Herbe Niederlage für Israel: Verbrechen beider Seiten im Gaza-Krieg sollen untersucht werden. Der Goldstone-Bericht geht an den UN-Sicherheitsrat - ein Veto der USA wird erwartet.
Israel muss in den Vereinten Nationen eine herbe Niederlage einstecken: Gegen den heftigen Widerstand der Regierung in Jerusalem nahm die UN-Vollversammlung den sogenannten Goldstone-Report über israelische und palästinensische Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Gaza- Konflikt an. Die UN zählten 114 Ja- Stimmen gegen 18 Nein-Stimmen bei 44 Enthaltungen. Neben Israel lehnten auch Deutschland und die USA eine Annahme des Dokuments ab. Der Goldstone-Report verlangt ausdrücklich, dass Israelis und Palästinenser Menschenrechtsverletzungen und mögliche Kriegsverbrechen untersuchen und Täter strafrechtlich verfolgen. Falls dies nicht in den nächsten Monaten geschieht, soll sich der Internationale Strafgerichtshof der Fälle annehmen.
„Diese Abstimmung ist eine wichtige Erklärung gegen Straffreiheit“, betonte der libysche Präsident der UN-Vollversammlung Ali Treki. Arabische und die blockfreien Staaten hatten die Abstimmungsvorlage in der Vollversammlung eingebracht. Israels UN-Botschafterin Gabriela Shalev, die an der Debatte nicht teilgenommen hatte, reagierte ungehalten auf die Debatte und das positive Votum. „Sie beschädigen jegliche Bemühungen, die Verhandlungen in unserer Region wiederzubeleben.“ Schon vorher hatte Israels Regierung gedroht: Man kehre dem Friedensprozess so lange den Rücken, solange eine „Kampagne“ gegen den jüdischen Staat in den UN laufe.
Israel hatte in den vergangenen Monaten mit aller diplomatischen Kraft versucht, den Goldstone-Report in den UN- Archiven verschwinden zu lassen. Doch erfolglos. Auf eine Debatte im Sicherheitsrat folgte eine Annahme des Berichts im Menschenrechtsrat. Israels umstrittene Kriegsführung geriet somit immer wieder ins Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Doch auch der Raketenbeschuss israelischer Städte durch palästinensische Gruppen wird als mögliches Kriegsverbrechen angeprangert und eine Untersuchung gefordert.
Jetzt beauftragte die Vollversammlung Generalsekretär Ban Ki Moon, das Dokument an den Sicherheitsrat weiterzuleiten. Israels Schutzmacht USA dürfte mit ihrem Veto jedoch im Sicherheitsrat verhindern, dass der Bericht dem internationalen Strafgerichtshof zugestellt wird. Deshalb braucht Israel keine Verfahren gegen seine Militärs zu fürchten.
In dem Untersuchungsbericht listet der südafrikanische Jurist Richard Goldstone akribisch schwere Verletzungen des Völkerrechts durch die Israelis im Gaza-Konflikt 2008/2009 auf: mutwillige Zerstörungen von Schulen, Krankenhäusern und Wohnungen, das Beschießen von Zivilisten und eine kollektive Bestrafung der palästinensischen Bevölkerung. Der UN-Menschenrechtsrat beauftragte den erfahrenen Juristen.
Der 574 Seiten umfassende Bericht basiert auf 188 individuellen Interviews mit Augenzeugen, Anhörungen in Genf und der Auswertung von 300 Berichten, 1200 Fotos und 30 Videos. Der Bericht betont, dass jede Information mehrfach gegengecheckt wurde, um ihren Wahrheitsgehalt zu ermitteln. Der Bericht nennt insgesamt 36 Zwischenfälle, die nach Meinung der Autoren die Muster des Vorgehens der israelischen Armee im Gaza-Krieg illustrieren. Dabei geht es vor allem um die Zerstörung der zivilen Infrastruktur, die nach Ansicht der Autoren keine militärischen Ziele beinhaltet, sondern eindeutig dazu gedacht sei, die Bevölkerung zu treffen. Völlig zerstört wurden unter anderem das Parlament und die einzige Mehlfabrik in Gaza, deren Inhaber gute Beziehungen zu israelischen Behörden hatte. Bombardiert wurden insgesamt 200 Fabriken, große Teile Ackerlands wurden ebenso zerstört wie eine Geflügelfarm mit 30 000 Tieren, Brunnen und ganze Stadtteile. Auch die gezielten Angriffe auf zwei Krankenhäuser werden beschrieben. Mit Ausnahme eines Falls erkennen die Autoren bei keinem dieser Vorgänge, dass es sich um militärisch gerechtfertigte Angriffe handelt. Sie stellen dagegen zahlreiche Verstöße gegen internationales humanitäres Recht vor und äußern in einigen Fällen sogar den Verdacht auf Kriegsverbrechen. Insgesamt habe Israel nicht zwischen Kämpfern und Zivilbevölkerung unterschieden. Etwa 1300 Palästinenser kamen laut dem Bericht ums Leben und 13 Israelis, davon vier durch freundliches Feuer.
Seine besondere Brisanz bekommt der Bericht aber auch dadurch, dass er die Vorgeschichte des Konfliktes mit einbezieht und daher die Besatzung und die bis heute anhaltende Blockade des Gaza- Streifens mit untersucht und hier grundlegende Verstöße gegen die Genfer Konvention und internationales Recht feststellt. Der Bericht fordert auch eine Lockerung der andauernden Blockade.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.11.2009)
Kommentare [ 109 ] Kommentar hinzufügen »
Leider ist unsere Bundesregierung zu so einer Öffnung für die Wahrheit nicht fähig. Sie hat in der UN Vollversammlung gegen die Weitergabe des Goldstone Berichtes gestimmt. Mit dieser unehrlichen Politik können wir nichts gut machen, was wir zwischen 1933 und 1945 getan haben und wir werden keine Gesprächspartner in Palästina finden, die uns als Friedensstifter ernst nehmen. Das habe ich in mehr als zwei Jahren vor Ort erlebt. Jeder der nach 1945 einfach das Feindbild gewechselt hat: "jetzt sind die Palästinenser die Bösen" wollte sich mit der Geschichte nicht auseinandersetzen und nicht die eigene Schuld eingestehen. Viele glaubten, sie könnten genau so borniert und agressiv wie ihre Väter weiter leben und seien trotzdem auf der richtigen Seite, weil sie jetzt Juden liebten und Palästinenser hassten. Wer so denkt, hat aus dem Holocaust nicht viel gelernt.
