Militär : Russische Kampfbomber provozieren US-Marine

10.08.2007 11:28 Uhr

Russland demonstriert militärische Stärke: Kampfbomber näherten sich im Pazifik gefährlich nahe den US-Streitkräften, die gerade eine Übung abhielten. Im Mittelmeer will Russland wieder eine eigene Flotte aufbauen.

WashingtonZwei russische Kampfflugzeuge sind Schiffen der US-Marine im Pazifik gefährlich nahe gekommen. Wie das US-Verteidigungsministeriums mitteilte, befand sich die Marine gerade mitten in einer Übung. Die US-Soldaten entdeckten die zwei russischen Flugzeuge vom Typ TU-95, die sich aus südlicher Richtung der Pazifikinsel Guam näherten. "Die US-Streitkräfte waren bereit, die Bomber abzufangen, aber diese kamen nie nah genug an ein Schiff der Navy oder an Guam heran, um ein Luftabfangmanöver zu rechtfertigen", sagte ein Pentagonsprecher.

Guam ist die größte und südlichste Insel der Marianen im westlichen Pazifik. Sie gehört zu den USA. Ein weiterer Pentagon-Vertreter sagte, insgesamt seien vier russische Kampfflugzeuge gesichtet worden. Nur zwei davon hätten sich der Insel genähert. An der Übung "Vigilant Shield" ("Wachsamer Schild") der US-Marine hatten rund 20.000 Soldaten in Luft-See-Kampfgruppen mit drei Flugzeugträgern teilgenommen. Zwischenfälle zwischen Kampfflugzeugen der USA und Russlands über hoher See kamen zur Zeit des Kalten Krieges häufig vor. Inzwischen sind sie jedoch selten geworden.

Russland will wieder Kriegsschiffe ins Mittelmeer schicken

Bereits Anfang der Woche hatte es einen Vorfall mit Beteiligung russischer Streitkräften gegeben. Georgien warf Russland vor,  dass russische Kampfflugzeuge eine Rakete auf sein Territorium abgefeuert hätten. Moskau wies dies jedoch zurück. Der Vorfall hatte sich rund 60 Kilometer westlich von Tiflis in unmittelbarer Nähe der abtrünnigen pro-russischen Region Süd-Ossetien ereignet.

Auch im Mittelmeer will Russland wieder stärker Präsenz zeigen. Vor wenigen Tagen kündigte der Kreml an, dass im Mittelmeer wieder eine eigene Flotte stationiert würde. Die russischen Kriegsschiffe und U-Boote seien für Russlands nationale Sicherheit strategisch wichtig, hieß es. Die Flotte im Mittelmeer soll die russischen Seestreitkräfte im Schwarzen Meer, im Nordpolarmeer und an der Ostsee verstärken. Zu Sowjetzeiten unterhielt Russland eine Basis in Syrien, wo nach Einschätzung von Militärexperten wieder ein Stützpunkt entstehen könnte. (mit AFP)

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