vom Eierlegen, wollen der Welt ihren Irrsinn aufzwingen. Dann bezieht Deutschland eben seinen Atomstrom aus Rußland (wo die Atomkraftwerke ja soooo sicher sind) und aus Frankreich (wo dann der Atomstrom soooo billig ist). Wenn dann Deutschland technologisch abgehängt wurde und finanziell sich an dem importierten Atomstrom dumm und dämlich zahlt, werden unsere grünen Weltenretter am lautesten schreien, da die Kohlekraftwerke in Deutschland das Klima killen. Rot-Grün wird als das teuerste Freilandexperiment in der politischen Geschichte in den Büchern stehen.
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von feihung feihung ist gerade offline | 8.7.2008 11:46 Uhr
@steptheman
Vielleicht können Sie ja beantworten, wo der Atommüll gelagert werden soll. Sonst sehe ich nämlich ein ganz anderes Szenario auf uns zukommen. Alle Welt setzt auf die Kernenergie. Wenn dann der Atommüll das Grundwasser verseucht, und Milliarden ausgegeben werden müssen, um die Bevölkerung zumindest einigermaßen zu schützen, schreien die schwarzen Geldmaschinen am allerlautesten, weil sie so viel Geld für Reperaturarbeiten ausgeben müssen. Schwarz-Gelb wird dann als teuerstes Freilandexperiment in der politischen Geschichte in den Büchern stehen.
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von michaelkuss michaelkuss ist gerade offline | 8.7.2008 9:38 Uhr
die angebliche "Konfrontation" passt Merkel ins Kalkül
Die Welt ist gegen uns und Frau Merkel hält noch tapfer zum Atomausstieg, der im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. Etwas Besseres kann ihr kaum passieren. Obwohl sie und ihre Partei längst wieder auf Atomkurs sind, macht sie vordergründig beim G 8 auf Widerstand. Das kommt zu Hause gut an und rettet die Koalition erneut über die Runden.

Aber im Hintergrund werden die Messer schon geschliffen. Warten wir mal ab, je näher es auf die Bundestagswahl zugeht. Da beugt sich Frau Merkel den internationalen Bedingungen und der deutschen Atomlobby, und ihr G8-Geschwätz von gestern kümmert sie morgen einen Dreck. Bei den Heiligenhafen-Versprechungen war es genauso. Wer lässt sich da noch von vordergründigen Versprechen und Absichtserklärungen täuschen?

Mensch, Leute, wacht auf!
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von astra1971 astra1971 ist gerade offline | 8.7.2008 12:54 Uhr
gegen AKW's
An 12 Standorten produzieren in Deutschland noch immer Atomkraftwerke radioaktiven Müll, ohne dass dessen sichere Endlagerung für Jahrtausende geklärt wäre. Abgesehen davon kann es jederzeit in einem der 17 Reaktoren zu einem Störfall kommen, der ganze Landstriche unbewohnbar macht. Die einzig sichere Alternative: Abschalten!
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von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 8.7.2008 13:08 Uhr
@feihung
Sicher, die Endlagerung ist ein Argument. Es ist aber auch das einzige Argument was wirklich zieht. Alle anderen Argumente wie Endlichkeit des Urans etc. sind erstmal Quatsch. Man muss ja nicht Uran nehmen, es gibt auch noch andere verwertbare Stoffe und die halten noch etwas länger (ca. 5000 Jahre) und ich meine jetzt nicht das man Plutonium nutzt.

Nimmt man aber das Argument Endlagerung und setzt dann die Argumente die für die Atomkraft sprechen dagegen (Keine CO² Emission, keine Schwefelemission, keine NOx Emission, keine Staubemission, zuverlässige Verfügbarkeit, mit Kraftwärmekopplung hoher Wirkungsgrad) dann bleibt, wenn man die "ideologische" Brille absetzt, bei nüchterner Betrachtungsweise nur ein pro Atomkraft übrig. Natürlich muss die Sache mit dem Atomrestmüll und der Endlagerung vorrangig geklärt werden. Aber ich denke das es da mit Sicherheit lösungen geben wird.
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von 10827er 10827er ist gerade offline | 8.7.2008 13:11 Uhr
Endlagerungslüge
Die Endlagerung ist längst geklärt.Der Müll kann in ausgewählten,grundwasserfreien Salzstöcken lagern,bis in alle Ewigkeit.
Das Gorleben nur eine unsichere Zwischenstation sei,ist ein Märchen.
Deutschland braucht die Atomkraft auch in Zukunft.
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von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 8.7.2008 13:24 Uhr
@astra1971
Wohl zu viele Katastropfenfilme gesehen was ?

