Einigung beim G-8-Gipfel im japanischen Toyako: Die Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten will die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent reduzieren. Auch die Amerikaner stimmen diesem Ziel zu.
Toyako -
Die USA lassen sich erstmals auf ein langfristiges Ziel beim Klimaschutz ein: Beim G-8-Gipfel im japanischen Toyako verständigten sich die Staats- und Regierungschefs darauf, bis 2050 den Ausstoß an schädlichen Treibhausgasen mindestens zu halbieren. Das berichteten Diplomaten aus den Beratungen. Mit diesem Ziel wollen die G 8 in die Verhandlungen über das nächste Klimabkommen Ende 2009 in Kopenhagen gehen. Diese Verhandlungen laufen unter dem Dach der Vereinten Nationen. Die G 8 gehen damit über die Formulierung von Heiligendamm hinaus. Dort war lediglich festgehalten worden, die Halbierung "ernsthaft zu prüfen".
Mit dieser Einigung würden sich auch die USA erstmals auf eine Art Verpflichtung einlassen, ihre Treibhausgas-Emissionen mittelfristig zu reduzieren und den Ausstoß nicht nur auf gleichen Niveau zu belassen. Die USA hatten Klimaziele im Rahmen der G 8 über Jahre blockiert, weil sie der Ansicht sind, dass auch Schwellenländer wie China oder Indien eingebunden werden müssten. Außerdem verweigerten die USA bisher die Unterstützung für das Kyoto-Protokoll über verpflichtende Klimaziele bis 2012. Über ein Nachfolgeabkommen im UN-Rahmen wird derzeit verhandelt. In Japan werden die G 8 mit den Vertretern von großen Schwellenländern in einer sogenannten MEM-Runde zusammenkommen und dort ebenfalls eine gemeinsame Klimaschutz-Erklärung verabschieden.
Deutschland: Atomenergie kein Instrument gegen den Klimawandel
Die US-Regierung bewertet die Schlusserklärung des G-8-Gipfeltreffens zur Klimafrage als ein hervorragendes Ergebnis. Damit hätten sich die G-8-Staaten auf eine gemeinsame langfristige Vision festgelegt, sagte der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Dan Price. "Es gab eine ausgezeichnete Diskussion und eine ausgezeichnetes Ergebnis." Wie von US-Präsident George W. Bush vorgeschlagen, werde es nun darum gehen, mit allen großen Industriestaaten - also auch mit China und Indien - eine für alle verbindliche Strategie für mittelfristige Ziele im Kampf gegen die Klimaerwärmung zu finden, so Price. Die G-8-Erklärung betone auch die überragende Bedeutung der Entwicklung neuer Technologien für saubere und umweltfreundliche Energieträger, sagte Price.
Die Atomkraft wird in der Schlusserklärung ebenfalls erwähnt: Es gebe ein wachsendes Interesse mancher Staaten, die Atomkraft einerseits zur Vermeidung von Treibhausgasen und andererseits zur Verringerung der Öl-Abhängigkeit einzusetzen. Die Atomenergie wird aber nicht generell als ein Instrument im Kampf gegen den Klimawandel genannt. Dagegen hatte sich Deutschland gesperrt.
(ck/dpa/AFP)
Kommentare [ 9 ] Kommentar hinzufügen »
Übrigens: "...die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent reduzieren"
auf welcher Basis, also 50% von was?!
Es wäre schön, wenn der Tsp. erläutern würde, ob diese Unklarheit zu seinen Lasten oder zu Lasten der Nachrichtenquelle geht.
Und das, obwohl wissenschaftlich ungeklärt ist, ob CO2 als sogenannter Klimakiller oder nur als Klimaindikator verstanden werden muss.
Für wie blöd hält man uns?
Und WIR sind auch die, die am meisten davon profitieren wenn wir den Klimawandel einigermaßen in den Griff bekommen.
Man kann doch nicht immer so tun, als ob jede "mehr oder weniger" innovative Maßnahme von DENEN DA OBEN nur dazu gedacht ist UNS zu ärgern oder UNS abzuzocken.....
Und worin liegt der Unterschied zwischen Klimakiller und Klimaindikator?
Den Begriff vom Killer lehne ich sowieso ab.... ich spreche auch nicht von der "KlimaKATASTROPHE" sondern vom Klimawandel.
Aber, dass CO2 unbestritten einen massiven Einfluss auf unser Klima hat stellt doch mittlerweile kein seriöser Wissenschaftler mehr in Frage.
Differenzen kann es doch nur noch in der Art und Weise wie wir das Problem angehen geben.
Immer nur populistisch auf höhere Abgaben der Bürger/innen hinzuweisen ist doch wohl angesichts des Themas nicht angebracht.
"wir" (also das "gemeine Volk") verursachen die Probleme nicht.
Wie und was produziert wird, entscheiden nicht "wir". Das entscheidet der ökonomische Zwang zur Gewinnmaximierung, auch Kapitalismus genannt. Es wird produziert, was den höchsten Gewinn erbringt und auf eine Art und Weise, dass es die geringsten Kosten verursacht. Die Kosten für den Umweltverbrauch sind nicht berücksichtigt.
CO2 als Klimakiller ist DER Idealfall für die Politik. Der Bürger soll gefügig gemacht werden, indem ihm eine drohende Treibhaushölle suggeriert wird, und daran soll er auch noch selbst schuld sein. Da eine Überprüfung in absehbarer Zeit unmöglich ist, lässt sich damit ALLES rechtfertigen, jedes Verbot, jede Steuererhöhung und jede Abgabe. Die Ökosteuer, das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und die KWK-Abgabe (Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz) - der Bürger wird sich schon melken lassen. Und der boomende Emissionshandel will ja irgenwo sein Geld her bekommen ...