Vor dem Europarat : Schweinegrippe: Rolle der Pharmaindustrie im Visier

Der Europarat beschäftigt sich auf einen deutschen Antrag hin mit dem Einfluss der Pharmaindustrie auf Wissenschaftler und staatliche Behörden bei den Kampagnen gegen Vogel- und Schweinegrippe.

Rainer Woratschka

Geplant sind dazu eine Dringlichkeitsdebatte und ein Untersuchungsausschuss. Initiiert wurde beides von dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wodarg (SPD), der in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates noch als Vorsitzender des Unterausschusses für Gesundheit amtiert.

Wodarg ist selber Arzt und Epidemiologe, er hält den Umgang mit der so genannten Schweinegrippe für „einen der größten Medizinskandale des Jahrhunderts“. Man habe Millionen gesunder Menschen unnötigerweise dem Risiko mangelhaft getesteter Impfstoffe ausgesetzt, schreibt er in seinem einstimmig beschlossenen Antrag.


Dafür, dass die Impfstoff-Hersteller so prächtig verdienen konnten, habe man „auch Körperverletzung in Kauf genommen“, sagte Wodarg dem Tagesspiegel. Dabei sei die Schweinegrippe „erheblich harmloser“ als alle Grippewellen der Vorjahre und habe „nicht einmal ein Zehntel der hierbei üblichen Todesfälle“ verursacht.

Beschäftigen müssten sich Europarat und Berichterstatter laut Wodarg insbesondere mit der Rolle der UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO), die im Juni für die Schweinegrippe die höchste Pandemiestufe ausgerufen hat. Es könne nicht sein, dass man die Pandemie-Definition einer Organisation überlasse, die offensichtlich dem Einfluss von Pharma-Verkäufern unterliege.

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