Israel hat die Feindseligkeiten nicht begonnen - und die Palästinenser haben aus 50 Jahren Geschichte nichts gelernt: z.B., dass sich Israel schon gegen wesentliche stärkere Gegner erfolgreich zur Wehr gesetzt hat und dass man ein Wespennest nicht ungestraft angreift.
Dass die EU die Palästineser im Gaza-Streifen mit sinnlosen Finanzierungen unterstüzt, gehört zu den Absurditäten dieses Konflikts.
Was mir persönlich nicht gefällt, ist der verbindliche Ton des Kommentators. "Wir" haben zwischen 1933 und 1945 nichts getan! Wir, das ist inzwischen die Mehrheit des deutschen Volkes, die nach 1945 geboren ist. "Wir" haben den Holocaust weder angezettelt, noch begangen noch gutgeheissen - also bitte mehr Achtung vor der Nachkriegsgeneration.
Der Vorwurf der Borniertheit könnte durchaus auf die Palästinenser zurückfallen: Wie kommt es, dass 60 Jahre nach der Gründung Israels die Palästinenser in der 3. und 4. Generation in sogenannten Flüchtingslagern leben? Warum wohl hat Jordanien die PLO aus dem Land geworfen? Wenn mich mein schon über 60-jähriges Hirn nicht im Stich lässt, haben die Palästinenser schon damals versucht, die Macht an sich zu reissen, wohlgemerkt, in einem Bruderland.
Und warum leben die 17 Millionen Flüchtlinge Deutschlands nicht in Lagern? Vermutlich Verdienst Israels.
Nein, "wir" haben lediglich den massenmörderischen II. Weltkrieg mutwillig gestartet, um Millionen Juden ermorden zu können.
Somit haben exakt wir Deutsche verdammt viel mit der von Ihnen so verhassten und verteufelten Gründungsgeschichte und Existenz des jüdischen Staates zu tun, und haben wir deswegen auch eine ganz besondere Verantwortung für die Existenz und die Sicherheit Israels!
Aber diese Lehre aus dem Holocaust dürfte Ihnen in Ihrer Verblendung unbegreiflich bleiben.
mog
Ich habe noch nie erlebt, dass Sie Ihre empörte Stimme auch nur ein einziges Mal gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung (oder gar offen praktizierten Genozid!) z.B. im Sudan, im Iran, in den von Hamas und Fatah kontrollierten Gebieten, und in zahlreichen anderen von Terrorgruppen und blutrünstigen Despoten beherrschten Regionen und Staaten, erhoben hätten.
Sie scheinen alles Unrecht und alle Unterdsrückung auf dieser Welt ganz offenkundig einzig und allein durch den klitzekleinen jüdischen Staat Israel verkörpert zu sehen.
Auf der Basis welcher Weltanschauung kommt man wohl zu einer dermaßen von einschlägigen Ressentiments bestimmten selektiven und pauschalisierenden Wahrnehmung?
Quelle: Hajo G. Meyer: "Das Ende des Judentums. Der Verfall der israelischen Gesellschaft", S. 73 f.
Hajo G. Meyer ist Auschwitz-Überlebender.
*) Amir Oren: "At the Gates of Yassergrad", Ha'aretz Magazine, 26.1.2002
**) Gideon Samet: "You won't be able to say 'we didn't know'", Ha'aretz, 28.1.2002
***) Stroop befehligte 2090 Mann, davon 440 aus der SS und 228 aus der Sicherheitspolizei.
Ihr Kommentar?
Den Adolf gemacht
ABER, @beija_flor, was denken Sie über die Quellen im Ha'aretz Magazine? :-D Die sind antisemtisch, stimmt's? Schreiben Sie M. Broder einen Brief und erklären ihm, er solle die Israelis verklagen. Es sind übrigens die Israelis gewesen, die eifrig die SS-Strategien studieren sollten. Befehlsgemäß. Die bilden sich halt weiter.
Ihre aus obskuren und unwissenschaftlichen Werken einseitig ausgewählten Zitate sind wertlos.
Wenn ich an SS im Nahen Osten denke, dann fällt mir jedoch immer nur die "13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ ein und das waren wahrhaftig keine Juden. Sie wurde von Amin al-Husseini aufgestellt und ausgebildet.
Aber a propos "ethnische Säuberungen".
Arabische Bevölkerung in Palästina 1900: 600.000 Menschen
Arabische Bevölkerung in Palästina 2006: 3,8 Millionen Menschen.
(Quelle: Bennett Zimmerman & Roberta Seid (January 23, 2006). "Arab Population in the West Bank & Gaza: The Million Person Gap". American-Israel Demographic Research Group. http://www.pademographics.com. Retrieved 2006-09-27.)
Was wurde dann da "gesäubert"? Geschirr, Kaffeemaschinen?
Ich erinnere an Ben-Gurion, der zufrieden davon zu berichten wußte, daß das Operationsgebiet der Hagana mit der Staatsgründung fast araberrein gewesen sei. Einseitige Quelle siehe unten: sein Tagebuch. :-) Ich könnte Sie jetzt fragen, was er damit meinte, müßte eine Antwort auf die Frage verlangen, wo die 75.000 Araber in Haifa, die 50.000 in Jaffa oder die 50.000 in al-Lydd plötzlich geblieben waren oder was in Baysan geschah (vgl. das Interview mit Palti Sela in: The Hagana Archives, File 205.9, 10.1.1988. Das ist aber einseitig.). Ich könnte Sie fragen, was mit einem solchen Befehl zur fürsorglichen Betreuung des Jerusalemer Stadtteils Shaykh Jarrah gemeint war: "Besetzt das Viertel und zerstört alle seine Häuser." (Itzhak Levy: "Jerusalem in the War of Independence", p. 207. Der Mann ist als ehemaliger Chef des Hagana-Geheimdienstes besonders einseitig. Vgl. auch Ben-Gurions Tagebucheintragungen vom 11., 16. und 17.7.1948. Dreimal schrieb er das einseitig ein.)
