Politik : Internationale Appelle zur Hilfe für Flüchtlinge

ROM/BONN (AFP/AP).Zwei Tage nach Beginn der NATO-Schläge rücken die zahlreichen Flüchtlinge aus der serbischen Krisenprovinz und die Möglichkeiten der Hilfe für sie zunehmend in den Blickpunkt.Angesichts der massiven Flüchtingsbewegung begannen Hilfsorganisationen am Freitag mit der Verstärkung ihrer Hilfsaktionen.Nach Einschätzung des Malteser-Hilfsdienstes werden bei einer Grenzöffnung Tausende versuchen, das Kosovo vor allem in Richtung Mazedonien und Albanien zu verlassen.

Der Europarat warnte vor einer humanitären Katastrophe in Mazedonien und rief die europäischen Länder zu einer Hilfsaktion auf.Die Europaabgeordnete Doris Pack (CDU) mahnte die EU-Länder: "Die 15 müssen sich ganz schnell engagieren.Ansonsten haben wir das Problem zu Hause, und zu Hause wird es teuer." Nach Angaben der Hilfsorganisation Care Deutschland sind allein in den letzten Tagen rund 16 000 Kosovo-Albaner in das Nachbarland geflüchtet.Rumäniens Ministerpräsident Vasile reagierte auf ein Hilfeersuchen aus Mazedonien mit dem Angebot, sein Land könne 3000 bis 4000 Flüchtlinge aufnehmen.

Italiens Kabinett rief vorsorglich den "Ausnahmezustand" aus, um des "außerordentlichen Flüchtlingsstroms" vom Balkan Herr zu werden, mit dem Rom rechnet.Italien könnte nach Angaben von Staatssekretär Barberi kurzfristig 25 000 Flüchtlinge aufnehmen.Sie sollen vor allem in Wohnwagen untergebracht werden.

Der Bosnienbeauftragte der Bundesregierung, Koschnick, forderte die Schaffung eines Mandats der Vereinten Nationen für humanitäre Aufgaben wie die Flüchtlingshilfe.Wenn es gelinge, den Generalsekretär und den Sicherheitsrat dafür zu gewinnen, "hätten wir schon einen ganz entscheidenden Schritt, unsere Rechtslage und die Nothilfe für die albanische Bevölkerung so zu koordinieren, daß es nicht eine Anti-UN-Aktion wird", sagte er im Deutschlandfunk.Die Einrichtung von UN-überwachten Schutzzonen im Krisengebiet lehnte er ab.Sie hätten sich in Bosnien zum Teil als wirkungslos erwiesen.

UNO-Flüchtlingshochkommissarin Ogata appellierte in Genf an alle europäischen Staaten, die Flüchtlinge aufzunehmen.Die Lage der Zivilbevölkerung in der Provinz sei nach dem Abzug der internationalen Beobachter besorgniserregend.Sie betonte, die internationale Gemeinschaft werde eines Tages jene fassen, die Greueltaten an der Zivilbevölkerung begingen.

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