Bei keinem der in Deutschland betriebenen Rektoren ist so etwas wie in Tschernobyl möglich, dafür sorgen schon allein die immer schärfer werdenden Sicherheitsanforderungen. So wurde z.B. nach dem Störfall in Schweden überprüft ob sowas auch hier in D mögliche wäre und die Anlagen wo sowas möglich gewesen wäre wurden abgefahren und ertüchtigt. Und so geht das in einem Fort. Immer wenn Störfälle bekannt werden, werden die deutschen Reaktoren dahin gehend übrprüft und ggf. nachgerüstet. Deswegen ist es mehr als unwahrscheinlich das ein deutscher Reaktor ganze Landstriche unbewohnbar macht.
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von besserwisser besserwisser ist gerade offline | 8.7.2008 14:51 Uhr
atomkraft nein danke
gilt auch weiterhin. vielleich tsogar mehr denn je zuvor.
ich verweise nur auf das lager asse II. wie lange kann ich noch unverseuchtes grundwasser trinken? auch wirtschaftlich ist atomstrm keine lösung (50ct einsparung pro monat für ein solches risiko!) die alternativen energien und einsparung sin die einzig lösung. ein gutes hat das teure benzin: die leute fahren wieder mehr rad und tun so ganz nebenbei auch noch etwas für ihre gesundheit.
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von commentator commentator ist gerade offline | 8.7.2008 15:48 Uhr
Tja steptheman (08.07.2008 08:26:08 Uhr) das war wohl nix.

IHRE eigenen Physikkenntnisse stellen Sie zumindest mit der Feststellung in Frage, dass „Kohlekraftwerke in Deutschland das Klima killen“.
Sowohl das CO2 der Kohleverbrennung als auch das Klima sind ausgesprochene Weltenbummler.
Also, WENN alle „sicheren“ Atomstrom produzierten, nur Deutschland nicht, würde sich das CO2 aus Deutschland ganz gut in der Welt verdünnen und höchstens die Freilandtomaten Ihres größten Freilandexperiments düngen, aber kein Klima mehr killen.

Also WENN ...

Ihre als Verbalinjurien lancierten „Ökopaxe“ und „grünen Weltenretter“ stecken Sie doch ruhig in die Mottenkiste der Dumpfpolemik. Das sage ich Ihnen, obwohl ich ihre vermutete eventuelle Aversion gegen die gegenwärtige grüne Partei und ihr Personal durchaus teile.
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von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 9.7.2008 0:50 Uhr
@besserwisser
Auch Sie werden irgend wann begreifen (müssen) das die zur Zeit propagierten Alternativ Energien eine "Mogelpackung" sind. Beispiel gefällig ? Nehmen wir mal die Sonnenenergie, die hat schon mal einen "natürlichen" Störfaktor, die Nacht. Dann nehmen wir eben den Wind. OK, es ist also Dezember, wo die Nächte länger sind, und nun weht unglücklicher Weise auch der Wind nicht. Also wie jetzt die Energie erzeugen und zu dem auch noch die Wohnung heizen ohne das Klima zu killen ? AKW's abgeschaltet (Wegen Atommüll), HKW's abgeschaltet (Klimakiller CO²). Und denken Sie nicht das dies mit der ebenfalls propagierten "dezentralen" Energieerzeugung gelöst werden könnte. Denn diese "dezentrale" Energieerzeugung muss ja auch irgend etwas "umwandeln" um Energie zu erzeugen, z.B. Erdgas (Vorsicht CO² und zudem sau teuer). Von den benötigten Energiemengen die ein Industrieland wie D benötigt mal ganz zu schweigen (Aluminiumerzeugung, Eisenerzeugung, Bahnverkehr (Nah/Fern), etc. etc. etc.).

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