Wäre Rabin noch am Leben, könnten wir ihn fragen, was in Ramla geschah, denn er war dort der Kommandeur, der Ben-Gurions Befehl zur Räumung ausführte. Fragen wir Kenneth Bilby von der New York Herald Tribune, der das Geschehen verfolgte? Nein, zu einseitig. Sein Buch "New Star in the Near East" auch. Einseitig, meine ich.
In Gaza lebten 1949 200.000 Flüchtlinge, Jordanien hatte ca. 200.000 aufgenommen, Ägypten, Syrien und der Libanon teilten sich Hunderttausende. Wo kamen die her, wenn niemand vertrieben worden war? Wie viele sind es heute? Richtig: Die Geburtenrate ist die Lösung, wenngleich es über die Jahre noch etwas Zuzug gab. Die Araber durften nur dort bleiben, wo kaum etwas wuchs. Es waren ja noch reichlich 650 Dörfer übrig, und ein paar Beduinenstämme, gut für die Statistik, ließ man auch, wo sie waren, anfangs jedenfalls: In der Negev. Dort störten sie bald den Bau der Anlage in Dimona. Die Gegend wurde Sperrgebiet. :-D
Unrecht und Verbrechen hat es zweifellos gegeben.
Was man aber immer hinzufügen muss und was Sie immer absichtsvoll weglassen, ist dass diese Gewaltakte im Rahmen des
Palästinakriegs
geschahen.
Dass es also Gewaltakte von beiden Seiten gab.
Die Araber haben die Israelis mit einer Übermacht angegriffen, sind dann aber leider nur zweiter Sieger geworden.
So etwas passiert bezeiten in der Geschichte.
Warum lassen Sie die arabischen Verbrechen und Gewaltakte weg???
Und wo steht eigentlich, dass die Haganah die Taktik der SS kopierte?
Bei Bröckers? Oder in der "Promotionsarbeit" von "Dr." Mahmud Abbas?
Ich zitiere keine obskuren Werke.
Ich hab ein paar Bilder für Sie:
Deutsche Sitten im Nahen Osten
(Aber klar, das sind von Schäuble bezahlte Provokateure)
Die Äußerungen der Zionisten VOR der Staatsgründung sind m. E. eindeutig: Das Israel, das 1937, 1942 (Biltmore-Entwurf) und 1947 von den Zionisten gefordert (und UNSCOP als Plan übergeben wurde), zeigt das Israel heute. In Weitz' Tagebuch lesen wir: "Die einzige Lösung besteht in einem araberfreien Palästina, zumindest der westliche Teil [westlich des Jordan] sollte frei von Arabern sein." Ähnliches gibt es von Ben-Gurion und anderen zuhauf.
Rashid Khalidi (Univ. of Columbia) und, von ihm unabhängig, Erskine Childers, versuchten, in den Archiven von BBC und CIA die unten angesprochenen Rundfunksendungen zu finden -- erfolglos. Es gab keine Aufrufe arabischer Sender, aus dem Land zu fliehen. Dafür aber ist die Aussage eines israelischen Reserveoffiziers bekannt geworden, der in Hirsts "Gun" zitiert wird: Es waren israelische Lautsprecherwagen und mobile Rundfunksender der Hagana, die das verbreiteten:
"Dazu gehörten Schreie, Wimmern und das Stöhnen schmerzgeplagter arabischer Frauen, das Heulen von Sirenen und die Geräusche der Sirenen des Feueralarms. All das wurde unterbrochen von einer Grabesstimme, die auf Arabisch verkündete: "Rettet eure Seelen, ihr Gläubigen. Die Juden setzen Giftgas und Atomwaffen ein. Im Namen Allahs, lauft um euer Leben." (Ebd., p. 141) Was das für Auswirkungen hatte und wie schnell sich das verbreitete, können Sie sich vorstellen.
Aber nochmal: wo ist Ihre Darstellung der arabischen Verbrechen?
Wo ist der arabische Norman Finkelstein, wo ist der palästinensische Ilan Pappe??
Die Araber wollten genauso, dass ihre Gebiete "judenrein" sind.
Um es mit 50 Cent auszudrücken: "They died tryin´"
Man kann diese Ereignisse nicht monokausal sehen.
Wie gesagt, ich lese Ihre Zitate nicht, also sparen Sie sich - zumindest bei mir - die Mühe.
Der lt. Akten der IDF hartnäckigste Widerstand erfolgte durch die Arabische Legion in der Gegend von Latrun, die eigentlich Abdullah als Gegenleistung für sein Stillhalten geschenkt worden war. Aber das war eben der Krieg, nicht die Zeit davor.
Das Kräfteverhältnis 1948 wird heute in der Geschichtsschreibung ziemlich einheitlich gesehen. Zu keiner Zeit waren die unkoordiniert angetretenen Araber in der Lage, mit der Zahl, der Bewaffnung und der Ausbildung der Siedler mitzuhalten. Nach dem Eintreten des ersten Waffenstillstands war denen eh alles egal; die meisten ergriffen die Flucht, bevor er durch die erneut einsetzenden Säuberungen gebrochen wurde. Tja, und die einzige Armee, die gut ausgerüstet war, war die Abdullahs, der sich Palästina mit den Zionisten auf Vermittlung von Golda Meir hin teilen wollte, obwohl er massiv unter Druck geriet.
Ich würde mal sagen, dass das eben Pech der Araber war.
Wie gesagt: Don´t bring a knife to a gunfight (kleine NRA-Weisheit).
Die Araber, und ich spreche ausdrücklich von Arabern und nicht nur von Palästinensern, haben die Israelis am 15. Mai 1948 angegriffen.
Sollen sich die Israelis auch noch dafür entschuldigen, dass ihre Gegner schlechter bewaffnet waren?
Das hätten sich die Araber eben ein bißchen besser überlegen sollen (bzw. den Teilungsplan akzeptieren sollen).
Dann ging der Krieg los, und Krieg ist die Hölle.
Aber Sie sind doch so ein Positivist: unlängst haben sie noch die Niederlage der Georgier schadenfroh kommentiert, die sich mit den Russen angelegt haben.
Sind die Araber dieser Schadenfreude in einem identischen Fall nicht würdig?
Und noch was: das aufgebrachte Schiff mit den Waffen für die Hisbollah - damit sollte wohl die Besatzung bekämpft werden, die schon 10 Jahre nicht mehr stattfindet, oder wie ist das zu verstehen?
Das sind alles ziemlich falsche Anreize für die Israelis, um nicht zu sagen ein totaler Knieschuss für die Anti-Siedlungsbewegung.
Die waren damit beschäftigt, um ihre nationale Unabhängigkeit zu kämpfen bzw. hatten sie gerade errungen. Nix da von toller Ausrüstung und Blutrünstigkeit, nicht einmal, wenn sie sie gewollt hätten. Die waren eigentlich mit dem Lecken der Wunden beschäftigt. In allen Frontberichten lesen wir von einzelnen Kommandeuren, die eben doch blieben, anstatt sich, wie die Syrer, ungeduldig wartend, in die Flucht schlagen zu lassen.
" All das wurde unterbrochen von einer Grabesstimme, die auf Arabisch verkündete: "Rettet eure Seelen, ihr Gläubigen. Die Juden setzen Giftgas und Atomwaffen ein.
Dümmer geht es nimmer ? Der Staat bestand noch nicht einmal, die meisten waren bettelarm, weil ihr Vermögen, wenn vorhanden in Europa festlag, die ersten Flugzeuge gebrauchte Messerschmitt aus der Tschecholowakei waren, Waffen und Munition kostbar und sie behaupten, sie hätten mit Giftgas und Atomwaffen gedroht. Herr Weiss, bitte, machen sie sich nicht lächerlich.
Es gibt sehr wohl diese Zeitungaartikel und Aufnahmen. Oder lesen sie Khaled al-Asm, ehem. syrischer Premierminister, in seinen Memoiren 1973. Auch keine seriöse Quelle ?
Und vor allen Dingen sollte nicht vergessen werden, daß es ebenso viele jüdische (fast 1 Million) Vertriebene aus den arabischen Ländern gab, man hätte, wenn gewollt einen Austausch vornehmen können, das aber lag wohl nicht in der Absicht der arabischen Staaten. Sie leben in der Vergangenheit, kramen nach dunklen Flecken und nehmen alles, aber auch alles als bare Münze, was irgendwie danach aussieht, daß es den Juden schaden könnte. Was treibt Sie dazu, können sie den Juden Auschwitz nicht verzeihen ?
P.S.: Luther hat mit Tintenfässern geworfen. Der Mann ist unseriös. *lach*
> immer nur die "13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“
> ein und das waren wahrhaftig keine Juden. Sie wurde von Amin
> al-Husseini aufgestellt und ausgebildet.
Na dann nenne Sie doch bitte mal Dienstgrad und Dienstrang des Herr al-Husseini.
Er haette ja dann beinahe seit an seit mit Yztak Shamir und seinen Kameraden auf der Seite der Nazis gekaempft. Nur das die Deutschen die Lehi-Leute nicht gelassen haben, trotz Bettelbriefes 1941:
"... The NMO, which is well-acquainted with the goodwill of the German Reich government and its authorities towards Zionist activity inside Germany and towards Zionist emigration plans, is of the opinion that:
1. Common interests could exist between the establishment of a new order in Europe in conformity with the German concept, and the true national aspirations of the Jewish people as they are embodied by the NMO.
2. Cooperation between the new Germany and a renewed folkish-national Hebraium would be possible and,
3. The establishment of the historic Jewish state on a national and totalitarian basis, bound by a treaty with the German Reich, would be in the interest of a maintained and strengthened future German position of power in the Near East.
Proceeding from these considerations, the NMO in Palestine, under the condition the above-mentioned national aspirations of the Israeli freedom movement are recognized on the side of the German Reich, offers to actively take part in the war on Germany’s side.
...The cooperation of the Israeli freedom movement would also be along the lines of one of the last speeches of the German Reich Chancellor, in which Herr Hitler emphasized that he would utilize every combination and coalition in order to isolate and defeat England....
Zu Ihrer "Quelle" Hajo G. Meyer stand vor genau zwei Jahren folgendes im TAGESSPIEGEL zu lesen:
"2005 erschien in Melzers Verlag ein Buch mit dem Titel "Das Ende des Judentums", verfasst von Hajo Meyer, einem Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz. Der Autor stellt dabei allerlei abstruse Thesen auf: Der Holocaust sei nur eine "Laune der Geschichte", heißt es, und die "früheste Ursache für den Antisemitismus" liege "im Judentum selbst". Wiederholt vergleicht Meyer die Politik der israelischen Regierung mit der der Nationalsozialisten. Er versteigt sich zu der Behauptung: "Besonders im vergangenen Jahr scheint sich eine Vorhersage der Antisemiten in gefährlichem Ausmaß zu bewahrheiten. Ich meine den Mythos – und bis kurzem war es ein solcher –, die Juden hätten es auf die Weltherrschaft abgesehen."
Es überrascht mich daher nicht, dass Sie auf die äußerst fragwürdigen bis abstrusen Thesen dieses offen antisemitisch agitierenden Herrn zurückgreifen.
http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Henryk-M-Broder-Rechtsstreit;art15532,2416437
Mal ein paar kleine Beispiele (sorry, Tagesspiegel):
1. Laune der Geschichte:
"Antisemiten verabscheuen die Anwesenheit von Juden, ungeachtet dessen, was sie tun. Sie verurteilen alles, was ein Jude tut, weil er eine Jude ist. Aus dieser Prämisse, von deren Richtigkeit ich überzeugt bin, folgt logischerweise, dass die Juden in Deutschland, wo alles seinen Anfang genommen hat, nichts gegen die Ursachen des Holocaust unternehmen konnten. Mit anderen Worten, der Holocaust war eine Laune der Geschichte, Folge eines zufälligen Zusammentreffens von mehreren Ereignissen: der Erste Weltkrieg, der Versailler Vertrag, die extreme Inflation in Deutschland, die Weltwirtschaftskrise und Adolf Hitler. Wie all diese Faktoren zu Hitlers Aufstieg und damit zum Holocaust beigetragen haben, habe ich im dritten Kapitel ausgeführt."
Das liest sich schon anders, nicht wahr?
2. Ursprung des Antisemitismus
Mit seinen strengen Speisegesetzen und Verhaltensregeln erregte es Ärgernis bei den anderen Völkergruppen. Die jüdische Religion enthält ein striktes Bildverbot. Eine Skulptur, die eine menschliche Figur darstellt, sei es ein Gott oder ein weltlicher Herrscher, war für die Juden ein Gräuel. Nichtjuden dagegen begegneten dieser mit Ehrfurcht. Vermutlich noch mehr Anstoß erregten die Speisegesetze, die nicht in eine Welt passten, in der Gastfreund, das Anbieten und Annehmen von Speisen und Geschenken, vielleicht zu den wichtigsten zwischenmenschlichen Tugenden gehörte."
Usw. usf.
Der Mann schreibt über die Zeit vor ein paar tausend Jahren! Aber woher sollen Sie das auch wissen.
Wenn Sie möchten, diskutieren wir das unter dem oben von Ihnen angeführten Artikel. Hier ist es doch eher off-topic.
1948 aus Israel geflohene Frau sagt
Wir hörten die Explosionen und die Schüsse von Gewehren zu Beginn des Sommers im Jahr der ‚Katastrophe'. Sie erzählten uns: Die Juden greifen eure Region an und es ist besser, wenn ihr euer Dorf verlasst und zurückkehrt, wenn die Schlacht vorüber ist. Und tatsächlich gab es einige unter uns aus Israel flohen, die ein brennendes Feuer im Herd hinterließen, die von ihrer Herde weggingen oder ihr Geld und Gold zurückließen, weil sie überzeugt waren, dass wir nach ein paar Stunden zurückkehren würden." (Asmaa Jabir Balasimah Um Hasan, eine Frau, die aus Israel geflohen ist, AI Ayyam, 16.05.06)
Der Sohn und Enkel eines Flüchtlings von 1948 bestätigte:
Ein arabischer Zuschauer rief das PA-Fernsehen an und berichtete, dass sein Vater und Großvater darüber geklagt haben, dass 1948 die arabischen Bezirksbeamten alle Araber angewiesen haben, Palästina zu verlassen oder man würde sie sonst als Verräter bezeichnen.
„Herr Ibrahim [Sarsur]. Ich spreche Sie als Moslem an. Mein Vater und Großvater haben mir erzählt, dass während der ,Katastrophe' unser Bezirksbeamter eine Verfügung herausgab, dass jeder, der in Palästina und in Majdel [in der Nähe von Askelon, Süd Israel] bleibt, als ein Verräter behandelt wird."
Die Antwort von Ibrahim Sarsur, arabisches Mitglied der Knesset und Oberhaupt der islamischen Bewegung in Israel stellte diese Aussage nicht in Frage: „Derjenige, der diese Verfügung erlassen und das Verbot zum Bleiben erteilt hat, trägt die Schuld, in diesem Leben und auch im zukünftigen, durch die ganze Geschichte hindurch bis zum Tag der Auferstehung." (PA TV, 30.04.99)
Seltsam, seltsam. In Ihrem ganzen Kommentar fehlt jedes Wort zu den Raketen der Hamas. Aber es findet sich ganz, ganz viel zum Holocaust. Die Kriege der Araber? - Hats nicht gegeben. Die Terroranschläge? - Nicht der Rede wert. Israel und die Israelis, die sind an allem Schuld. Da frag ich mich doch wirklich, wer nichts aus dem Holocaust gelernt hat.
> den Raketen der Hamas.
Seltsam, seltsam. In Ihrem ganzen Kommentar fehlt jedes Wort zu Besatzung und Vertreibung der Palestinaenser durch Israel.
Massaker an Arabern, Terroranschlaege von durc Irgun & Co. bis zum Mossad, Mordanschlaege und Entfuehrungen im Ausland durch israelische Geheimdienstler - nicht der Rede wert.
Da frage ich mich was aus dem Holocaust gelernt wurde?
Es ist besonders ekelhaft, wenn gefordert wird, die Opfer der Shoah hätten auch nur irgendetwas aus dem Holocaust lernen müssen.
Wenn sie etwas daraus gelernt haben, dann nur, dass sie auf keine Schwätzer hören müssen, die nicht mal mit ein paar Nazis in Guben und arabischen Großfamilien im Rollbergviertel fertigwerden, aber den Nahostkonflikt lösen wollen.
Aber mal andersherum gefragt: warum fragt sich niemand, warum die Palästinenser denn nichts aus der Besatzung gelernt haben?
Denn wer soviel Unrecht erleiden mußte, kann das doch nicht mir Unrecht vergelten?
Oder?
Mir geht es um die Frage, was die Deutschen und ihre Führer aus dem Holocaust gelernt haben und nicht um die wirklich zynische Frage, was haben die Opfer gelernt?`Viele deutsche Politiker und Meinungsmacher behaupten ja immer wieder, dass sie daraus gelernt haben und alles tun wollen, damit so etwas oder so etwas ähnliches sich nicht wiederholt.
Und da habe ich das Gefühl, dass man da oft ein paar flotte Sprüche gemacht hat und sich vor einer ehrlichen Analyse gedrückt hat. Statt dessen fand ein plakativer Wechsel des Feindbildes statt, oft verbunden mit einer Blindheit für die heutige Realität. Heute ist ein Grossteil der Bundestagsabgeorndeten Mitglied der deutsch-israelischen Gesellschaft. Glauben sie wirklich, all diese Leute hätten aus der Geschichte gelernt und seien jetzt die Vorhut für Freiheit, Gerechtigkeit und eine bessere Welt? Dann müsste man anders über den Nahost konflikt reden als Frau Merkel.
> Shoah hätten auch nur irgendetwas aus dem Holocaust lernen
> müssen.
Nun, ich weiss nicht wo Sie diese _Forderung_ lesen.
Wo bleiben und blieben aber die Verurteilungen der israelischen Verbrechen durch die europaeischen Staaten und die USA?
Oder sind bestimmte Verbrechen doch nicht ganz so schlimm, je nach Taeter und Opfer und politischer Grosswetterlage?
Ist das die Lehre aus dem Massenmord des WKII?
> Wenn sie etwas daraus gelernt haben, dann nur, dass sie auf
> keine Schwätzer hören müssen, die nicht mal mit ein paar
> Nazis in Guben und arabischen Großfamilien im Rollbergviertel
> fertigwerden, aber den Nahostkonflikt lösen wollen.
Sie meinen Frau Merkel soll besser Schweigen?
> Aber mal andersherum gefragt: warum fragt sich niemand, warum
> die Palästinenser denn nichts aus der Besatzung gelernt
> haben?
> Denn wer soviel Unrecht erleiden mußte, kann das doch nicht
> mir Unrecht vergelten?
> Oder?
"... Es ist besonders ekelhaft, wenn gefordert wird, die Opfer ... hätten auch nur irgendetwas ... lernen müssen. "
Oder? :->
Ansonsten ist es legitimer Widerstand gegen eine Besatzungsmacht, genauso wie der Warschauer Ghettoaufstand, der Kampf der Resistance und der italienischen, griechischen, jugoslawischen und russischen Partisanen.
Oder sind das fuer Sie auch Terroristen?
1. „Die arabischen Staaten, die palästinensische Araber ermutigten, vorübergehend ihre Heimat zu verlassen, um die arabischen Invasionstruppen nicht aufzuhalten, haben ihr Versprechen nicht gehalten, diesen Flüchtlingen zu helfen“ /Jordanische Tageszeitung FALASTIN, 19.2.1949, aus /Fa/
2. „Wer brachte die Palästinenser als Flüchtlinge in den Libanon, wo sie in große Not kamen und mittellos waren - niemand anders als die arabischen Staaten selbst, einschließlich des Libanon“ /Muslimische Wochenzeitung KUL-SHAY, Beirut, 19.8.1951, aus /Fa/
3. „Der 15. Mai 1948 kam ... An diesem Tag rief der Mufti in Jerusalem die Araber von Palästina auf, ihr Land zu verlassen, denn die arabischen Armeen sind im Einmarsch und werden für sie kämpfen“ /Kairoer Tageszeitung AKHBAR EL YOM, 12.10.1963, aus /Fa/
4. „ .. Damit die tausendmal verfluchten Juden sich nicht in ihrer Feigheit vor ihrer völligen Vernichtung an euch rächen, laden wir euch ein, unsere Gäste zu sein. Die Araber werden euch ihre Häuser und Herzen öffnen. Wir werden die Ungläubigen besiegen, wir werden die Giftschlangen zertreten. Ein durch eure Brüder gereinigtes Land wird euch aufs neue in Freude und Jubel empfangen.“ /Gi/ (Aufruf des ‚Oberkommandos der arabischen Freiwilligen‘ über den Sender Kairo am 16.5.1948, aus /Pf S.148)/
5. „Wir werden das Land über den Haufen schießen und alle Orte, wohin sich die Juden flüchten, zerstören. Solange Gefahr besteht, sollen die Araber ihre Kinder und Frauen in Sicherheit bringen; später wird ihnen das ganze Palästina gehören.“ /La/ (Erklärung des irakischen Ministerpräsidenten, die ab dem 16.3.1948 zwei Monate lang im Rundfunk ausgestrahlt wurde, aus /Pf S.143)/
Hier schreiben immer wieder die gleichen und den gleichen Mist, weder akzeptieren sie Fakten, noch lassen sie sich auf Nachdenken ein.
a) die ethnische Säuberung 1947 begann und 1949 zu einem großen Teil abgeschlossen war und
b) selbst die zionistischsten unter den zionistischen Geschichtsklitterern diese Ansagen weder als Schellackplatte noch als Tonbandmitschnitt oder Transcript gefunden haben. Interessant ist auch, daß es eine jordanische Zeitung war, die das schrieb: Im Tauschgeschäft mit den Israelis (auch geschichtsträchtig "Nichtangriffspakt" genannt) ließen die sich die West Bank und Ost-Jerusalem geben und griffen auch nur dort ein, als die Hagana-IDF dort den imperialen Traum verwirklichen wollte. Ansonsten ließ die einzige Armee, die den Kolonialtruppen überhaupt etwas hätte entgegensetzen können, Palästina im Stich, von drei, vier mutigen Kommandeuren abgesehen.
2. Die ethnischen Säuberungen durch die neuen Kolonialherren begannen im Dezember 1947. Sie basierten auf den Plänen A (Elemichel, 1937), B (1946), C (1946/47) und letztlich Dalet (1948) und -- territorial -- dem Biltmore-Plan von 1942. Das Komitee zur Umbenennung arabischer Dörfer in israelische war bereits 1920 gegründet worden.
3. Zur Planung der Säuberungsaktionen wurden die sogenannten Village Files angelegt, die sämtliche Daten aller 1200 arabischen Dörfer in ganz Palästina enthielten. Die Erfassung der grundlegenden Daten war durch die Geheimdienstabteilung der Hagana Ende der 30er abgeschlossen worden, die Akten wurden unter Yossef Weitz, Ezra Danin und Yaacov Shimoni bis 1947 aktualisiert und systematisiert. Die Anregung zur Datenerfassung finden Sie hier: "The Bulletin of the Hagana Archives", issues 9-10, 'The Intelligence Service and the Village Files, 1940-1948' (2005). Beispiele für die Village Files finden Sie unter: Hagana Archives, S25/4131, 105/224 oder 105/227 usw. für jedes Dorf.
6. Der Generalsekretär der Arabischen Liga bemerkte 1951, dass sein Vorgänger Azzam Pasha „den Arabischen Völkern versicherte, dass die Besetzung von Palästinas und Tel Aviv so einfach sei wie ein Spaziergang ... und dass die Millionen, welche die Juden für den Landerwerb ausgegeben hätten und in die Entwicklung der Wirtschaft investiert hätten, eine leichte Beute sein würden, denn es würde ein Leichtes sein, die Juden ins Mittelmeer zu werfen.“ /Arutz Sheva_29.02.2004/
7. „Unsere Führer sind verantwortlich für die Flucht der Dorfbewohner, weil sie falsche und übertriebene Gerüchte von jüdischen Verbrechen und Greueltaten wie Mord an Frauen und Kindern verbreiteten, um die Araber aufzuhetzen ... Die Araber in Palästina wurden so lange in Furcht und Schrecken versetzt, bis sie flohen und ihre Häuser, Hab und Gut dem Feind überließen“ /Jordanische Tageszeitung AL URDUN, 9.4.1953, aus /Fa/
8. „seit 1948 fordern wir die Rückkehr der (palästinensischen) Flüchtlinge, obwohl wir es sind, die sie zur Flucht zwangen ..“ /Khaled al-Asm, ehem. syrischer Premierminister, in seinen Memoiren 1973, Haschiwah 4-1993/
9. Nach einem Bericht des arabischen Instituts für Palästinensische Studien in Beirut (1969) wurde die Mehrheit der arabischen Flüchtlinge 1948 nicht vertrieben und 68% hätten das Land verlassen ohne einen israelischen Soldaten gesehen zu haben. /Pe S.13/
Da die Massaker nie stattfanden, erbitte ich eine Erklärung für folgenden Sachverhalte:
1. Um die Reaktion der Briten auf Vertreibung und Mord zu testen, entschied das Oberkommando der Hagana, das Dorf Balad al-Shaykh zu "räumen". (Filastin, 31.12.1947.) Als Befehlshaber wurde Haim Avinoam benannt. Sein Auftrag: "Das Dorf umzingeln, die größtmögliche Anzahl an Männern töten, die Immobilien zerstören, aber Frauen und Kinder nicht angreifen". (Milstein: "The History of the Independence War", vol. 2, p. 78.) Die Aktion dauerte drei Stunden, das Ergebnis waren mehr als 60 Tote. Nach der Auswertung legte Ben-Gurions Beraterstab fest, daß die Unterscheidung zwischen Männern, Frauen und Kindern eine unnötige Komplikation darstellte.
2. Parallel zu Balad al-Shaykh wurde zwei arabische Wohngegenden der Stadt Haifa, Wadi Rushmiyya und Hawassa, gesäubert. Das Prinzip war immer das gleiche: Bewohner raus, wenn er schnell laufen konnte, dann die Gebäude sprengen. (Ilan Pappé: "The Ethnic Cleansing of Palestine", p. 59 f.)
3. Die Irgun sprengte das Sarraya-Haus, den Sitz des Komitees der Palästinenser von Jaffa. Dummerweise waren die Menschen noch drin. 26 Tote. Danach griffen sie sich das Samiramis-Hotel in Qatamon und töteten neben anderen auch den spanischen Konsul. Alles nur Gerüchte, stimmt's? (Benny Morris: "The Birth of the Palestinian Refugee Problem", p. 50.)
4. Bis zum Jahreswechsel waren 15.000 Menschen aus Haifa auf der Flucht. Yossef Weitz auf dem Beratertreffen vom 31.12.1947: "Das reicht nicht!" Seine Frage: "Ist es jetzt nicht an der Zeit, sie loszuwerden? Warum diese Dornen weiter in unserer Mitte lassen, wenn sie eine Gefahr sind?" (Ben-Gurions "Diary", 31.12.1947).
Weiter im Text, wir waren bei Massakern:
5. Am 9.4.1948 war Deir Yassin fällig. Das Dorf hatte eine Nichtangriffsvereinbarung mit der Hagana. Deshalb wurden die Irgun und die Stern-Bande vorgeschickt. (Daniel McGowan/Matthew C. Hogan: "The Saga of the Deir Yassin Massacre, Revisionism and Reality".) Nachdem das Dorf mit Maschinengewehrfeuer eingedeckt worden war, geschah das, was der 12jährige, schwer verwundete Überlebende Fahim Zaydan schilderte:
"Sie holten uns einen nach dem anderen heraus; erschossen einen alten Mann, und als eine seiner Töchter weinte, wurde sie auch erschossen. Dann riefen sie meinen Bruder Muhammad, und sie erschossen ihn vor unseren Augen, und als meine Mutter schrie und sich über ihn beugte -- mit meiner Schwester Hudra auf den Armen, die sie gerade stillte -- erschossen sie sie auch." (Ebd.) Die Zahl der Opfer wird heute geschätzt auf 93 bis 170, wobei diejenigen nicht in der Liste erfaßt wurden, die im Kampf gefallen sind. Es interessiert Sie zwar nicht, aber unter den Opfern befanden sich 30 Säuglinge. (Ebd.) In der New York Times finden wir einen Brief von Albert Einstein und 27 anderen prominenten jüdischen Bürgern, der das Massaker verdammte (er schreibt dort von 240 Toten). Aufgrund des Aufruhrs schickte die Jewish Agency ein Entschuldigungstelegramm an König Abdullah. (NYT, 4.12.1948)
Das Geschehen wurde später per Lautsprecherwagen in anderen Dörfern verbreitet (also nicht von den Syrern). (Menachem Begin: "The Revolt", p. 164.)
6. Als nächstes waren die Dörfer Qalunya, Saris, Beit Surik und Biddu an der Reihe. Immer wieder das gleiche: Vertreiben, wer laufen konnte, dann Sprengung der Häuser. (Ebd.)
7. Am 12.4.1948 wurden die Einwohner von Khirbat Nasr al-Din massakriert, was viele Einwohner Tiberias' zur panischen Flucht bewegte. (Filastin, 14 April 1948.)
Ab dem 15.5. griffen sich die Menschenfreunde dann UN-Palästina.
Wir haben es hier nicht mit Reaktionen auf "besondere Umstände in Kriegszeiten" zu tun, sondern mit geplanten Säuberungen. Das weckt Erinnerungen. Blöderweise haben die Verantwortlichen zwar darauf geachtet, daß nur wenige Sitzungsprotokolle übrig blieben, dafür aber um so mehr in ihren Tagebüchern und Korrespondenzen geprahlt. (Ben-Gurion an Moshe Sharett: "Von Tag zu Tag dehnen wir unsere Besatzung aus. Wir erobern neue Dörfer und haben doch erst damit begonnen." (Ben-Gurion Archives, Correspondence Section, 23.02-30.1 doc. 113.) Dank gehe auch an Hagana und IDF, die die Befehle in ihren Archiven aufhoben, die Ihrer Meinung nach gar nicht existieren dürften.
Ich bin Ihre Lügen und Mythen leid. Schießen und weinen -- das zieht nicht mehr.
Damit bringen Sie die mit allerlei Lügen und Legenden gerechtfertigte palästinensische Terrorpolitik in Nahost sehr zutreffend auf den Punkt, Herr Weiss.
> gerechtfertigte palästinensische Terrorpolitik in Nahost sehr
> zutreffend auf den Punkt, Herr Weiss.
Nun Titanic - wiederlegen Sie den genannten Fakten?
Oder gehen Sie wieder mal auf Tauchstation wenn es um historische Tatsachen geht?
Sie setzen, wie alle, die Ihren Mist wiederkäuen, ein paar Jahre zu spät an. Weiter im Text:
5. Der British High Commissioner Lord Alan Cunningham beklagte sich, daß die Palästinenser darum bemüht waren, die Ruhe zu bewahren, während die Hagana alles tat, um die Lage eskalieren zu lassen. (Benny Morris: "The Birth of the Palestinian Refugee Problem", p. 55, note 11)
6. Kurz nach dem Treffen mit Cunningham berichtete Ben-Gurion der Jewish Agency Executive:
"Ich glaube, die Mehrheit der palästinensischen Massen akzeptiert die Teilung als vollendete Tatsache und glaubt auch nicht, daß es möglich ist, sie zu überwinden oder abzulehnen. [...] Die entscheidende Mehrheit von ihnen möchte nicht gegen uns kämpfen." (Israeli State Archives Publications: "Political and Diplomatic Documents of the Zionist Central Archives and Israeli State Archives, December 1947 - May 1948, Doc. 274, p. 460.)
Nur daß das klar ist: Zu der Zeit waren die ethnischen Säuberungen schon im Gange. Dennoch hielten sich die Palästinenser relativ zurück; das einzige, was für diese Zeit in den Archiven belegt ist, ist gelegentlich ein Angriff auf einen Konvoi in eine der abgelegenen Siedlungen in der Negev. (Rivlin/Oren: "The War of Independence", editorial remark, p. 9.) Diese Siedlungen waren von Ben-Gurion aus strategischen Gründen im Stich gelassen worden. Aufgrund des Berichts Ben-Gurions vor der JAE fragte deren Repräsentant Emile Najjar, an, wie er eine effektive Propagandapolitik verfolgen solle, wenn die Lage war, wie sie war. ("Political and Diplomatic Documents", Document 245, p. 410.)
9. Nach einem Bericht des arabischen Instituts für Palästinensische Studien in Beirut (1969) wurde die Mehrheit der arabischen Flüchtlinge 1948 nicht vertrieben und 68% hätten das Land verlassen ohne einen israelischen Soldaten gesehen zu haben. /Pe S.13/
10. „Die Palästinenser, die geflohen sind oder [von den arabischen Ländern] aufgefordert wurden, Israel zu verlassen – viele von ihnen waren als Arbeit suchende Nomaden erst eingewandert – diese Menschen hätten die von den Juden in den arabischen Ländern zurückgelassenen Plätze übernehmen können. Es hätte zu einer humanitären Lösung des Flüchtlingsproblems kommen können, wie auch anderswo in der Welt. Es gab viele internationale Kommissionen. Es gab viele Vorschläge seitens der Präsidenten der USA und anderer Staatsoberhäupter, um das arabische Flüchtlingsproblem zu lösen. [Aber es ist so, wie] die Araber in der Arabischen Liga jener Zeit sagten, „Wir wollen das als eine offene Wunde halten und die Menschen als Pfand gegen Israel gebrauchen.“ /Joan Peters (s.u.) in WorldNetDaily.com, zitiert in ARAB NATIONS PERPETUATED THE REFUGEE PROBLEM /Arutz Sheva-4.Febr.2001/
11.„Die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon, denen schon lange viele Zivilrechte verweigert werden, darunter das Recht auf Arbeit, stehen nun vor einer neuen Schwierigkeit in ihrem gefahrvollen Leben.“ Unter einem neuen Gesetz, das von der Regierung im letzten Jahr (2002) erlassen wurde, verlieren palästinensische Araber das Recht auf eigenen Landbesitz. Und wer Land besitzt, kann es nicht weitervererben an seine Kinder.“ /Fa/ Zitat aus der JORDAN TIMES/.
Tatsache ist einfach:
Die arabischen Staaten weigern sich nach wie vor, die Verantwortung für die Flüchtlinge aus Palästina/ Israel zu übernehmen, die auf ihre Veranlassung das Land vor dem Krieg gegen Israel 1948 verliessen und diese zu integrieren.
Nur die Reihenfolge war ein klein wenig anders. Erst fanden die ethnischen Säuberungen statt, dann versuchten die nicht koordinierten Truppen der Arabischen Liga OHNE die Jordanier mit veralteten Waffen wenigstens etwas zu retten, während die feinen Herren imperiale Träume schmiedeten:
"Wir werden einen christlichen Staat im Lebanon errichten, dessen Südgrenze der Fluß Litani sein wird. Wir werden Transjordanien brechen, Amman bombardieren und seine Armee zerstören, und dann fällt Syrien, und wenn Ägypten immer noch kämpft, werden wir Port Said, Alexandria und Kairo bombardieren. Das wird die Rache sein für das, was sie (die Ägypter, die Aramiten und Assyrer) unseren Vorvätern zu biblichen Zeiten antaten." (Ben-Gurions "Diary", 24.5.1948.)
Merken Sie was? Keinerlei Bezug auf irgendeinen arabischen Angriff, gegen den sich der kleine David verteidigen muß, sondern auf biblische Zeiten.